Weiter für ein Verbot von Spekulationen auf Lebensmittel kämpfen!

Aus SPD Baden-Württemberg
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Beschlossen auf dem Landesparteitag der SPD BW am 29. September 2012 in Wiesloch


Kapitel Finanzen | Beschluss F 6


Weiter für ein Verbot von Spekulationen auf Lebensmittel kämpfen!

Wir Jusos fordern weiterhin ein Verbot von Spekulationen auf Nahrungsmittel und setzen uns verstärkt für dieses Ziel ein.

In den letzten Jahren sind die Preise für Lebensmittel stark gestiegen. So stieg der Preis für eine Tonne Getreide zwischen Ende 2009 und Mitte 2011 von 100 Dollar auf 250 Dollar, zeitweise sogar auf 300 Dollar. Der Preis für eine Tonne Mais stieg zwischen Mitte 2010 und Mitte 2011 von 150 Dollar auf 300 Dollar. Diese Preisanstiege treffen die Armen dieser Welt, die 70 % ihres Einkommens für Nahrung ausgeben müssen, am stärksten. Laut UNO sind, durch den Anstieg der Lebensmittelpreise, allein zwischen Mitte 2010 und Mitte 2011 44 Millionen Menschen unter die Armutsgrenze gefallen.

Die Preise werden von den Rohstoffbörsen der westlichen Welt beeinflusst, die größte ist die Chicago Board of Trade. Bis 1999 wurde der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt. 1999 wurde, auf Druck von FinanzlobbyistInnen , der Lebensmittelmarkt für InvestorInnen und Banken in den USA geöffnet und 2004 weiter liberalisiert. Nach dem Crash der Finanzmärkte wurde der Lebensmittelmarkt für Großinvestoren und Fonds ein Ausweichmarkt. Es kam zu einem Run auf Finanzgeschäfte mit Agrarstoffen und die große Spekulation begann. Dieser Markt ist deshalb so attraktiv für SpekulantInnen, da ein bevorstehender Engpass in der Zukunft den Anstieg der Preise und daher große Einnahmen verspricht. Der Markt hat sich inzwischen von jedem realen Faktor entfernt. 2009 betrug die global tatsächlich produzierte Menge Mais ca. 750 Mio. Tonnen Mais, die an den Märkten gehandelte imaginäre Menge hingegen ca. 2,6 Mrd. Tonnen.

Die Lebensmittelmärkte müssen sofort reguliert und Investoren und Banken von diesem Markt entfernt werden. Wir Jusos fordern weiterhin ein Verbot von Spekulationen auf Nahrungsmittel und setzen uns verstärkt für dieses Ziel ein.


Quelle für die Zahlangaben: Knaup, Konrad/Schiessl, Michaela/Seith, Anne: „Die Ware Hunger“, in: Der Spiegel, Hamburg, Ausgabe 35/2011, S.75-80.