Wasserstoff als Zukunftstechnologie: Schienenverkehr emissionsfrei machen

Aus SPD Baden-Württemberg
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Wir Jusos Baden-Württemberg fordern die Landesregierung auf, den Einsatz von emissionsfreien Zügen auf grüner Wasserstoffbasis auf nicht-elektrifizierten Strecken weiter voranzutreiben und stärker zu fördern. Dazu gehört eine Bevorzugung emissionsfreier Züge bzw. ein Ausschluss dieselbetriebener Züge bei Ausschreibungen neuer Strecken. Ebenso muss der Aufbau eines Wasserstoff-Tankstellen-Systems in BW gefördert werden.

Durch das Verabschieden des Klimaschutzplanes 2050 hat die Bundesregierung das Ziel verkündet, bis 2050 eine weitgehende Treibhausgasneutralität zu erreichen. Um dieses Ziel zu erfüllen, muss insbesondere im Verkehrssektor Treibhausgas eingespart werden, so war der Verkehrssektor 2018 für über 19% der Gesamtemission Deutschlands verantwortlich. Zur Einsparung von Emissionen im Verkehrssektor ist vor allem eine Abkehr vom Individualverkehr nötig, doch auch dies löst nicht alle Probleme. Von rund 38.500 km Schienennetz in Deutschland sind nur 60% elektrifiziert (Ziel: 70% bis 2025), auf den restlichen 40%, meist Regional- und Nebenstrecken, auf denen sich eine Elektrifizierung nicht lohnte, fahren vor allem Dieselelektrische-Treibwagen. Um hier eine Treibhausgasneutralität zu erreichen, muss dieser CO2-Ausstoß verschwinden. Da reine batterieelektrische Züge aufgrund der geringen Reichweite in Verbindung mit hoher Ineffektivität durch das hohe Gewicht der Akkus keine Möglichkeit darstellen, bleiben zwei Lösungsansätze: eine weitere Elektrifizierung durch Oberleitungen oder der Einsatz von wasserstoffbetriebenen Zügen.

Auch die Wasserstoffzugvariante ist keine billige, die Anschaffung von Zügen mit Brennstoffzelle ist ca. doppelt so teuer wie wie die Anschaffung konventioneller Dieselloks. Langfristig rechnet sich eine solche Anschaffung allerdings, bereits nach weniger als zehn Jahren ist der wasserstoffbetriebene Zug billiger als ein dieselbetriebener. Im Zuge der neuen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist außerdem mit weiteren Fördermitteln zu rechnen, wobei schon heute der Bund 40% der Mehrkosten übernimmt.