Versteckte, kostenpflichtige Zulassungsvoraussetzungen an Hochschulen zurückdrängen

Aus SPD Baden-Württemberg
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Versteckte, kostenpflichtige Zulassungsvoraussetzungen an Hochschulen zurückdrängen

Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen für die kostenlose Bildung von der Kita bis zur Hochschule. Nach und nach haben wir in den letzten Jahren Hürden auf dem Weg zur Hochschulbildung aus dem Weg geräumt. Mit der Abschaffung der Studiengebühren sind aber zumindest noch nicht alle finanzielle Hürden zur Hochschulbildung aus dem Weg geräumt. In den letzten Jahren haben Hochschulen kostenpflichtige Sprachnachweise immer öfter als Zulassungsvoraussetzung für bestimmte Studiengänge eingeführt.

Für viele Bewerberinnen und Bewerber ist nicht der eigentliche Test die Zulassungshürde, sondern die damit verbundenen Kosten. Der TOEFL-Test hat sich beispielsweise seit 2006 um 55 %, von 155 US-Dollar auf 240 US-Dollar, verteuert. Diese hohen Kosten führen dazu, dass Studieninteressierte, die sich diese Sprachtests nicht leisten können, von einem Studium abgehalten werden, obwohl sie die erforderlichen Qualifikationen erfüllen. Dies widerspricht dem Grundsatz der Bildungsgerechtigkeit.

Grundsätzlich sollten die staatlichen Bildungsabschlüsse als Hochschulzugangsberechtigung – zumindest für den Bachelor – genügen. Bei den Zulassungsverfahren für Master-Studiengänge müssen bisherige Prüfungsleistungen in den Fremdsprachen im Bachelor-Studium berücksichtigt werden.

Allgemein sollte davon ausgegangen werden, dass Bewerberinnen und Bewerber auf einen Studienplatz durchaus in der Lage sind, ihre sprachlichen Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Für den Fall, dass die Hochschulen oder einzelne Fachbereiche auf Sprachnachweise bestehen, sollten diese Tests kostenlos an den Hochschulen angeboten werden.

Wir Jusos Baden-Württemberg fordern daher:

  • Eine Ergänzung des §60, Abs. 3 Nr. 1 des Landeshochschulgesetzes Baden-Württemberg:

Die Zulassung nach Absatz 1 Satz 3 kann versagt werden, wenn

  1. die erforderlichen Sprachkenntnisse für den jeweiligen Studiengang nicht nachgewiesen sind. Kostenpflichtige Sprachtests sind für den Nachweis der Sprachkenntnisse nur heranzuziehen, wenn diese nicht durch entsprechende Prüfungsleistungen oder eigene Sprachtests der Hochschulen nachgewiesen werden können.
  • Wissenschaftsministerin Theresia Bauer dazu auf, in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) eine bundeseinheitliche Regelung zum Nachweis der Sprachkenntnisse bei der Immatrikulation zu fordern.
  • Wissenschaftsministerin Theresia Bauer dazu auf, die Hochschulen landesweit einheitlich zu verpflichten, kostenlose Sprachtests für Studienbewerberinnen und Studienbewerber anzubieten, sofern sie das zur Zulassungsvoraussetzung erheben.



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