Unsere Vision einer modernen Bildung in Baden-Württemberg: Umsetzung der Erklärung der Vereinten Nationen über Menschenrechtsbildung und -ausbildung im Bildungssystem BaWü

Aus SPD Baden-Württemberg
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Die Jusos Baden-Württemberg fordern die Umsetzung der Erklärung der Vereinten Nationen über Menschenrechtsbildung und -ausbildung im Bildungssystem Baden-Württembergs.

Menschenrechtsbildung und -ausbildung betrifft alle Bereiche der (Aus-)Bildung und des Ler-nens. Sie verfolgt durch Sensibilisierung und Wissensvermittlung das Ziel, die Achtung und Einhaltung der Menschenrechte und der Grundfreiheiten zu fördern und so Menschenrechts-verletzungen und -verstöße vorzubeugen. Junge Menschen werden dadurch befähigt men-schenrechtsorientiert zu handeln und sich für Menschenrechte einzusetzen. Laut Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist Menschenrechtsbildung und -ausbildung Be-standteil des Rechts auf Bildung.

Menschenrechtsbildung und -ausbildung umfasst dabei gemäß Artikel 2 der UN-Resolution 66/137 (2011) drei Bereiche des Lehrens und des Lernens:

Bildung über Menschenrechte: Vermittlung von Wissen und Verständnis über die Men-schenrechtsnormen und -grundsätze sowie deren zugrundeliegenden Werte und die Me-chanismen für ihren Schutz; Bildung durch Menschenrechte: Ausrichtung der Lehre und Lernens, in der die Menschen-rechte der Lehrenden und Lernenden geachtet werden; Bildung für Menschenrechte: Befähigung der Lernenden, eigene Menschenrechte einzu-fordern und sich für die Menschenrechte der Anderen einzusetzen.

Menschenrechtsbildung und -ausbildung soll Bestandteil aller Bereiche der Vorschul-, Grund-schul- und Sekundarschulbildung werden. Dabei soll Menschenrechtsbildung als ein Quer-schnittsthema für das gesamte Schulsystem betrachtet werden und im gesamten Unterricht integriert werden. Menschenrechtsrelevante Themen sollen dabei nicht ausschließlich in den Nebenfächern wie beispielsweise Sachunterricht, Gemeinschaftskunde oder Ethik/Religionslehre behandelt werden, sondern ebenfalls in den Hauptfächern. Dazu muss der Bildungsplan überarbeitet werden. Denkbar dabei ist, die allgemeinen Leitperspektiven (Bildung für nachhaltige Entwicklung, Bildung für Toleranz und Akzeptanz von Vielfalt und Prävention und Gesundheitsförderung) durch eine Leitperspektive Bildung für Menschenrechte zu ergänzen.

Weiter soll Menschenrechtsbildung und -ausbildung – unter Berücksichtigung der akademi-schen Freiheit – auch vollumfänglich in die Hochschulbildung integriert werden. Ebenfalls soll sie die Berufsbildung, insbesondere die Schulung von Ausbilder*innen, Lehrer*innen und staatlichen Amtsträger*innen sowie Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierungsmaßnahmen umfassen.

Die Einführung der Menschenrechtsbildung und -ausbildung im Bildungssystem von Baden-Württemberg bedarf einer langen Vorbereitungszeit und soll nicht überstürzt umgesetzt wer-den. Die Überarbeitung der Curricula sowie die Weiterbildung aller Fachkräfte machen davon nur einen kleinen Teil aus. Da die Lehre und das Lernen an die Achtung der Menschenrechte der Lehrenden und Lernenden ausgerichtet werden muss, ist es dafür zwingend notwendig ein umfassendes Konzept auszuarbeiten. Dies soll in allen Phasen partizipativ mit allen Beteilig-ten im Bildungsbereich geschehen. Dabei muss vor allem auf Gleichstellung aller Menschen, Minderheitenschutz sowie Inklusion geachtet werden.