Strategie gegen Wohnungslosigkeit

Aus SPD Baden-Württemberg
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Strategie gegen Wohnungslosigkeit

Grob gefasst lassen sich unter dem Begriff „wohnungslos“ Personen verstehen, die aufgrund besonderer Zugangsprobleme, wie finanzieller und/ oder nicht-finanzieller Art, einen dringenden Wohnungsbedarf vorweisen und der „besonderen institutionellen Unterstützung zur Erlangung und zum Erhalt angemessenem Wohnraum bedürfen.“ (vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V.)

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W) nimmt Schätzungen zu den Wohnungslosenzahlen in Deutschland vor. Im Jahr 2014 lag der Wert bei 335.000 Menschen die ohne Wohnung seien. Prognose steigend. Deshalb fordert die BAG W seit 2012 eine Nationale Strategie zur Überwindung von Wohnungsnot und Armut in Deutschland und formuliert anlässlich der Bundestagswahl 2017 das Aktionsprogramm „Wohnungslosigkeit überwinden!“

Wir unterstützen die BAGW bei nachfolgenden Forderungen:

Soziale Wohnraumförderung durch den Bund stärken

Der Bund muss wieder Verantwortung in der Wohnungspolitik übernehmen. Die Dezentralisierung auf die Länder durch die Föderalismusreform von 2006 erweist sich immer mehr als Fehlentscheidung. Daher fordern wir, die soziale Wohnraumförderung in der Bundespolitik wieder in den Fokus zu rücken und massive Unterstützung der Länder durch den Bund.

Bei der Übernahme von Schulden für Unterkunft und Heizung sollte – wie im Sozialgesetzbuch XII – auch im Sozialgesetzbuch II die Möglichkeit einer Leistungsgewährung als Beihilfe vorgesehen werden.

Es ist eine gesetzlich verpflichtende, bundeseinheitliche geschlechtsdifferenzierte Wohnungsnotfallstatistik einführen (Bedrohte und Betroffene).

Wohnungsverluste verhindern Wir fordern ein Förderprogramm zum Aufbau von kommunalen Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungsverlusten unter Beteiligung der Dienste der Freien Wohlfahrtspflege mit Schwerpunkt im ländlichen Raum. Das Programm sollte ein Volumen von insgesamt 50 Mio. Euro und eine Laufzeit von 4 Jahren umfassen.

Wohnungslose mit Wohnungen versorgen Ohne Wohnung ist alles nichts. Die Wohnungsversorgung geht an den wohnungslosen Menschen in Deutschland vorbei. Deshalb fordern wir:

Förderprogramm »Pro Wohnen

Das Förderprogramm »Pro Wohnen« (Umfang: 40 Mio. Euro, Laufzeit: 4 Jahre) soll Netzwerke von privaten Vermietern oder Wohnungsunternehmen mit Kommunen und freien Trägern fördern:

- zur Prävention von Wohnungsverlusten - zur Erschließung von Wohnraum zur Vermietung an Menschen in Wohnungsnot

im privaten Vermietermarkt und im Bereich der organisierten Wohnungswirtschaft

Förderprogramm »Von der Straße in die Wohnung« Das Förderprogramm »Von der Straße in die Wohnung« (Umfang: 10 Mio. Euro, Laufzeit: 4 Jahre) soll wohnungslose Menschen, auch langzeitwohnungslose Menschen auf der Straße durch

- aufsuchende Hilfen auf der Straße, - Akquise von Immobilien, - und wohnbegleitende Hilfen

fördern.

Wir fordern, diese Anliegen der BAG W zu unterstützen. Wohnungslose Menschen müssen sowohl gesellschaftlich als auch politisch in den Blick genommen werden. Mit einer Nationalen Strategie und einer bundesweiten Zählung können ganz praktische Problemanzeigen aufgenommen und sozialpolitisch angegangen werden. Nur auf diese Weise, wenn Hintergründe, Bedarfe und Möglichkeit erkannt werden, können auch präventive Schritte gegen den exponentiellen Anstieg der Wohnungslosigkeit in Deutschland vorgenommen werden.