Schulsozialarbeit (KV Freiburg)

Aus SPD Baden-Württemberg
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Landesparteitag 21. und 22. September 2001 in Kehl



Antragsteller: Kreisverband Freiburg

Empfänger: Landtagsfraktion


Die SPD-Fraktion im Landtag Baden-Württemberg wird aufgefordert, folgende Gesetzesinitiative zu ergreifen:


● Die Schulsozialarbeit wird als Aufgabe in das Schulgesetz in Kooperation mit der Jugendhilfe in der Stundentafel aufgenommen. Sie soll verpflichtender Bestandteil des Unterrichts der Schüler sein.

● Schulsozialarbeit ist in einer ersten Stufe an Grund- und Hauptschulen, Förderschulen und Realschulen mit besonderem Bedarf mit Beginn des Schuljahres 2002/2003 einzuführen. Der Bedarf wird von der jeweiligen Gemeinde/Stadt im Zusammenwirken mit Schule und den Elternvertretungen festgestellt.

● Die Finanzierung der Schulsozialarbeit ist gesetzlich zu regeln, wobei das Land Baden-Württemberg mindestens 50 % der entstandenen Personal- und Sachkosten zu tragen hat.

● Die Schulsozialarbeit soll als Ausbildungsteil in die Lehrerausbildung integriert werden. Des weiteren sind regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen für Lehrpersonal und für Fachkräfte der Jugendhilfe anzubieten.

● Die Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe wird insbesondere im Bereich Schulsozialarbeit intensiviert und institutionalisiert.


Begründung:

Durch Veränderungen in der Lebenswelt und die wachsende Bedeutung der Schule für das Leben von Kindern und Jugendlichen sind der Schule grundlegende Sozialisationsaufgaben zugewachsen, die die Familie nicht mehr wahrnimmt oder wahrnehmen kann. Neben der Wissensvermittlung und der beruflichen Vorbereitung ist die Schule zugleich Lernort, Arbeitsplatz und Lebensort für Kinder und Jugendliche geworden, zu einem wichtigen Ort des sozialen Lernens überhaupt.

Entwicklungsschwierigkeiten, psychische Probleme, Verhaltensprobleme, Lern- und Leistungsdefizite werden bereits in der Grundschule deutlich und setzen sich in den weiterführenden Schulen oft fort. In steigendem Maße gibt es Kinder mit Benachteiligungen und Ausgrenzung, für die ein zusätzlicher Förderbedarf besteht, um diese Benachteiligungen auszugleichen und Chancengleichheit anzustreben.

Die Aufgabe der Schulsozialarbeit kann die Schule nur noch in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe lösen. Hier muss Sozialpädagogik (präventiv) arbeiten , in schwierigen Problemlagen beraten, begleiten und unterstützen und so der Förderung von Chancengleichheit dienen. Sozialpädagogik hat zeitlich erweiterte Angebote zur Verfügung zu stellen, um so auch vor und nach der Schule verlässliche Lebens- und Sozialräume zu schaffen.