Schulsozialarbeit

Aus SPD Baden-Württemberg
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Beschluss des Juso-Landesausschusses vom 01. Juli 2007


Schulsozialarbeit wieder in die Landesförderung aufnehmen

Wir fordern die Landesregierung dazu auf, umgehend wieder in Drittelfinanzierung der Schulsozialarbeit (Land, Kommune, Schulträger) einzusteigen und diese mehr als bisher auszuweiten. Man muss sich den Problemen, die sich an unseren Schulen heraus kristallisieren, umgehend stellen. Gezielte Schulsozialarbeit muss zum gemeinsamen Anliegen werden. Die Finanzierung muss auf möglichst viele Schultern verteilt werden.

Schulsozialarbeit begleitet SchülerInnen in ihrem Schulalltag, sie hilft bei alltäglichen Problemen der Jugendlichen nicht nur im Schulalltag. Sie ist eine zusätzliche Stütze im Leben der jungen Menschen. Bei Problemen mit LehrerInnen, MitschülerInnen, Schulpersonal oder Eltern kann geschultes Personal dazu beitragen, kritische Situationen im Vorfeld zu entschärfen. Sie bildet und sichert die Eigenverantwortung, die Selbständigkeit und die soziale Kompetenz. Außerdem bildet und fordert sie demokratische Strukturen. Dies kann zum Beispiel durch die Unterstützung von Klassengemeinschaften von der Einrichtung von Kommunikationsmöglichkeiten, wie z.B. Schülercafés erreicht werden. Andere Möglichkeiten sind die Arbeit zur Vernetzung mit anderen Institutionen und Verbänden. Es gibt auch die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Gemeinde- und KreisrätInnen zur Bildung von politischem Engagement der SchülerInnen.

Hierbei gilt es auch die Schule als Ort demokratischer Willensbildung nicht zu vernachlässigen. So ist die Kooperation mit Schülervertretungen und Elternversammlung ein sehr wichtiges Standbein. Als Vorraussetzung hierzu gibt es einige wichtige Rahmenbedingungen. So müssen Personal, Räumlichkeiten und Sachmittel zur Verfügung gestellt werden. Dies alles erfordert, um erfolgreich arbeiten zu können, eine Menge finanzieller Mittel. Deshalb darf besonders an diesem Punkt die Landesregierung nicht aus ihrer Verpflichtung entlassen wer-den.

Schulsozialarbeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und gehört zu den Schulen wie die LehrerInnen und damit muss auch das Land seiner Verantwortung gerecht werden. Bereits nach drei Jahren zog sich die Landesregierung jedoch aus der Drittelfinanzierung der Schulsozialarbeit zurück und ließ die Kommunen mit den Problemen an ihren Schulen alleine im Regen stehen.

Die Gewalt an Schulen nimmt immer stärker zu. Nicht nur die tatsächlichen und angedrohten Amokläufe sind besorgniserregend, sondern auch die alltägliche Gewalt, die die Stim-mung in vielen Schulen beherrscht. In einer solchen Atmosphäre ist Lernen kaum möglich. Rund 10 Prozent der SchülerInnen verlassen die Schule jedes Jahr ohne Abschluss, bei SchülerInnen mit Migrationshintergrund ist die Zahl sogar noch höher. Die Jugendarbeitslosigkeit steigt ins Unerträgliche. All diese Probleme ließen sich durch SchulsozialarbeiterInnen teilweise verhindern.

Die Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen ist bei jungen Menschen erschreckend niedrig. Dies könnte durch mehr demokratisches Engagement einfach verhindert werden, dessen Forderung zu den Aufgaben der Schulsozialarbeit gehört.