Resolution:Unser Manifest für ein neues Miteinander: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SPD Baden-Württemberg
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1. In der Reflexion der vergangenen Monate ist eines deutlich geworden: wir kennen uns häufig zu wenig. Stattdessen haben wir vorgefertigte Meinungen über Mitglieder anderer Kreisverbände, die von Vorurteilen geprägt werden. Der persönliche Kontakt und der gegenseitige Austausch sind zwei Bestandteile unserer Zusammenarbeit, die wir zukünftig deutlich stärker fokussieren werden. Um Vertrauen zu schaffen und Vorurteile abzubauen müssen wir uns gegenseitig besser kennen und verstehen lernen.
 
1. In der Reflexion der vergangenen Monate ist eines deutlich geworden: wir kennen uns häufig zu wenig. Stattdessen haben wir vorgefertigte Meinungen über Mitglieder anderer Kreisverbände, die von Vorurteilen geprägt werden. Der persönliche Kontakt und der gegenseitige Austausch sind zwei Bestandteile unserer Zusammenarbeit, die wir zukünftig deutlich stärker fokussieren werden. Um Vertrauen zu schaffen und Vorurteile abzubauen müssen wir uns gegenseitig besser kennen und verstehen lernen.
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2. Offizielle Kanäle wie Facebook haben wir in der Vergangenheit zu häufig als Plattform genutzt um unsere teilweise auch persönlichen Konflikte auszutragen. Nicht selten haben wir dabei vergessen, dass diese Kommentarschlachten und persönlichen Angriffe nicht nur die Empfängerin oder den Empfänger verletzen, sondern auch von der Öffentlichkeit verfolgt werden können. Im Mittelpunkt unseres Handelns muss in Zukunft der inhaltliche Diskurs stehen. Debatten, die wir direkt miteinander oder auf Social Media führen dürfen nicht persönlich werden.
 
2. Offizielle Kanäle wie Facebook haben wir in der Vergangenheit zu häufig als Plattform genutzt um unsere teilweise auch persönlichen Konflikte auszutragen. Nicht selten haben wir dabei vergessen, dass diese Kommentarschlachten und persönlichen Angriffe nicht nur die Empfängerin oder den Empfänger verletzen, sondern auch von der Öffentlichkeit verfolgt werden können. Im Mittelpunkt unseres Handelns muss in Zukunft der inhaltliche Diskurs stehen. Debatten, die wir direkt miteinander oder auf Social Media führen dürfen nicht persönlich werden.
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3. Die Jusos Baden-Württemberg brauchen eine Feedbackkultur, die es möglich macht Kritik und Anerkennung zu kommunizieren ohne dabei Angst vor möglichen Konsequenzen haben zu müssen. Wir brauchen eine Kultur, die Feedback als Chance zur Weiterentwicklung versteht und die es möglich macht, dass die Wünsche und Anregungen aller Jusos in Baden-Württemberg Gehör finden.
 
3. Die Jusos Baden-Württemberg brauchen eine Feedbackkultur, die es möglich macht Kritik und Anerkennung zu kommunizieren ohne dabei Angst vor möglichen Konsequenzen haben zu müssen. Wir brauchen eine Kultur, die Feedback als Chance zur Weiterentwicklung versteht und die es möglich macht, dass die Wünsche und Anregungen aller Jusos in Baden-Württemberg Gehör finden.
  
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1. In enger Absprache mit den Kreisverbänden wird der Landesvorstand zu Beginn des neuen Arbeitsjahres ein niederschwelliges Austausch- und Kennenlernprogramm verschiedenen Kreisverbänden auf den Weg bringen. Ziel dieses Austauschprogramms soll es sein, dass sich die Mitglieder aus unterschiedlichen Regionen und Kreisverbänden außerhalb der üblichen Veranstaltungen des Landesverbandes besser kennenlernen.
 
1. In enger Absprache mit den Kreisverbänden wird der Landesvorstand zu Beginn des neuen Arbeitsjahres ein niederschwelliges Austausch- und Kennenlernprogramm verschiedenen Kreisverbänden auf den Weg bringen. Ziel dieses Austauschprogramms soll es sein, dass sich die Mitglieder aus unterschiedlichen Regionen und Kreisverbänden außerhalb der üblichen Veranstaltungen des Landesverbandes besser kennenlernen.
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2. Unsere Veranstaltungsformate wie die Politikwerkstätten oder der WIR-Kongress werden um Workshopphasen ergänzt, die mit verschiedenen Methoden die Teambildung und den gegenseitigen Austausch in den Mittelpunkt stellen.
 
2. Unsere Veranstaltungsformate wie die Politikwerkstätten oder der WIR-Kongress werden um Workshopphasen ergänzt, die mit verschiedenen Methoden die Teambildung und den gegenseitigen Austausch in den Mittelpunkt stellen.
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3. Der Juso-Landesvorstand wird eine Netiquette erarbeiten und beschließen, die unseren Umgang miteinander in den sozialen Medien regeln soll. Diese Netiquette kann als Beschlussgrundlage für Kreisverbände und Arbeitsgemeinschaften genutzt werden. Denn einen anderen Umgang in den sozialen Netzwerken können wir nur erreichen, wenn sich möglichst viele Jusos im ganzen Land anschließen.
 
3. Der Juso-Landesvorstand wird eine Netiquette erarbeiten und beschließen, die unseren Umgang miteinander in den sozialen Medien regeln soll. Diese Netiquette kann als Beschlussgrundlage für Kreisverbände und Arbeitsgemeinschaften genutzt werden. Denn einen anderen Umgang in den sozialen Netzwerken können wir nur erreichen, wenn sich möglichst viele Jusos im ganzen Land anschließen.
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4. Die Feedbackkultur der Jusos Baden-Württemberg wird in enger Abstimmung mit der Ombudsperson bzw. dem Ombudsteam erarbeitet. Im gemeinsamen Austausch mit dem Landesvorstand sollen hier Wege diskutiert werden, wie Feedback auch anonyme gegeben werden kann. Eine Vorbildfunktion in unserer täglichen Arbeit werden in diesem Zusammenhang die Mitglieder des Landesvorstandes einnehmen. Kritische Punkte und Wertschätzung werden sie auf unseren Veranstaltungen direkt kommunizieren und so dazu beitragen, dass sich eine Kultur der Offenheit und des gegenseitigen Respektes einstellt.
 
4. Die Feedbackkultur der Jusos Baden-Württemberg wird in enger Abstimmung mit der Ombudsperson bzw. dem Ombudsteam erarbeitet. Im gemeinsamen Austausch mit dem Landesvorstand sollen hier Wege diskutiert werden, wie Feedback auch anonyme gegeben werden kann. Eine Vorbildfunktion in unserer täglichen Arbeit werden in diesem Zusammenhang die Mitglieder des Landesvorstandes einnehmen. Kritische Punkte und Wertschätzung werden sie auf unseren Veranstaltungen direkt kommunizieren und so dazu beitragen, dass sich eine Kultur der Offenheit und des gegenseitigen Respektes einstellt.
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5. In der Zusammenarbeit mit den Jusos auf Bundesebene wollen wir den ersten Schritt machen. Im kommenden Arbeitsjahr landen wir daher unseren Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert zu uns nach Baden-Württemberg ein. Im Rahmen einer politischen Veranstaltung wollen wir in kleiner Runde den Umgang auf Bundesebene thematisieren und die entscheidende Frage stellen, wie wir als Jusos, aber auch als Sozialdemokratie wieder näher zueinander finden können.
 
5. In der Zusammenarbeit mit den Jusos auf Bundesebene wollen wir den ersten Schritt machen. Im kommenden Arbeitsjahr landen wir daher unseren Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert zu uns nach Baden-Württemberg ein. Im Rahmen einer politischen Veranstaltung wollen wir in kleiner Runde den Umgang auf Bundesebene thematisieren und die entscheidende Frage stellen, wie wir als Jusos, aber auch als Sozialdemokratie wieder näher zueinander finden können.
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6. Auf einer weiteren Kreisvorsitzendenkonferenz im kommenden Arbeitsjahr soll darüber beraten und diskutiert werden, wie für und in den einzelnen Kreisverbänden Wege für ein gutes Miteinander implementiert werden können.
 
6. Auf einer weiteren Kreisvorsitzendenkonferenz im kommenden Arbeitsjahr soll darüber beraten und diskutiert werden, wie für und in den einzelnen Kreisverbänden Wege für ein gutes Miteinander implementiert werden können.
  

Aktuelle Version vom 17. Oktober 2019, 11:58 Uhr

Wir wissen nicht, wer mit dem Denken in Schubladen in der SPD angefangen hat. Die Lust an Spaltung und Teilung herrschte schon immer in der Sozialdemokratie und hat im Verlauf der vergangenen 153 Jahre immer wieder den Siedepunkt erreicht. Auch als Jusos Baden-Württemberg sind wird von diesem Denken in Schubladen nicht befreit. In den vergangen Jahren - vielleicht sogar Jahrzehnten - haben wir mit Leidenschaft viel zu häufig gegen- statt miteinander gearbeitet. Wir haben uns wohl gefühlt in unserem gegenseitigen Denken in Vorurteilen und dem Aufbau von Feindbildern. Mit den Ereignissen rund um den SPD-Landesparteitag in Sindelfingen im November 2018 hat dieses Vorgehen seinen Höhepunkt erreicht. Klar ist: Andere von seiner eigenen Meinung überzeugen zu wollen und Mehrheiten zu bilden, ist in einem demokratischen Verband völlig normal und in Ordnung. Die Suche nach Mehrheiten für die eigene Überzeugung und die Vorstellungen darüber, wie es bei der SPD in Baden-Württemberg weiter gehen soll, hat uns jedoch zunehmend vergessen lassen, dass wir als Jusos Baden-Württemberg zusammenhalten sollten und dass uns am Ende aller politischen Auseinandersetzungen immer mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede verbinden.

Im Rückblick und der Reflexion dieser Wochen vor dem Parteitag haben wir erkannt, wie verroht die politische Kultur teilweise in unserem Verband ist und wie sehr wir uns in unseren verschiedenen Rollen gefallen In den vergangenen drei Monaten haben wir uns der Analyse und dem Finden von möglichen Lösungen für unsere Probleme gewidmet. Die Juso-Landesvorsitzende hat im Rahmen ihrer Zuhörtour Dialoge mit Jusos im ganzen Land geführt. Die Ergebnisse dieser Zuhörtour haben wir in möglichst konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen gefasst, um einen Kulturwandel ins unserem Landesverband zu erreichen.

Diesen Kulturwandel können wir nicht auf Knopfdruck einführen und vor allem nicht binnen weniger Monate umsetzen. Es ist an jedem und jeder Juso ihn durch die eigenen Worte und Taten Realität werden zu lassen. Der Juso-Landesvorstand aber auch die Funktionsträgerinnen und Funktionsträger auf Kreis- und AG-Ebene müssen Vorbilder im Umgang miteinander sein.

Wenn wir weitermachen wie bisher, werden die politischen Grabenkämpfe schlimmer, die persönlichen Auseinandersetzungen heftiger und die Schlammschlachten hässlicher werden. Menschen, mit unschätzbar wertvollem Engagement und Potenzial, werden sich von uns abwenden. Die politische Bedeutung der Jusos wird abnehmen und die Chancen unsere politischen Visionen und Überzeugungen zu realisieren werden schwinden. Nur gemeinsam kann es uns gelingen den Kreislauf von gegenseitigen Vorurteilen und Feindbildern zu durchbrechen und den nach uns kommenden Juso-Generationen einen Landesverband zu hinterlassen, der von gegenseitigem Respekt, einem starken Wir-Gefühl und inhaltlicher Stärke geprägt ist.

Vor uns allen liegt die große Aufgabe, das politische Miteinander bei den Jusos Baden-Württemberg neu zu erfinden. Wir wollen den begonnenen Weg zusammen weiter beschreiten. Diese Maßnahmen und Verhaltensregeln sollen uns dabei unterstützen:

Vielfalt im Verband leben

Die Sozialdemokratische Partei ist seit jeher ein Sammelbecken für die unterschiedlichsten politischen Ideen und sozialen Gruppen. Immer wieder hat dies in unserer langen Geschichte zu Abspaltungen von unserer Partei geführt. Auch wir Jusos Baden-Württemberg sind in dieser Tradition ein pluraler Verband. MarxistInnen streiten bei uns mit VertreterInnen des “dritten Wegs” (vgl. Schröder-Blair-Papier), Azubis prallen auf Studierende, Schülis diskutieren mit Berufstätigen.

Allzu oft haben sich die verschiedenen Gruppen in der Vergangenheit gegenseitig abgesprochen “richtige” SozialdemokratInnen zu sein. Damit muss Schluss sein. Als Grundlage für alles, was nun folgt, muss der Respekt vor dieser innerverbandlichen Meinungsvielfalt stehen. Sie ist für uns keine Schwäche sondern eine Stärke - eine Stärke, die wir in Zukunft deutlich intensiver nutzen müssen und die wir auch nach außen kommunizieren können. Unser gemeinsames Ziel ist es, die inhaltliche Ausrichtung der SPD maßgeblich zu bestimmen und dabei deutlich zu machen, dass wir diejenigen sind, die die drängenden Fragen der Gesellschaft erkennen und beantworten wollen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen wir das Wir-Gefühl und den Teamgedanken viel stärker in unsere tägliche Arbeit integrieren. Folgende Punkte sind uns dabei besonders wichtig:

1. In der Reflexion der vergangenen Monate ist eines deutlich geworden: wir kennen uns häufig zu wenig. Stattdessen haben wir vorgefertigte Meinungen über Mitglieder anderer Kreisverbände, die von Vorurteilen geprägt werden. Der persönliche Kontakt und der gegenseitige Austausch sind zwei Bestandteile unserer Zusammenarbeit, die wir zukünftig deutlich stärker fokussieren werden. Um Vertrauen zu schaffen und Vorurteile abzubauen müssen wir uns gegenseitig besser kennen und verstehen lernen.

2. Offizielle Kanäle wie Facebook haben wir in der Vergangenheit zu häufig als Plattform genutzt um unsere teilweise auch persönlichen Konflikte auszutragen. Nicht selten haben wir dabei vergessen, dass diese Kommentarschlachten und persönlichen Angriffe nicht nur die Empfängerin oder den Empfänger verletzen, sondern auch von der Öffentlichkeit verfolgt werden können. Im Mittelpunkt unseres Handelns muss in Zukunft der inhaltliche Diskurs stehen. Debatten, die wir direkt miteinander oder auf Social Media führen dürfen nicht persönlich werden.

3. Die Jusos Baden-Württemberg brauchen eine Feedbackkultur, die es möglich macht Kritik und Anerkennung zu kommunizieren ohne dabei Angst vor möglichen Konsequenzen haben zu müssen. Wir brauchen eine Kultur, die Feedback als Chance zur Weiterentwicklung versteht und die es möglich macht, dass die Wünsche und Anregungen aller Jusos in Baden-Württemberg Gehör finden.

Landesausschüsse: Foren für echte politische Debatten

Unseren Landesausschüssen kommt als höchstes beschlussfassendes Organ nach der Landesdelegiertenkonferenz eine besondere Bedeutung zu. Sie sind nicht nur ausschlaggebend für unsere Programmatik, die wir auch in die Partei tragen, sondern vor allem Mittelpunkt unserer politisch-inhaltlichen Debatten.

Im Laufe der letzten Monate und Jahre haben wir erkannt, dass es einen großen Unterschied in unserem Verhalten zueinander zwischen beschlussfassend-formalen und legeren Veranstaltungsformaten wie beispielsweise den Politikwerkstätten gibt. Viel zu oft entzünden sich bei unseren Landesausschüssen hitzige Debatten unter unserem Niveau und wir lassen uns dazu hinreißen in Lagern und Strömungen zu denken. Häufig wirken unsere Landesausschüsse unnatürlich, immer demselben Muster folgend und wenig Platz für Neues lassend: Die Sitzordnung scheint zementiert, Zustimmung oder Ablehnung von Anträgen wirkt zu häufig so als würde sie einem bestimmten Prinzip folgen und zu selten lassen wir uns auf wirkliche Debatten ein. Um dieses Muster auch organisatorisch zu durchbrechen schlagen wir dem Landesausschusspräsidium vor eine wechselnde Sitzordnung zu Beginn eines jeden Landesausschusses festzulegen und gemeinsam mit den Delegierten des Landesausschusses Wege zu diskutieren, wie Debatten belebt und Beschlüsse weniger statisch beschlossen werden können.

Unser Ziel: Vorbild sein für den Bundesverband

Mit dem Miteinander-Manifest soll ein neues Kapitel in unserem Jugendverband beginnen. Der neue Umgang, der auch unsere politische Arbeit prägen soll, darf aber nicht an den Grenzen Baden-Württembergs halt machen. In den Gremien, Foren und auf Kongressen des Juso-Bundesverbands wollen wir ausschließlich konstruktiv mitarbeiten und uns stets an den gemeinsamen Veranstaltungen beteiligen, um einander besser kennenzulernen und mögliche Hürden im Umgang miteinander sowie festgefahrene traditionelle Strukturen zu durchbrechen. Denn das Verhältnis der Jusos Baden-Württemberg zum Bundesverband war in der Vergangenheit oft von Distanz geprägt.

Wir wollen uns im Rahmen des Kulturwandels im Ländle auch nach außen hin weiter öffnen und für ein solidarisches Miteinander auf Bundesebene streiten. Dabei ist für uns klar, dass dies selbstverständlich keine Einbahnstraße ist: Organisatorische Reformen unseres Bundesverbandes streben wir an. Dennoch steht für uns das Bekenntnis hin zu einem pluralistischen Bundesverband, in dem niemand aufgrund seiner Meinung oder seiner Verbandszugehörigkeit von anderen ausgeschlossen wird, an erster Stelle. Auch unsere Arbeit hat ihren Wert: Unsere Beschlüsse tragen wir nicht umsonst auf die Bundesebene und versuchen mit viel Mühe, Änderungsanträgen und Debattenbeiträgen, die Beschlusslage der Jusos in Deutschland zu bereichern. Unfaire Zwischenrufe, systematisches Ablehnen und Kleinmachen baden-württembergischer Positionen und eine undifferenzierte persönliche Haltung vieler FunktionärInnen auf Bundesebene müssen ebenso der Vergangenheit angehören. Wir sind uns sicher: Die Herausforderungen dieser Zeit lassen sich nur lösen, wenn wir an einem Strang ziehen und damit aufhören, die größten politischen Gegner in der eigenen Partei zu suchen und zu finden. Lasst uns Solidarität vor allem miteinander leben!

Die nächsten Schritte

1. In enger Absprache mit den Kreisverbänden wird der Landesvorstand zu Beginn des neuen Arbeitsjahres ein niederschwelliges Austausch- und Kennenlernprogramm verschiedenen Kreisverbänden auf den Weg bringen. Ziel dieses Austauschprogramms soll es sein, dass sich die Mitglieder aus unterschiedlichen Regionen und Kreisverbänden außerhalb der üblichen Veranstaltungen des Landesverbandes besser kennenlernen.

2. Unsere Veranstaltungsformate wie die Politikwerkstätten oder der WIR-Kongress werden um Workshopphasen ergänzt, die mit verschiedenen Methoden die Teambildung und den gegenseitigen Austausch in den Mittelpunkt stellen.

3. Der Juso-Landesvorstand wird eine Netiquette erarbeiten und beschließen, die unseren Umgang miteinander in den sozialen Medien regeln soll. Diese Netiquette kann als Beschlussgrundlage für Kreisverbände und Arbeitsgemeinschaften genutzt werden. Denn einen anderen Umgang in den sozialen Netzwerken können wir nur erreichen, wenn sich möglichst viele Jusos im ganzen Land anschließen.

4. Die Feedbackkultur der Jusos Baden-Württemberg wird in enger Abstimmung mit der Ombudsperson bzw. dem Ombudsteam erarbeitet. Im gemeinsamen Austausch mit dem Landesvorstand sollen hier Wege diskutiert werden, wie Feedback auch anonyme gegeben werden kann. Eine Vorbildfunktion in unserer täglichen Arbeit werden in diesem Zusammenhang die Mitglieder des Landesvorstandes einnehmen. Kritische Punkte und Wertschätzung werden sie auf unseren Veranstaltungen direkt kommunizieren und so dazu beitragen, dass sich eine Kultur der Offenheit und des gegenseitigen Respektes einstellt.

5. In der Zusammenarbeit mit den Jusos auf Bundesebene wollen wir den ersten Schritt machen. Im kommenden Arbeitsjahr landen wir daher unseren Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert zu uns nach Baden-Württemberg ein. Im Rahmen einer politischen Veranstaltung wollen wir in kleiner Runde den Umgang auf Bundesebene thematisieren und die entscheidende Frage stellen, wie wir als Jusos, aber auch als Sozialdemokratie wieder näher zueinander finden können.

6. Auf einer weiteren Kreisvorsitzendenkonferenz im kommenden Arbeitsjahr soll darüber beraten und diskutiert werden, wie für und in den einzelnen Kreisverbänden Wege für ein gutes Miteinander implementiert werden können.

Die zukünftige Zusammenarbeit bei den Jusos Baden-Württemberg soll von einer Atmosphäre des guten Willens geprägt sein, von gegenseitigem Respekt und dem Vertrauen darauf, dass alle vor allem ein Ziel verfolgen: eine starke und moderne SPD! Für die vor uns liegenden Veränderungen wollen wir uns die Zeit einräumen, die wir brauchen. Veränderungen des Umgangs und der eigenen Verhaltensweisen geschehen nicht von heute auf morgen. Um den Kulturwandel dennoch zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, werden der Landesvorstand und das Landesausschusspräsidium den Prozess regelmäßig reflektieren und die Kreisvorsitzenden und Landesausschussdelegierten über diese Einschätzung informieren und regelmäßig beteiligen.

Wir wollen mit diesem “Manifest für ein neues Miteinander” keinen Beschluss für die Schublade schaffen. Einen Kulturwandel in unserem Landesverband und damit ein besseres Miteinander kann es nur geben, wenn dieser Weg von einer breiten Mehrheit mitgetragen wird. Jede und jeder muss ihren oder seinen Teil zu einer erfolgreichen Umsetzung beitragen. “Gemeinsam stärker” - diese beiden Worte werden zukünftig im Mittelpunkt unseres Handelns stehen!