Reform des Ethik- und Religionsunterrichts

Aus SPD Baden-Württemberg
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Reform des Ethik- und Religionsunterrichts

Das momentan praktizierte Bildungssystem verankert den Religionsunterricht sowie den nicht religionsgebundenen Ethikunterricht als ordentliches Lehrfach im Bildungsplan. Dies ist in einer Gesellschaft, die auf Religionsfreiheit basiert nicht akzeptabel. Auch der gesellschaftliche Wandel der letzten Jahre öffnet das Bedürfnis nach einer Reform des Bildungssystems hinsichtlich des Ethik – und Religionsunterrichts. Immer häufiger kommt es zu Kritik am aktuellen System, das weder einheitlich noch auf andere Überzeugungen als den christlichen Glauben ausgelegt ist. Daher fordern wir ein säkulares Bildungswesen. Strukturelle Orientierung am Berliner Modell Durch eine zunehmend multikulturelle Gesellschaft und dadurch wachsende Vielfalt an Religionen und Glaubensansichten scheint eine Aufteilung der SchülerInnen für den Religionsunterricht nach Glauben nicht mehr sinnvoll und ein Unterfangen, das die Schulen nicht leisten können. Auch gibt es eine wachsende Zahl an SchülerInnen, die sich keiner Religion mehr zuordnen möchten.

Das Berliner Modell bietet Ethikunterricht ab der siebten Klasse an, parallel dazu können die verschiedenen Religionsgemeinschaften Religionsunterricht als Arbeitsgemeinschaft anbieten, die freiwillig belegt werden können.

Wir fordern • im ersten Schritt einen Ethikunterricht ab Klasse 1 einzuführen • die Einführung der Möglichkeit im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft ab Klasse 5 am Religionsunterricht teilzunehmen. • nach Möglichkeit das Angebot eines weiten Spektrums an Glaubensrichtungen. Keiner Religionsgemeinschaft darf es verwehrt sein, eine Arbeitsgemeinschaft an einer Schule anzubieten. • Ersatzloses Streichen des Art. 7 Abs. 3 im Grundgesetz. Dieser verankert den Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach in unserem Bildungssystem und macht es allen Bundesländern, außer Berlin und Brandenburg, die über die Bremer Klausel ein Sonderrecht genießen, unmöglich, Unterricht nach dem Berliner System anzubieten.

Inhalte und Personal für die Arbeitsgemeinschaften Religion Aktuell bestimmen die Religionsgemeinschaften weitestgehend selbstständig über den Inhalt ihres Unterrichts. Auch das Personal, beispielsweise PfarrerInnen und TheologInnen, wird von den Religionsgemeinschaften selbst ausgebildet.

Wir fordern • das VertreterInnen und Vertreter der Religionsgemeinschaften mit den Kultusministerien eine inhaltliche Vorgabe für den Konsens der AG erarbeiten • Module anderer Religionen, Religionswissenschaftliche und Theologische Aspekte in den Arbeitsgemeinschaften • eine Konsensfindung der jeweiligen Religionsvertreterinnen und -vertreter und des Kultusministeriums, sofern dies möglich ist, bezüglich des Personals, das die Arbeitsgemeinschaften leitet, sofern dies möglich ist.

Inhalte und Personal für den Ethikunterricht Viele Ethiklehrerinnen und -lehrer sind unzureichend ausgebildet. In Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland beispielsweise können Lehrer*innen das Fach Ethik unterrichten, sofern sie daran Interesse haben. Auch ReligionslehrerInnen können das Fach Ethik unterrichten.

Wir fordern, dass nur noch Lehrkräfte mit Lehrbefugnis für Philosophie/Ethik den Ethikunterricht erteilen dürfen. Dafür sollen sofort Fortbildungen zum Ethiklehrer abgeschafft werden und sämtliche neu zu besetzende Stellen zukünftig durch Lehrkräfte mit Lehrbefugnis für Philosophie/Ethik besetzt werden. Zudem sollen die Stellen so umstrukturiert und neu besetzt werden, dass möglichst zeitnah Ethik ausschließlich von Lehrkräften mit Lehrbefugnis für Philosophie/Ethik erteilt wird. Des Weiteren fordern wir eine angemessene Anzahl Planstellen, mindestens jedoch eine pro Schule.