R E A D y f o r f u t u r e Arbeitsprogramm 2001/2002

Aus SPD Baden-Württemberg
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1. Grundlegendes Unsere Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner sind die jungen Menschen in Baden-Württemberg. Unsere Aufgabe ist es, uns mit den Problemen, Ängsten und Vorstellungen junger Menschen auseinanderzusetzen, für sie Ansprechpartner in der Politik auf kommunaler und Landesebene zu sein. Als politisch aktive junge Menschen müssen wir für politisches Engagement werben. Wir müssen Politik in eine für junge Menschen verständliche Sprache übersetzen. Unser Ziel bleibt es weiterhin, inhaltliche Debatten auf hohem Niveau zu führen. Daher schulen wir junge Menschen für inhaltliches und methodisches Arbeiten. Es geht darum, kritisch zu sein und gesellschaftliche Entwicklungen mit klarer visionärer Zielsetzung entscheidend mitzubestimmen. Klar muß aber sein, dass wir diese Veränderungen gemeinsam mit den betroffenen Menschen vornehmen müssen, dass wir um eine Mehrheit für die gesellschaftlichen Veränderungen kämpfen müssen und dass wir Veränderungen nur schrittweise ausgehend von gesellschaftlichen Realitäten vornehmen können. Inhaltlich repräsentiert der Verband mittlerweile eine gewaltige Breite. Gerade aus dieser Vielfalt können wir gewinnen. Daher nehmen wir Abstand von der klassischen Ausgrenzungsstrategie, die nur eine (von wem auch immer bestimmte) inhaltliche Richtung akzeptiert. Dogmatisches Denken blockiert uns in unserer eigenen Kraft und wir verlieren den Blick für die Anforderungen der Jugend an unsere Politik. Wir müssen daher als Jusos das Ziel formulieren, Mehrheiten in der jungen Generation für unsere Politik zu finden. Das bedeutet auch, dass sich unsere Politik nicht nur an ohnehin schon links eingestellte junge Menschen wenden darf. Nicht einfache Antworten sind gefragt, sondern verständliche. Wir als Jusos müssen aus unserem Schatten heraustreten und die jungen Menschen ernst nehmen. Es ist nicht so, dass sich Jugendliche zum Verband bewegen sollen, sondern der Verband muß die Jugendlichen dort abholen, wo sie stehen. Wir Jusos müssen daher unsere vielfältigen politischen Vorstellungen der Gesellschaft so vermitteln, dass diese für jeden Menschen klar verständlich sind. Nur so können wir eine breite Zustimmung in der Öffentlichkeit erreichen. Ein Landesverband ist nur so stark wie seine Arbeitsgemeinschaften und Kreisverbände vor Ort. Deshalb müssen wir die Prioritäten der Arbeit des Landesverbands verschieben. Die Schulung und die Qualifizierung unserer Mitglieder und die Ausrichtung zentraler öffentlicher Veranstaltungen müssen einen größeren Raum einnehmen. Aufgrund der zusammenschmelzenden Mitgliederzahlen sind regionale Kooperationen zu befürworten und zu fördern. So wird es für kooperierende Kreisverbände möglich sein, beim Landesverband ein Seminar zu "buchen", oder Zuschüsse aus einem Projekttopf zu beantragen. Der LaVo legt dem LA einen Kriterienkatalog vor, über den der LA entscheidet. Insgesamt wird der Landesverband mehr und mehr die Rolle eines Dienstleisters für die unteren Ebenen einnehmen. Die inhaltliche Bandbreite, die innerhalb eines Arbeitsjahres von der Landesebene bearbeitet wird, muß reduziert werden. Die klassische Arbeitskreisstruktur wird durch Projektarbeit ersetzt. Wir wollen mehr Freiräume schaffen, um auf aktuelle Ereignisse besser reagieren zu können.

2. Jugendinitiative Schwerpunkt des kommenden Jahres ist das Projekt „Jugendinitiative für Baden-Württemberg“. Das Projekt soll über das nächste Arbeitsjahr hinausreichen. Mit der Jugendinitiative soll bei jungen Menschen das Interesse an Politik und politischer Arbeit geweckt werden. Außerdem soll die Initiative verbunden sein mit einer Werbekampagne der Jusos Baden-Württemberg. Die Jugendinitiative soll aus folgenden Bausteinen bestehen: • Dialogveranstaltungen zu jugend- und bildungspolitischen Fragen (z.B. Juso-Bildungsgipfel) • Netzwerk für junge WissenschaftlerInnen • Vernetzung der Juso-KommunalpolitikerInnen • Netzwerk für junge Frauen: Schülerinnen, Studentinnen, Azubis und junge Berufstätige treffen junge Frauen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft • Materialien im Rahmen der Werbe-Kampagne • Sensibilisierung der SPD-Gliederungen für die Nachwuchsproblematik durch regionale Workshops mit der Partei zur Entwicklung von Ideen und Veranstaltungsformen • Jugendbildungsfahrt in ein ehemaliges Konzentrationslager zeitnah zum 27. Januar

3. Projektgruppen I Der Landesverband beschränkt sich auf wenige Projektgruppen. Aufgrund der gegenwärtig geringeren Zahl an Aktiven auf Landesebene können nur zu wenigen Politikthemen Projektgruppen angeboten werden. Eine Beschränkung auf wenige Themen ist auch die Voraussetzung dafür, dass eine intensive Arbeit möglich ist. Die Projektgruppe wird von einem Mitglied des Landesvorstands geleitet. Teilnehmen sollen vor allem Jusos aus den Kreisverbänden oder auch AGen. Außerdem soll auch interessierten Jugendlichen, die nicht Mitglied bei den Jusos sind, eine Mitarbeit ermöglicht werden. Die Jusos dürfen nicht zu einem geschlossenen Verein werden, sondern müssen in alle Richtungen offen sein und eine Verzahnung mit der Gesellschaft(vor allem mit den Jugendlichen) suchen. Eine Projektgruppe steht und fällt mit der Teilnahme. Darum muss bei der Auswahl der Themen dieser Punkt berücksichtigt werden. Der Ablauf der Projektarbeit soll dem folgenden Muster folgen: • Offenes Forum mit ExpertInnen: Thema wird umrissen • Diskussion der verschiedenen Fragestellungen auf Projektseminar (eintägig oder mehrtägig) • Festhalten der Ergebnisse • Verwertung der Ergebnisse Thematische Ausgestaltung und Ablauf der Projektarbeit soll jeweils von der Projektgruppe selbst bestimmt werden. Entscheidend ist, daß am Ende des Jahres verwertbare Ergebnisse vorliegen. Folgende inhaltliche Projekte wird der Juso-Landesverband im nächsten Jahr in Angriff nehmen: A) Einwanderung B) Reform der Sozialhilfe C) Reform von Lerninhalten und Lernformen an Schulen D) Jugendfreundliche Stadt

4. Projektgruppen II Zukünftige Projektgruppen sollen teilweise mit Hilfe von Kreisverbänden und AGen gestaltet werden . Dazu sollen diese innerhalb eines Arbeitsjahres Themenvorschläge für Projektgruppen beim Landesvorstand einreichen. Aus diesem Thementopf sollen bei der folgenden LDK zwei Themen ausgewählt werden und entsprechende Projektgruppen mit personeller und räumlicher Unterstützung der Kreisverbände eingerichtet werden. Ziel soll es sein, die Basis mehr in die Verbandsarbeit mit einzubeziehen und dementsprechend die Projektgruppen auch in die einzelnen Regionen zu verlagern. Die Leitung einer solchen Projektgruppe muss nicht einem Mitglied des Landesvorstands obliegen, vielmehr soll eine Zusammenarbeit zwischen Landesovorstand und Kreisverbänden erfolgen. Der/die LeiterIn einer solchen Projektgruppe oder auch eines Seminars sollte allerdings eine Schulung in Seminardidaktik und -organisation durchlaufen haben, da dadurch die Effektivität gesteigert werden kann. Allerdings müssen sich Personen vor Ort finden, die die jeweilige Verantwortung übernehmen. 5. Internationale Zusammenarbeit Wir wollen die bestehenden guten Kontakte mit sozialdemokratischen Jugendorganisationen in aller Welt weiter pflegen und ausbauen und auf eine breite Basis im Veband stellen. Wir werden eine Tagung veranstalten, bei der die Vertreter der Jugendorganisationen die Möglichkeit bekommen sollen, mit Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu kommunizieren und Kontakte zu knüpfen. Die Realisierung ist allerdings an die Bereitstellung von Drittmitteln gebunden. Abhängig von der Stabilität in der Region, soll es in Zukunft auch breiter angelegte Besuche geben. Der Landesverband fordert den Bundesverband auf, sich dafür einzusetzen, dass eines der nächsten JUSI-Treffen in der Balkanregion durchgeführt wird, um die Kontakte zu der dortigen sozialistischen Jugend zu verbessern. 6. Brunch zu aktuellen politischen Themen Mehrmals im Jahr veranstaltet der Juso-Landesverband jeweils an einem anderen Ort einen Brunch zu einem aktuellen politischen Thema.

7. Frauenförderung und -qualifizierung Zur speziellen Förderung von Frauen im Verband wird neben dem Frauen-Rhetorik-Seminar ein inhaltliches Grundlagenseminar ausschließlich für Frauen angeboten. Mindestens zweimal im Jahr wird ein landesweiter Frauen-Brunch stattfinden.

8. Hochschulinitiative Der Juso Landesverband wird mit den Juso Hochschulgruppen eine gemeinsame Position zu der in der Hochschulinitiative der SPD vorgesehenen stärkeren Einbeziehung der Hochschulguppen bei politischen Entscheidungen/Prozessen entwicklen. Hierzu wird auf dem nächsten SPD-Landesparteitag ein Antrag eingebracht.

9. Sommerschule Ziel der Sommerschule ist es, an einem auch touristisch interessanten Ort eine Woche lang politische Weiterbildung mit Freizeitelementen zu kombinieren. Stattfinden soll die Sommer¬schule 2001 vom 1. September bis 7. September im EuropCamp der TRANSNET –Gewerk¬schaft in Eze sur Mer (Côte d’Azur). Für die zur Verfügung stehenden 35 Plätze schlägt der Landesvorstand im LA ein gerechtes Verteilverfahren vor

10. Strukturreformen Das Anliegen des KV Böblingen die Strukturen des LV zu reformieren, halten wir für wichtig und richtig. Deshalb muss auf dem zweiten LA nach der LDK eine breite Einstiegsdebatte auf Grundlage des Antrags G1 stattfinden. Im Anschluss muss der Landesverband eine umfassende Struktur- und Satzungsreform diskutieren und diese auf der nächsten LDK behandeln.

11. Projekttopf Der Landesvorstand richtet einen Projekttopf ein, aus dem Projekte von regional kooperieren¬den Kreisverbänden gefördert werden sollen. Bedingung ist dabei ein dem Landesvorstand vorzulegendes Projektkonzept. Desweiteren soll es möglich sein, beim Landesverband Seminare und Seminarzuschüsse zu „buchen“. Auch hier muss ein entsprechendes Seminarkonzept vorliegen.

12. Arbeit in der SPD Im Vordergrund des Wirkens der Jusos in die Partei steht eine weiterhin kritische Begleitung der Arbeit der Landtagsfraktion und der Landespartei. Wir werden insbesondere die Zusammenarbeit mit den jungen Abgeordneten intensivieren. Der Landesverband wird sich weiterhin in die wesentlichen Fragen der Landespolitik einmischen. Darüber hinaus werden wir uns auf die Bundestagswahl 2002 vorbereiten.

13. Debatte um ein neues Grundsatzprogramm der SPD Wir werden die geplante Veranstaltung mit der AsF zur Zukunft der Sozialdemokratie durchführen und die Landes-SPD drängen, möglichst schnell einen Vorschlag für eine basisorientierte Programmdebatte im Land vorzulegen. An dieser Debatte wird sich der Juso-Landesverband intensiv beteiligen. Die bisherigen Ergebnisse werden in den Diskussionsprozeß eingespeist.

14. Juso-Bundesverband Der Landesverband wird sich weiterhin aktiv in die Diskussionsprozesse auf Bundesebene einbringen. Die Beteiligung des Landesverbands an der inhaltlichen Arbeit in den Projektgruppen des Juso-Bundesverbands werden wir ausbauen. Wichtigste Ziele auf Bundesebene sind die Überwindung der Strömungsauseinandersetzungen und eine konsequente Verbandsreform. Darüber hinaus muss sich der Bundesverband zu den wesentlichen politischen Aussagen positionieren. Diese muß eine neu Arbeitsteilung zwischen dem Bundesverband einerseits und den Bezirken andererseits beinhalten. Der Bundesverband muß sich dabei auf seine Kernkompetenzen beschränken. Die Arbeitsformen müssen den neuen Herausforderungen angepaßt werden.

15. Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Bündnispartnern Wir werden auch im kommenden Jahr die Zusammenarbeit und den Dialog mit anderen Verbänden und Organisationen suchen. Insbesondere im Rahmen der Jugendinitiative werden wir den Kontakt mit den baden-württembergischen Jugendverbänden und dem Landesjugendring ausbauen. Die enge Kooperation mit den anderen Arbeitsgemeinschaften der baden-württembergischen SPD werden wir fortsetzen. Ebenso sehen wir die Gewerkschaften und deren Jugendorganisationen als natürliche Bündnispartner und werden mit ihnen einen stetigen Dialog pfelgen.

16. Seminare • Getrenntes Frauen- und Männerrhetorikseminar an einem Wochenende und Ort • Methodenseminar für alle (mit nicht-koedukativen Elementen) • 2 Inhaltliche Grundlagenseminar für alle(Sozialstaat, Internationales und Europa) • Zweitägiges Seminar zu aktuellen Fragen der Kommunalpolitik Um die Kompetenzen von kommunalpoltisch engagierten Jusos und Juso MandatsträgerInnen zu aktuellen Fragen der Kommunalpolitik zu erweitern, soll die Landesgeschäftsstelle eine Maillingliste mit allen SPD-Gemeinderatsmitgliedern unter 35 Jahren erstellen, damit die Möglichkeit zur schnellen und unkomplizierten Informationsbeschaffung besteht. • SchülerInnen-Workshop • 2 Neumitgliederseminare • Sommerschule • Seminar zur Pressearbeit