Prostitution

Aus SPD Baden-Württemberg
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Beschluss des Juso-Landesausschusses vom 29. Juni 2008


Prostitution als Realität anerkennen – Gesellschaftliches Umdenken initiieren – Rahmenbedingungen verbessern

Daher fordern wir:

- Ein Prüfsiegel-System für Bordelle und ähnliche Einrichtungen, das einen bestimmten Standard garantiert und zur Aufklärung für die Öffentlichkeit dient

- Intensive Aufklärung der (potenziellen) Kunden von Prostituierten

- Klare gesetzliche Regelungen insbesondere im Bereich Hygiene

- Das Aufnehmen einer Kondompflicht in die Hygiene-Verordnung von Baden-Württemberg nach dem Vorbild Bayerns, wobei die Beweispflicht im Zweifelsfall nicht bei der/dem Prostituierten liegt

- Eine sorgfältige Überprüfung der Frage, inwieweit bestehende gesetzliche Regelungen aus anderen Berufsfeldern auch auf das Prostitutionsgewerbe Anwendung finden können

- Ein flächendeckendes Pflichtberatungsgespräch alle drei Monate für Frauen im Prostitutionsgewerbe mit entsprechenden Ausstiegsperspektiven und Auf-klärung über Vorteile und Möglichkeiten von Arbeitsverträgen bzw. sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung

Um tatsächlich adäquat eingreifen zu können und das Thema „Prostitution“ darüber hinaus aus der gesellschaftlichen und politischen Tabu-Zone hinaus an die Öffent-lichkeit zu tragen, ist es unabdingbar, Prostitution auch auf kommunalpolitischer Ebene zu thematisieren. Hierzu bekennen wir uns als Jusos – insbesondere im Hinblick auf die anstehenden Kommunalwahlen – ganz ausdrücklich.