Organspende

Aus SPD Baden-Württemberg
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Beschluss der Juso-Landesdelegiertenkonferenz 2005 vom 22. bis zum 24. April 2005 in Karlsruhe


Die Jusos setzten sich für folgendes ein:

1. umfassendere Informationen zum Thema Organspende, auch verstärkt in den Schulen.

2. Jeder deutsche Bundesbürger erhält mit Erlangung der Volljährigkeit ein ausführliches Infor-mationspaket über Organspende und die Spenderkartei. Zusammen mit diesem Informationspaket wird der Bürger über die Aufnahme in die Kartei zu seinem 19. Geburtstag informiert und erhält einen leicht verständlichen Antrag auf Austragung aus der Kartei oder Beschränkung auf nur bestimmte Organe, inklusive Rückumschlag versandt. Damit soll die BRD ein, dem österreichischen Modell ähnliches, System schaffen, in dem jeder Bürger mit dem Erreichen der Volljährigkeit in ein Organspenderegister aufgenommen und gleichzeitig über sein verfassungsgegebenes Widerspruchsrecht in Kenntnis gesetzt wird.

Durch diese Maßnahmen erhofft sich der KV Ortenau eine erhebliche Entspannung der Dramatik in der Transplantationsmedizin.

Eine Vielzahl von Patienten in Deutschland sind auf ein Spenderorgan angewiesen. Aber die momentane Situation in Deutschland sieht so aus, dass Patienten oft jahrelang auf ein geeignetes Spenderorgan warten müssen. Dies führt zu starken Einschränkungen der Lebensqualität. Aber nicht nur die Lebensqualität leidet, sondern ein ausbleibendes Spenderorgan führt letztendlich zum Tode.

Ein Beispiel: Der Alltag eines Nierenpatienten sieht so aus, dass dieser dreimal die Woche bis einmal täglich 4 Stunden zur Dialyse muss. Dies ist eine große Belastung für Körper und Seele, ganz zu schweigen von den strengen Diäten und unzähligen Medikamenten, die täglich eingenommen werden müssen. Hätten mehr Menschen einen Organspenderausweis, würden sich die Wartezeiten verkürzen lassen. Es mag einen wundern, dass so viele Menschen, wenn sie danach gefragt werden, selbstverständlich bereit wären, ihre Organe nach dem Tod zu spenden. Trotzdem haben nur wenige einen Spenderausweis. Dies liegt vor allem daran, dass sehr wenig darüber informiert wird und nur diejenigen einen Spenderausweis beantragen, die sich aktiv darum bemühen.

In unserem Nachbarland Österreich wird jeder Volljährige automatisch in die Spenderdatei aufgenommen. Ist dieser nicht damit einverstanden, so kann er jederzeit seine Eintragung widerrufen. In Österreich haben deshalb nur diejenigen keinen Spenderausweis, die es aktiv ablehnen.