Oberstufenreform

Aus SPD Baden-Württemberg
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Beschluss der Juso-Landesdelegiertenkonferenz 2000 vom 05. bis zum 07. Mai 2000 in Stutensee


Die Reform der gymnasialen Oberstufe mit der Einführung des Kurssystems hat sich bewährt. Durch die Einführung des Kurssystems wurde es den Schüler und Schülerinnen ermöglicht nach ihren Neigungen und Fähigkeiten Schwerpunkte zu setzen.

Allerdings weist das Kurssystem in seiner jetzigen Form einige Schwachpunkte auf. Die Forderung nach besserer Allgemeinbildung, mehr Selbständigkeit der Schüler, Teamfähigkeit und gute Vortragstechnik sind daher durchaus berechtigt. Dennoch würden wir weitere Verbesserungen des Verständnisses der Schüler im Bezug auf Politik und Demokratie begrüßen. Allerdings sind wir der Meinung, dass diese Ziele durch die von Kultusministerin Schavan vorgeschlagene Reform keinesfalls erreicht werden können:

• Durch die Beibehaltung des Klassenverbandes kann die Selbstständigkeit nicht gefördert werden.

• Allgemeinbildung wird nicht unbedingt durch mehr Unterricht in den Hauptfächern wie Deutsch und Mathematik erreicht

• Die Möglichkeit, sich auch in Deutsch und Mathe durch LKs zu spezialisieren, muss erhalten bleiben.

• Die Naturwissenschaften werden unverhältnismäßig gestärkt.

Leicht kann der Eindruck gewonnen werden, daß durch die Reform im wesentlichen Lehrerstellen eingespart werden sollen.

Zudem ist zu bemängeln, dass Schüler und Lehrer viel zu wenig befragt wurden. Bei einer Reform der gymnasialen Oberstufe steht für uns in erster Linie eine Reform der Lerninhalte, sowie der Arbeitsformen im Vordergrund.

Projektarbeit und fächerübergreifender Unterricht müssen daher (z.B. durch die Einführung sogenannter Profilbereiche wie an der Max-Brauer-Schule in Hamburg) zur Selbstverständlichkeit werden. Überflüssiges Faktenwissen muss aus den Lehrplänen gestrichen werden und dafür neue Schwerpunkte z.B. in den Bereichen Informatik/Medienlehre, Recht und Wirtschaft gesetzt werden. Erreicht werden kann dies jedoch nur durch eine grundsätzliche Lehrplanreform, die bereits in der Unter- und Mittelstufe ansetzt.

Wir stellen daher folgende Forderungen:

• Anrechenbarkeit des Seminarkurses auch im GK-Block

• Bessere Möglichkeiten bei der Wahl der LKs (Dabei müssen in Zukunft auch Fächer des Wahlbereichs (wie z.B. Informatik) als Leistungskurse gewählt werden können)

• Einführung des Kurssystems in der Regel bereits in Klasse 11 an allgemeinbildenden Schulen und Gymnasien

• Erhaltung und Erweiterung des Wahlfächerangebots

• Mehr Gemeinschaftskunde

• Computerunterricht für alle

• Keine Erhöhung der Wochenstundenzahl, dafür mehr Referate (=Selbständigkeit)

• Erhaltung bzw. Einrichtung der Möglichkeit zu LK Geschichte, Erdkunde, Musik, Kunst etc. an allen Schulen

• evtl. spezielle Leistungskursangebote, wie z.B. Technik, Deutsch und Kunst

• Erprobung verschiedener Reformmodelle im Schulversuch (Zielsetzung: Lehrplaninhalt, nicht Struktur)

• Verbesserung der Informationslage zwischen Schule und Hochschule

• Vermeidung von doppelt bearbeiteten Themen. Einrichtung von WahlGKs in den Bereichen Wirtschaft und Recht

• Aufhebung von konfessionell getrenntem Religionsunterricht