Menschenleben retten, Reserveantibiotika schützen

Aus SPD Baden-Württemberg
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Das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten hat 2018 eine Studie zur Krankheitslast durch multiresistente Erreger für Europa veröffentlicht. Die Zahlen aus dem Jahr 2015, die für die Studie benutzt wurden, ergaben, dass europaweit ca. 670.000 Menschen, davon rund 54.500 in Deutschland, an multiresistenten Erregern erkrankt waren. In Europa erlagen ca. 33.000 Menschen diesen Erregern, während es in Deutschland um die 2.400 Menschen waren.

Die Bedrohung durch diese Erreger besteht durch eine Weiterentwicklung zu panresistenten Erregern, gegen die keines der bekannten Antibiotika wirkungsvoll ist. Die WHO empfiehlt daher, neben der Suche nach neuen Antibiotika, die Verwendung von Antibiotika zu reduzieren. Zusätzlich wurden einige der bekannten Antibiotika in der Gruppe der Reserveantibiotika zusammengefasst. Diese Antibiotika sollen, wenn möglich nicht benutzt werden, um so eine Resistenzbildung bei Erregern zu verhindern.

Neben der Humanmedizin kommen Antibiotika auch in der Tiermedizin zum Einsatz. Am 13. Mai 2015 wurde vom Bundeskabinett die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie beschlossen. Das Ziel ist es, mit dieser Strategie den Einsatz von Antibiotika vor allem in der Massentierhaltung zu reduzieren. Dieses Projekt zeigt auch schon Erfolge und hat die Menge an eingesetzten Antibiotika in der kommerziellen Tierhaltung reduziert. Es ist jedoch weiterhin gestattet, Reserveantibiotika in der Massentierhaltung zu verwenden. Daher fordern wir ein Verbot von Reserveantibiotika für den Einsatz in der kommerziellen Tierhaltung, um so die Resistenzbildung bei Bakterien gegen diese Antibiotika so gut wie möglich zu verzögern und Leben zu retten.