Medizinische Dolmetscher in Krankenhäusern

Aus SPD Baden-Württemberg
Version vom 7. August 2020, 13:08 Uhr von DirkBaranek (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist für alle Menschen ein Grund- und Menschenrecht. Sprachbarrieren können dieses Recht nicht nur einschränken - sie kö…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist für alle Menschen ein Grund- und Menschenrecht. Sprachbarrieren können dieses Recht nicht nur einschränken - sie können im medizinischen Alltag zu einer massiven und teils lebensbedrohlichen Hürde für die Patient*innen werden. Mangelnde Sprachkenntnisse von Patient*innen sind eine massive Hürde zwischen Ärzt*innen und Patient*innen und können nicht nur den Behandlungsverlauf gefährden. Kann ein*e Patient*in etwa nicht aufgeklärt werden, müsste die Behandlung abgebrochen werden, ansonsten ist selbst eine Routineuntersuchung ein Eingriff ins Persönlichkeitsrecht des Patienten und zudem eine Körperverletzung.


Daher fordern wir Jusos die Ausbildung spezieller sachkundiger Kenntnisse der medizinischen Fachsprache und Sensibilisierung auf die besondere Verantwortung und das damit einhergehende Neutralitätsgebot ihrer Tätigkeit Dolmetscher*innen insbesondere für die Sprachen alle am Standort relevanten Fremdsprachen. Die Dolmetscher*innen sollen an den Sozialdienst angegliedert werden, sofern der Sozialdienst des Krankenhauses dieser Aufgabe nachgeht. Zusätzlich fordern wir die Einführung eines integrierten Kontrollmechanismus, welcher den jeweiligen Bedarf an Sprachen jährlich neu ermittelt. So kann dieser, individuell nach Krankenhäusern, effektiv abgedeckt werden. Wir fordern neben der Bereitstellung von entsprechend ausgebildetem Personal, dass für einzelne Krankenhäuser finanzielle Mittel zum Einsatz von medizinischen Dolmetscher*innen durch den Bund die Länder zur Verfügung gestellt werden oder durch moderne Kommunikationsmittel zur Verfügung gestellt werden.


Wir sprechen uns eindeutig gegen eine Verpflichtug von sprachlichen Zusatzausbildungen für medizinisches Personal in Krankenhäusern aus, da das Arbeitspensum bei allen Berufsgruppen in diesem Bereich bereits mehr als ausgelastet ist.


Angesichts der Zuwanderung ist es von enormer Bedeutung, allen Menschen den selbstverständlichen Zugang zur Gesundheitsversorgung in gleicher Qualität zu bieten - ungeachtet ihrer sprachlichen Fähigkeiten. Bis zur Umsetzung fordern wir Konzepte, mit denen die Verständigung möglich ist, z. Bsp. Aufklärungsmaterialien in verschiedenen Sprachen und digitale Einsatzmittel, mit denen eine fachliche Übersetzung gelingt.