Konkretere Drogenprävention festgeschrieben in den Bildungsplänen

Aus SPD Baden-Württemberg
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Konkretere Drogenprävention festgeschrieben in den Bildungsplänen

Die Jusos Baden-Württemberg fordern, dass in den Bildungsplänen des Biologieunterrichts ab Klasse 5, sowohl an allgemeinbildenden als auch an weiterbildenden Schulen

Die Wirkung, die kurzfristigen Folgen nach dem Konsum, die langfristigen Folgen bei regelmäßigem Konsum, sowie das Suchtpotenzial und die Legalität der jeweiligen Drogen soll genau betrachtet werden. Dabei können wissenschaftliche Erkenntnisse, Erfahrungen von Konsumenten und Abhängigen, Statistiken usw. eine wesentliche Rolle spielen. Auch die Wirkungszeit der verschiedenen Substanzen im Körper soll Thema sein, da diese in Einzelfällen zu Ausbildungsabbrüchen oder zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen können.

Darüber hinaus soll die Gefahr von Überdosierung thematisiert werden. Es sollen zusätzlich auch Maßnahmen gelehrt werden, die im Falle einer unbeabsichtigten Einnahme ergriffen werden müssen. Die Schüler sollen ebenfalls zum Thema Veränderung von Rauschmitteln (z. B. Blei und Quarzsand in Marihuana) und eine daraus mögliche Vergiftung sensibilisiert werden. Die Schülerinnen und Schüler können gesundheitliche Gefahren, die mit dem Drogenkonsum verbunden sind, an Beispielen beschreiben und erläutern

Die Aufklärung soll über folgende Drogen stattfinden:

Tabak/Nikotin Alkohol Cannabis (Marihuana, Haschisch) Amphetamine und Methamphetamine (Speed/Pep, Ecstasy, Crystal Meth) Halluzinogene (LSD, Meskalin, Psilocybin) Opiate (Heroin, Desomorphin) Kokain/Crack Legal Highs (Badesalze, Räuchermischungen, Poppers usw. → mit permanenter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen) Medikamente und ihr Missbrauchspotential (Ritalin, Prozac usw.) E- Zigaretten, E- Shisha etc.

Bei der Aufklärung sollte die Betonung auf jenen Drogen liegen, mit denen die Schüler*innen am häufigsten in Kontakt kommen oder kommen könnten.

Die Aufklärung muss nicht ausschließlich in den normalen Unterrichtseinheiten stattfinden. Es können auch Schulsozialarbeitende und Beratungsstellen beteiligt werden und/oder eine Projektwoche oder ein fächerübergreifender Themenunterricht veranstaltet werden, da die Landesregierung Baden-Württembergs die Schulsozialarbeit vermehrt fördert Präventionsbeauftragte der Schulen

Wir unterstreichen ausdrücklich, dass die Drogenaufklärung neutral erfolgen soll. Das heißt, dass das Gefahrenpotenzial der oben aufgeführten Substanzen weder unverhältnismäßig verharmlost, noch unverhältnismäßig überzeichnet werden darf. Es soll nach aktuell fundierten Kenntnissen und wissenschaftlichen Studien erfolgen.

Angelehnt an das Frankfurter Modell und den „Harm Reduction“-Ansatzes (Schadensminderung) stütz sich dieses auf vier Säulen:

- Beobachtung neuer Trends durch Studie

- Schnelle Umsetzung bedarfs- und zielgruppenspezifischer Angebote

- Früherkennung und Frühintervention durch Vernetzung

- Qualitative Verbesserung Ausstiegsorientierter Hilfen zur Schuldnerberatung, Ausbildung etc.