Jusos BW-gen – Arbeitsprogramm des Juso-Landesverbandes für das Arbeitsjahr 2010/2011

Aus SPD Baden-Württemberg
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1. Jusos BW-gen
Am 27. März 2011 werden in Baden-Württemberg Landtagswahlen stattfinden. Bei diesen Wahlen entscheidet sich, ob und wie sich das Land in den nächsten fünf Jahren entwickelt. Die CDU/FDP-Regierung ist reif für die Abwahl. Wir Jusos wollen den Stillstand aufbrechen. Wir wollen der Einfalt Vielfalt entgegensetzen. Wir wollen Offenheit statt Filz – Chancen statt Selektion.

Es ist unsere Aufgabe, Schwarz-Gelb herauszufordern. Wir nehmen diese Herausforderung an! Wenn wir unsere Generation für unsere Ziele gewinnen wollen, müssen wir Kräfte bündeln und einen klaren Schwerpunkt setzen: Bildung. Zu Beginn werden wir unsere Positionen klar machen und in der SPD für eine echte Alternative im Bildungssystem streiten. Anschließend werden wir einen eigenständigen Jugendwahlkampf führen.

Dennoch werden wir die bestehenden und erfolgreichen Projekte der jüngsten Vergangenheit fortführen. Junge Kommunalpolitik, Kampf gegen Rechtsextremismus, Frauenverbandsarbeit und der beständige Dialog mit den Gewerkschaften haben sich bewährt und bilden weiterhin die Basis unserer Arbeit. Außerdem wird die Sommerschule in diesem Arbeitsjahr zurückkehren.

Wir werden den Verband weiter öffnen und die Vernetzung mit anderen Organisationen vorantreiben. Es ist unser Anspruch, der modernste und attraktivste politische Jugendverband im Land zu sein. An diesem Maßstab muss sich unser öffentliches Erscheinungsbild genauso messen lassen wie die Angebote an unsere Mitglieder.

Wir haben zwölf arbeitsreiche, aber vielversprechende Monate vor uns. Gehen wir´s gemeinsam an!


2. Ein klarer Schwerpunkt: Weil Bildung was kann!
Die SPD hat bei den letzten Bundestagswahlen in Baden-Württemberg in der Wählergruppe der 18- bis 24-Jährigen die größten Verluste hinnehmen müssen. Nur noch 16,5 Prozent der jungen WählerInnen haben der SPD ihre Stimme gegeben.

Es bleibt uns nicht viel Zeit, diese Verluste wieder wett zu machen und junge Menschen für die SPD und für die Jusos zu gewinnen. Dies wird uns nur gelingen, wenn wir Lösungen für Probleme aufzeigen können, die unsere Generation direkt betreffen.

Von der katastrophalen Bildungspolitik der Landesregierung ist unsere gesamte Generation betroffen: junge Eltern, die verzweifelt einen Kita-Platz suchen, SchülerInnen, die in überfüllten Klassen sitzen, Azubis, bei denen der Unterricht ausfällt, StudentInnen, die zur Kasse gebeten werden. Überall spüren junge Menschen, dass etwas falsch läuft im Land und dass Lippenbekenntnissen der Landesregierung selten bis nie spürbare Verbesserungen folgen. Wir Jusos wollen in diesem Arbeitsjahr das Feld der Bildung im Land mit einer gerechten und modernen Politik neu bestellen und am 27. März 2011 mit den Stimmen der jungen Generation die Ernte einfahren.

Bildung ist für uns Jusos auch angesichts der bevorstehenden Landtagswahl kein Thema wie jedes andere: Bildung ist und war seit jeher der Schritt zur Emanzipation. Nicht umsonst war es der Bildungsauftrag, der die zweite Welle der Arbeiterbewegung schließlich zum Erfolg führte. Bildung bedeutet Teilhabe, Bildung öffnet Türen und schafft Möglichkeiten und Bildung stärkt die Demokratie. Bildung ermöglicht es jedem/jeder Einzelnen, einen Beruf zu ergreifen oder Qualifikation vorzuweisen. Bildung ermöglicht, sich kritisch mit Informationen auseinanderzusetzen, sich Recht zu verschaffen, ein höheres Einkommen zu erzielen, Aufstiegschancen zu ergreifen und vor allem: unabhängig zu sein.

Bildung ist ein zentraler Bestandteil des aktivierenden Sozialstaates. Es ist Aufgabe des Staates, jede/n Einzelne/n in ein selbst bestimmtes Leben zu entlassen, in dem er/sie für sich sorgen kann. Bildung beginnt im Kleinkindalter, bei der Kinderbetreuung von unter Dreijährigen, sie findet in Kindergärten statt und natürlich in der Schule, an Hochschulen genauso wie in Betrieben und außerbetrieblichen (Weiter-) Bildungseinrichtungen. Bildung ist der Dauerauftrag, den der Staat Tag für Tag zu erfüllen hat, damit alle die gleichen Chancen auf ein erfülltes, selbst bestimmtes Leben haben.

Gemessen daran zeichnet sich die Bildungslandschaft in Baden-Württemberg dadurch aus, dass sie die sozialen Verhältnisse, aus denen die SchülerInnen kommen, zementiert und verfestigt anstatt diese aufzubrechen und gleiche Chancen für alle zu ermöglichen. Die SPD – und allen voran wir Jusos – müssen für eine klare Alternative zur konservativen Bildungspolitik stehen. Es ist bisher nicht gelungen, unsere Positionen in der Gesellschaft zu verankern und bewusst, konkret und greifbar zu machen. Ebenfalls fehlte bisher eine echte Perspektive auf Veränderung.

Wir wollen nicht nur ein bisschen mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem, wir wollen viel mehr Gerechtigkeit. Wir wollen einen neuen Denkansatz und ein neues Modell. Wir wollen eine echte Alternative! Wir werden dafür sorgen, dass die SPD in ihrem Wahlprogramm diese klare Alternative auch vertritt und nicht weichgespülte Positionen bezieht, nur um niemandem wehzutun.

In einem ersten Schritt werden wir die aktuellen Zustände im Bildungssystem des Landes genau analysieren. Viele Bildungsdiskussionen in der Partei bleiben hinter den tatsächlichen, aktuellen Verhältnissen zurück. Deswegen werden wir den intensiven Austausch mit PraktikerInnen und Betroffenen suchen und werden somit, im Gegensatz zu CDU und FDP, offen sein. So können wir neue Kontakte herstellen, für unsere Konzepte werben und außerdem stets auf dem neuesten Stand bleiben.

Bei allen bildungspolitischen Verfehlungen der CDU/FDP-Landesregierung wird es bei Weitem nicht ausreichen, nur die Fehler der Anderen aufzuzeigen. Deshalb wollen wir ein eigenes, umfassendes Bildungskonzept entwerfen. Zum Auftakt wird es noch vor der Sommerpause einen Bildungsgipfel geben, auf dem wir in verschiedenen Foren die Themenkomplexe „Frühkindliche Bildung“, „Schulbildung“ und „Hochschule“ mit ExpertInnen diskutieren werden. Mit dieser Veranstaltung wollen wir in der Partei, im Verband und in der Öffentlichkeit ein deutliches Zeichen setzen, dass die Jusos die treibende Kraft in der sozialdemokratischen Bildungspolitik sind und dass wir uns inhaltlich fundiert auf die Wahlauseinandersetzung vorbereiten.

Dafür werden wir auf mehreren Tagesseminaren und Veranstaltungen gemeinsam unsere Positionen zur Bildungspolitik mit externen ReferentInnen aus Praxis, Politik und Wissenschaft erarbeiten. Die Ergebnisse der Workshops sollen jeweils in einem Punktepapier festgehalten werden und die Grundlage für unsere Beschlüsse bilden.

Unser Ziel ist es, ganz wesentlich im Bereich Bildung am Regierungsprogramm mitzuschreiben. Bis zum Parteitag am 22. Januar 2011 werden wir schon zu Beginn der Kampagne den Austausch mit den AutorInnen suchen. Auf dem Parteitag selbst werden wir, soweit noch nicht geschehen, für die Aufnahme unserer Positionen in das Regierungsprogramm kämpfen. Wir wollen klare Alternativen und einen Systemwechsel in der baden-württembergischen Bildungspolitik.


Die Kampagne: Bildung kann was!
Mit einem eigenen, modernen und gerechten Bildungskonzept der Jusos Baden-Württemberg können wir selbstbewusst in die Wahlauseinandersetzung gehen. Die Kampagne „Bildung kann was!“ soll deshalb nicht nur auf die Verfehlungen der schwarz-gelben Landesregierung hinweisen, sondern eine positive Botschaft setzen. Wir wollen jungen Menschen auch den Wert guter Bildung deutlich machen, woraus die Forderung nach einem guten Bildungssystem folgt.

Indem wir den Wert guter Bildung für jede Einzelne und jeden Einzelnen deutlich machen, wollen wir auch ErstwählerInnen und bisherige NichtwählerInnen zum Wählen motivieren. Wir wollen unserer Generation klarmachen: Gute Bildung liegt auch in der Verantwortung der WählerInnen.

Nach dem Auftakt mit dem Bildungsgipfel werden wir im Sommer unseren Vorsprung nutzen und auf Marktplätzen und in Fußgängerzonen mit kreativen Aktionen präsent sein. In der heißen Phase des Landtagswahlkampfes, also im Februar und März, wollen wir mit einem Bildungsmobil direkt vor den Schulen und Hochschulen sein und für unsere Positionen Überzeugungsarbeit leisten. Außerdem wollen wir Podiumsdiskussionen direkt an Schulen und Jugendzentren mit dem Ring Politischer Jugend oder mit der SMV organisieren und dort die Jusos vertreten.

An den Hochschulen werden wir gemeinsam mit den HSGn einen intensiven Wahlkampf führen.

Die gesamte Kampagne werden wir im Online-Bereich mit einer eigenen Website begleiten, auf der die Termine, Veranstaltungen und Inhalte präsentiert werden. Für die Kampagne werden wir einen extra Film drehen und auf der Website www.bildungkannwas.de (www.bildung-kann-was.de) einstellen.

Für die Kampagne werden wir eigene Materialien erstellen. Neben einem Flyer mit unseren Positionen werden wir auch verschiedene Give-Aways vorhalten.

Bei der beruflichen Bildung wollen wir eng mit den Gewerkschaften und Berufsschulen zusammen arbeiten.

Die Bildungsstreik-Bewegung werden wir aktiv unterstützen, zu den Aktivitäten aufrufen und vor Ort bei Demos, Plenen und Streiks mitmachen. Es ist unser Ziel, an der Spitze der Bildungsstreikbewegung zu sein.

Ins bereits bestehende Bündnis „In einer Schule gemeinsam länger lernen“ werden wir uns weiterhin einbringen, an Veranstaltungen teilnehmen und die Aktiven in ihrem Anliegen unterstützen.


3. Jugendwahlkampf
Wir wollen die alleinige Zuständigkeit für den Jugendwahlkampf 2011. Dies umfasst sowohl eine inhaltliche als auch finanzielle sowie personelle Autonomie. Wir werden frühzeitig der politischen und organisatorischen Wahlkampfführung unsere Konzeption präsentieren. In dieser legen wir einen Zeitplan bis zur Landtagswahl mit unseren inhaltlichen Planungen und Vorschlägen für konkrete Aktivitäten vor. Die Konzeption enthält zudem einen detaillierten Finanzplan. Wir gehen davon aus, dass uns die Landes-SPD die für unseren Wahlkampf benötigten Finanzmittel in entsprechender Höhe zur Verfügung stellt und wir auf Grundlage unserer Konzeption selbstständig darüber verfügen können.

Die vielfältigen geplanten Aktivitäten im Landtagswahlkampf sind keinesfalls mit der derzeitigen personellen Ausstattung des Landesbüros zu erfüllen. Wir erwarten, dass uns die Mutterpartei zusätzliche personelle Ressourcen für die Wahlkampfzeit zur Verfügung stellt.

Die Jusos waren bereits bei den vergangenen Wahlen die Stützen im Wahlkampf. Mit unseren Stärken, wie inhaltlicher Kompetenz, guter Organisationskraft, schneller Mobilisierungsfähigkeit und allgemeiner Kampagnenfähigkeit werden wir uns auch engagiert in den von der SPD geplanten Landtagswahlkampf einbringen und ggf. auch auf Fehlentwicklungen hinweisen.


4. Frauenförderung
Unsere innerverbandliche Frauenförderung soll weiterhin dem bewährten Prinzip von eigenständigen Frauenveranstaltungen folgen. Dabei bietet sich die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen, andere aktive Frauen kennenzulernen und sich im vertrauten Rahmen in Inhalte zu vertiefen.

Die Einbeziehung von externen Veranstaltungspartnern hat sich als erfolgreich herausgestellt und soll weiter praktiziert werden. Das kommende Arbeitsjahr soll sich einem Mix aus inhaltlicher Qualifizierung in den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und Sozialstaat sowie methodischer Schulung widmen.


5. Gewerkschaften
Unsere Sozialdemokratie ist aus der Arbeiterbewegung entstanden und seit jeher eng mit den Gewerkschaften verbunden. Diese gemeinsamen historischen Wurzeln wurden leider häufig vernachlässigt. Im letzten Arbeitsjahr hat man dieser Arbeit eine höhere Priorität eingeräumt. Diesen Standard gilt es im Arbeitsjahr 2010/2011 zu halten und strukturell zu verbessern.

Unser Ziel ist es, den Kreisverbänden praktikable Methoden und Musterveranstaltungen an die Hand zu geben, damit die Zusammenarbeit mit den KollegInnen auch vor Ort gepflegt wird. Das Seminar „SPD und Gewerkschaften“ soll eine Neuauflage erhalten. In diesem Seminar sollen GewerkschafterInnen und Jusos gemeinsame Ziele definieren, sich kennen lernen und gemeinsam agieren. 

Eine weitere wichtige Säule ist die Verbindung zur AfA (Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen). Hier ist es uns wichtig, den Kontakt zu intensivieren und eventuell im kommenden Arbeitsjahr wieder einen gemeinsamen Antrag für den Landesparteitag zu erarbeiten.

Ebenfalls von hoher Bedeutung ist unsere Anwesenheit bei gewerkschaftlichen Aktivitäten und ein reger Austausch mit den für Jugend zuständigen GewerkschaftssekretärInnen auf bezirklicher Ebene. Am Politcamp der DGB-Jugend werden wir teilnehmen.


6. Kommunalpolitik
Durch den Erfolg der Kommunalwahlkampagne 2009 hat die juniorSGK im Zusammenspiel mit dem Juso-Landesverband Maßstäbe gesetzt. An diesen Erfolg gilt es im kommenden Jahr anzuknüpfen. Aus diesem Grund soll die juniorSGK durch einen vierköpfigen Leitungskreis ein größeres Maß an Anbindung an die aktiven KommunalpolitikerInnen im Juso-Alter gewährleisten.

Die Arbeit der juniorSGK soll im kommenden Jahr drei Kernaufgaben erfüllen: Wir wollen eine verstärkte Vernetzung der KommunalpolitikerInnen im Juso-Alter. Dies soll durch regelmäßige Veranstaltungen zu inhaltlichen Themen und durch Erfahrungsaustausche erreicht werden. Die Internetplattform „Deine Stadt der Zukunft“ wird in einen eigenen Auftritt der juniorSGK umgewandelt. Auf der neu gestalteten Homepage sollen aktuelle Informationen, MandatsträgerInnen und AnsprechpartnerInnen präsentiert werden. An den Hochschulen für Verwaltung in Kehl und Ludwigsburg wollen wir mit Veranstaltungen und AnsprechpartnerInnen präsent sein. Die Gewinnung von KandidatInnen für Bürgermeister- und Oberbürgermeisterwahlen ist langfristiges Ziel der juniorSGK.

Den DEMO-Kommunalkongress am 16. und 17. Juni 2010 in Mannheim werden wir aktiv mit ReferentInnen unterstützen und beim KommunalCamp präsent sein.


7. Kampf gegen Rechtsextremismus
Als antifaschistischer Jugendverband wollen wir auch im kommenden Arbeitsjahr alles daran setzen, rechtsextremistisches Gedankengut und rechtsextreme Strukturen in Baden-Württemberg zu bekämpfen.

Wir werden unseren Antifa-Newsletter weiterführen und die Juso-Gliederungen vor Ort bei ihren Aktivitäten im Kampf gegen Rechts unterstützen. Die Mitglieder des Landesvorstandes stehen als ReferentInnen bei Info-Veranstaltungen über die rechte Szene gerne zur Verfügung oder helfen bei der Suche nach ReferentInnen. Bei der Organisation öffentlicher Veranstaltungen gibt der Landesvorstand gerne rechtliche und organisatorische Hinweise.

Besonders wichtig ist uns, dass die Jusos weiterhin auf Anti-Nazi-Demonstrationen aktiv Flagge zeigen.


8. Verband öffnen
Unter dieser Prämisse hat der Juso-Landesvorstand im vergangenen Arbeitsjahr wichtige Grundlagen geschaffen und Weichenstellungen für eine langfristige intensive Vernetzungsarbeit vorgenommen.

Das erfolgreiche Konzept des Ehrenamtsempfangs mit einem/einer prominenten Referent/in und einem ansprechenden Rahmenprogramm, das zum Austausch über ihre Erfahrungen rund um die ehrenamtliche Tätigkeit einlädt, wollen wir beibehalten.

Die Gespräche mit (vor-) politischen Jugendorganisationen wollen wir vertiefen und den Kreis derer, mit denen wir uns austauschen, noch erweitern. Gemeinsame Aktionen zu einzelnen politischen Themen werden auch im kommenden Arbeitsjahr von zentraler Bedeutung sein. Hinzu kommt, dass wir auch im Zusammenhang mit unserem Themenschwerpunkt Bildung ExpertInnen jeglicher Art in unsere Positionsfindung einbinden, vorhandenes Fach- und Praxiswissen abfragen und diskutieren wollen.

Wer junge Menschen für Politik, Parteiarbeit und die Jusos begeistern will, der muss zeigen, was aus dem Stapel Papier wird, den man so hart erarbeitet hat! In diesem Sinne wird die Vernetzungsarbeit auch im kommenden Arbeitsjahr ein wesentlicher Bestandteil der Verbandsarbeit sein. 


9. Sommerschule
Nachdem die Sommerschule im vergangenen Jahr aufgrund des Bundestagswahlkampfes ausfallen musste, führt der Landesverband in diesem Jahr wieder eine Sommerschule als zentraler Baustein seiner politischen Bildungsarbeit durch. Diese wird vom 28. August 2010 bis zum 04. September 2010 in bewährter Weise in der Bildungsstätte der Eisenbahn-Gewerkschaft TRANSNET im südfranzösischen Eze sur mer (zwischen Nizza und Monaco an der Côte d`Azur gelegen) stattfinden.

Die Sommerschule wird sich in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit der Entwicklung von Themen und Kampagnen für den Landtagswahlkampf beschäftigen. Dabei werden wir Vergleiche zu anderen europäischen Ländern ziehen. Wir werden zudem versuchen, vor Ort mit französischen Jusos ins Gespräch zu kommen und so unsere Kontakte dorthin zu intensivieren.


10. Neumitgliederseminare
Die Neumitgliederseminare wurden im vergangenen Arbeitsjahr sehr gut angenommen. Aus diesem Grund sollen auch in diesem Arbeitsjahr wieder zwei Seminare an unterschiedlichen Standorten stattfinden. Wir wollen hier, wie schon in der Vergangenheit, sowohl Grundlagen vermitteln als auch einen Einblick in das Leben und Wirken von PolitikerInnen bieten.


11. Regionalbetreuung
In den vergangenen Jahren hat sich die Betreuung der Kreisverbände durch Mitglieder des Landesvorstandes als wichtiges und erfolgreiches Standbein sowohl für die Arbeit des Landesverbandes als auch für den Austausch des Landesvorstandes mit den Kreisverbänden erwiesen. Daher werden die acht stellvertretenden Landesvorsitzenden auch im Arbeitsjahr 2010/2011 für die Kreisverbände in den Regionen als „RegionalbetreuerInnen“ zuständig sein.

Ziel der Regionalbetreuung ist die Sicherstellung der Kommunikation und eines guten Informationsaustausches zwischen den Kreisverbänden und dem Landesvorstand. Zu diesem Zweck werden von Seiten der stellvertretenden Landesvorsitzenden in den Regionen Treffen, Seminare und Veranstaltungen initiiert, organisiert und durchgeführt sowie, wo noch nicht vorhanden, E-Mail-Verteiler eingerichtet und genutzt werden. Darüber hinaus bieten sich die Mitglieder des Landesvorstands, auch regionenübergreifend, als ReferentInnen zu politischen Themen an.

Des Weiteren soll durch die Mithilfe der RegionalbetreuerInnen die schon bestehende Zusammenarbeit von Kreisverbänden in den Regionen unterstützt und neue Kooperationen gefördert werden.


12. Internationale Kontakte
Der Juso-Landesverband wie auch mehrere Juso-Gliederungen verfügen über verschiedenste Kontakte zu ausländischen Partnerorganisationen. Diese Kontakte gilt es im kommenden Jahr weiter auszubauen. Der Landesverband wird entsprechende Bemühungen der Kreisverbände weiterhin aktiv fördern.

Zudem wird der Landesverband zu einem großen internationalen Treffen in Südbaden bzw. der Bodenseeregion einladen. An diesem sollen neben Jusos aus Baden-Württemberg französische, schweizer und österreichische Jusos eingeladen werden, um so die Kontakte zu diesen zu vertiefen und sich über inhaltliche Themen auszutauschen.

Falls Juso-Kreisverbände Förderanträge beim Juso-Bundesverband für Austauschmaßnahmen mit Partnerorganisationen im Ausland für das Jahr 2011 einreichen, wird der Landesverband diese über das Landesbüro tatkräftig unterstützen.


13. Arbeit in der SPD
Wir Jusos sehen uns als Motor und treibende Kraft der SPD – sei es bei inhaltlichen Fragen und Auseinandersetzungen oder der Kampagnenführung des Verbandes. Als Sprachrohr der jungen Generation werden wir innerhalb der Partei entschlossen für unsere Interessen eintreten – und gleichzeitig dafür kämpfen, dass unsere Mutterpartei nicht den Anschluss an die Lebensrealität der Jugendlichen in unserem Land verliert.

Mit unserem Antrag „Gesellschaft 2.0“ werden wir Mitte Juni 2010 bei einer LDK der SPD zur Netzpolitik für moderne und zeitgemäße Positionen unserer Partei eintreten. Als inhaltlicher Ideengeber werden wir auch in den verschiedenen Gremien für pragmatische und fortschrittliche Politik kämpfen. Gemäß unserem Selbstverständnis werden wir dabei die Arbeit der SPD, ihre Inhalte und Personen, weiter kritisch-konstruktiv begleiten und auf Fehlentwicklungen und Missstände aufmerksam machen, wenn wir es für notwendig halten.

Im Rahmen der Vorbereitungen zur Landtagswahl am 27. März 2011 werden wir Jusos für ein modernes und richtungsweisendes Wahlprogramm kämpfen. Gerade im Bereich der Bildung wollen wir Akzente setzen und die SPD als einzige wirkliche Alternative im Land positionieren. Was die Konzeption des Jugendwahlkampfes angeht, wollen wir mit der Verantwortlichkeit des Jugendwahlkampfes in Juso-Hand neue Wege gehen.

Im Bereich der Mitgliedergewinnung werden wir Jusos auch im kommenden Arbeitsjahr mit unseren Ideen und durch unser Engagement für eine Verjüngung der Mitgliederstruktur sorgen, in dem wir weiter engagiert junge Mitglieder werben.


14. Arbeit im Juso-Bundesverband
Unsere inhaltlich konstruktive, aber durchaus auch kontroverse Mitarbeit in allen Gremien des Bundesverbandes wollen wir fortsetzen. Dies umso mehr, da der diesjährige Bundeskongress nicht im Zeichen von Personalentscheidungen stehen wird und so zu hoffen bleibt, dass den Debatten und der Beschlussfassung von Anträgen aus den Landesverbänden mehr Zeit eingeräumt wird als es in den vergangenen Jahren der Fall war. Hierfür werden wir uns explizit einsetzen.


15. Presse
Für die Jugendorganisation einer Oppositionspartei ist es per se schwierig, Beachtung in der Presse zu finden. Dies kann z.B. durch öffentlichkeitswirksame Aktionen als auch durch eine flächendeckende, kontinuierliche Pressearbeit gelingen. Beides wollen wir auch zukünftig betreiben. Vor allem für zweites haben sich die Muster-Pressemitteilungen für die Gliederungen bewährt, die von vielen Kreisverbänden dankbar eingesetzt werden. Daher halten wir an diesem Instrument fest.

Aufgabe der Pressearbeit wird es auch weiter sein, vor allem die Politik der Landesregierung kritisch zu begleiten. Die Kontakte zu den JournalistInnen der Landespresse wollen wir ausbauen und weiter nutzen.

Wie in der Vergangenheit treten wir auch zukünftig an andere Jugendparteien und Jugendorganisationen heran bzw. entsprechen Anfragen von diesen, um zum Zwecke einer besseren Öffentlichkeitswirkung pressewirksame Aktionen zusammen zu veranstalten bzw. gemeinsame Pressemitteilungen herauszugeben.

Bei der Pressearbeit lassen wir neben den großen Landesmedien im TV-, Radio- und Printbereich auch die kleineren regionalen TV-Sender, die regionale Radioprogramme und die lokalen Zeitungen nicht außer Acht. Insbesondere im Wahlkampf versuchen wir durch eine Vielzahl dezentraler Aktivitäten, wie z.B. gleichzeitig in mehreren Städten stattfindenden Flashmobs, am gleichen Tag in mehreren Regionalzeitungen mit unseren Aktionen zu erscheinen.


16. Internet
Insbesondere im Wahlkampf kommt den Internet-Aktivitäten des Landesverbandes eine hohe Bedeutung zu, da darüber schnell Informationen des Landesverbandes weitergegeben werden können und rasch mit den Jusos vor Ort interagiert werden kann. Das Internet ist zudem für Interessierte meist die erste Anlaufstelle, sich über uns zu informieren.

Ziel muss es daher auch weiter sein, eine stets aktuelle und innovative Landes-Homepage www.jusos-bw.de zu betreiben. Jusos und Interessierte haben auch weiterhin die Möglichkeit, jeden eingestellten Artikel zu kommentieren. Das Mittel der Online-Anmeldung für Veranstaltungen des Landesverbandes über die Homepage hat sich bewährt und wird weiter eingesetzt.

Gemeinsam mit den Kreisverbänden wollen wir erreichen, dass jeder Kreisverband über eine eigene Internet-Präsenz verfügt. Wir erneuern daher unser Angebot an die Juso-Kreisverbände, die bisher keine Homepage haben bzw. wechseln möchten, über das WebSozi-CMS der Jusos eine kostengünstige Internet-Präsenz zu erhalten.

Der Landesverband baut ein Beschluss-Wiki auf. Dieses enthält sämtliche LDK-Beschlüsse und eine Mehrzahl der LA-Beschlüsse der Jusos Baden-Württemberg der letzten 10 Jahre. Jusos und Interessierte können darüber mit Hilfe der Suchfunktion unkompliziert und zeitsparend Beschlusslagen suchen und finden. Die Suche kann dabei sowohl zeitlich nach LDKen und LAs sortiert erfolgen als auch über eine Stichwortsuche.

Die bei Facebook und bei studivZ eingerichteten Profile und Gruppen des Landesverbandes bleiben bestehen. Auf ihnen werden weiterhin aktuelle Informationen und Termine eingestellt und für Veranstaltungen des Landesverbandes geworben. Verbindliche Anmeldungen für Verbands-Veranstaltungen werden über die Facebook-Gruppe möglich sein. Im Landtagswahlkampf werden wir bei gegebenem Anlass thematische Facebook-Gruppen einrichten. 

Der flickr-Acount der Jusos Baden-Württemberg wird ebenfalls fortgeführt und regelmäßig mit aktuellen Photos vergangener Veranstaltungen bestückt. Ähnlich verhält es sich mit dem twitter-Account, der bei eigenen Veranstaltungen, aber im Wahlkampf auch bei Aktivitäten der politischen Gegner, eingesetzt werden soll, um von vor Ort Meinungen kundzutun.


17. Juso-Hochschulgruppen (Juso-HSGn)
Die Jusos Baden-Württemberg werden die HSGn bei ihrer Kampagne "SPD im Hochschuldialog" und ihrem hochschulpolitischen Wahlkampf gezielt organisatorisch und finanziell unterstützen.

In der innenpolitischen Willensbildung suchen wir den Zusammenschluss mit den HSGn zur gegenseitigen Stärkung und Durchsetzung jungsozialistischer Positionen. Der Juso-Landesvorstand wird in Zusammenarbeit mit der Landeskoordination nach Möglichkeiten suchen, die HSGn bei Veranstaltungen stärker einzubinden und gemeinsame Projekte forcieren.