Jugend ist Zukunft – Jugendverbandsarbeit stärken

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Landesparteitag 9. und 10. Oktober 2015 in Mannheim

Jugend ist Zukunft – Jugendverbandsarbeit stärken

Neben dem Elternhaus und den Schulen übernehmen zahlreiche Vereine und Verbände in Baden-Württemberg Verantwortung bei der Bildung und Erziehung von Kindern und Jugendlichen. Viele tausend junge Menschen nutzen die Angebote der (Jugend-) Verbände zur Freizeitgestaltung sowie kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Bildung. Sie können sich an einer großen Vielfalt von Angeboten aktiv beteiligen und so sich und ihre Umwelt weiterentwickeln - bei Angeboten der Kinder- und Jugenderholung wie z.B. Ferienfreizeiten oder Zeltlagern oder bei Angeboten der außerschulischen Jugendbildung wie z.B. Gedenkstättenfahrten und internationalen Begegnungen, in Seminaren zu gesellschaftlichen Themen und in Weiterbildungen für ihr ehrenamtliches Engagement als JugendgruppenleiterInnen.

Die außerschulische Jugendbildung in den Verbänden und das ihnen zu Grunde liegende Prinzip jugendlicher Selbstorganisation und Selbstverwaltung zielt auf die fundamentale demokratische Bewusstseinsbildung, die durch schulische Bildung allein nicht erreicht werden kann. Demokratische Teilhabe wird hier gelebt und aus ihr gehen künftige VerantwortungsträgerInnen der Zivilgesellschaft hervor.

Die Angebote der Jugendverbandsarbeit entlasten aber auch nachweislich die Familien und insbesondere alleinerziehende Elternteile und ermöglichen dadurch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, vor allem in den Schulferien. Die Angebote der Jugendverbandsarbeit sind ein wesentlicher Bestandteil der Ganztagsgarantie der SPD in Baden-Württemberg. Jugendverbände benötigen für diese gesellschaftliche Aufgabe kostengünstige Jugendräume, Gruppenunterkünfte und Jugendzeltplätze, sowie geeignetes Freizeitmaterial, deren angemessene Förderung im Landesjugendplan deshalb festgehalten ist.

Eine gelingende Jugendverbandsarbeit baut aber vor allem auf den Einsatz pädagogisch qualifizierter ehrenamtlicher MitarbeiterInnen, deren bürgerschaftliches Engagement es durch flankierende Maßnahmen des Landes in den kommenden Jahren zu unterstützen gilt. Mit dem von der Regierung erreichten Bildungszeitgesetz wurde hier ein erster wichtiger Baustein zur Unterstützung der notwendigen Weiterbildung erreicht. Eine ausreichende Förderung der Jugendverbände ist aber unverzichtbar um ehrenamtliches Engagement junger Menschen zu ermöglichen und organisieren zu können.

Die SPD in Baden-Württemberg begrüßt das Engagement in Vereinen und Verbänden und will bestmögliche Bedingungen für deren wichtige Arbeit gewährleisten, um auch in Zukunft eine vielfältige und qualitativ hochwertige Jugendverbandsarbeit zu ermöglichen. Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, wie die Umsetzung der Ganztagsschule, die verstärke Zuwanderung und eine Veränderung des sozialen Milieus schaffen neue Herausforderungen. Zur Bewältigung der anstehenden Aufgaben ist deshalb vor allem eine substanzielle und strukturelle finanzielle Förderung der Angebote und Verbände notwendig, die an die Lohn- und Preisentwicklung angepasst sein muss. Bei schon seit Jahrzehnten nicht mehr erhöhten Fördersätzen im Landesjugendplan besteht hier ein großer Nachholbedarf.

Jugenderholungsmaßnahmen wie Stadtranderholungen, Ferienfreizeiten und Zeltlager sind kein Selbstzweck der Jugendverbände. Ihre Bedeutung für die Entwicklung junger Menschen und ihr gesellschaftliche Wichtigkeit ist unbestritten. Die Anforderungen von Eltern und Politik an die Qualität der Angebote sind in rechtlicher und pädagogischer Hinsicht gestiegen. Für eine verantwortliche Arbeit bei Betreuungsangeboten die von jungen Ehrenamtliche gestaltet werden ist der Einsatz und die Förderung von einem/einer TeamerIn auf 5 teilnehmende Kinder und Jugendliche notwendig. Bisher fördert das Land Baden-Württemberg nur den Einsatz einer Betreuungsperson für 11 Kinder.

Wegen der gestiegenen Anforderungen ist die Qualifizierung junger Ehrenamtlicher für ihre verantwortungsvolle Aufgabe als JugendgruppenleiterInnen zunehmend wichtiger. Wegen der zu geringen Förderung müssen Ehrenamtliche bisher dafür bezahlen, um sich in ihrer Freizeit für die Erbringung von Betreuungsleistungen bei JugendgruppenleiterInnen-Schulungen zu qualifizieren. Eine angemessene Förderung muss zumindest die Kosten für Unterkunft und Verpflegung in einer Jugendherberge, sowie die Versicherung der Teilnehmer decken.

Eine besondere Förderung für die Arbeit mit jungen Menschen aus einkommensschwachen Haushalten, für die häufig schon geringste Teilnahmebeiträge eine große Hürde darstellen, muss für Maßnahmen der Jugenderholung und der außerschulischen Jugendbildung ebenfalls in ausreichendem Maße sichergestellt werden.