Initiativantrag Erhalt „Hotel Silber“

Aus SPD Baden-Württemberg
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Beschlossen auf dem Landesparteitag am 22. Januar 2011

Antrag: Initiativantrag 2


Antragsteller: Jusos Baden-Württemberg, Juso-Kreisverband Stuttgart


Titel: Erhalt „Hotel Silber“
Beschluss: Annahme

Die SPD Baden-Württemberg fordert den Erhalt des Hotels Silber und die Einrichtung eines NS-Dokumentationszentrums.

Begründung: 
Im Zuge der Neuordnung des Quartiers um den Stuttgarter Karlsplatz planen das Land Baden-Württemberg und die Firma E. Breuninger GmbH & Co. Neubauten mit Ministerialbüros, Verkaufsflächen und einem Hotel. Hierzu soll das Gebäude der ehemaligen Stuttgarter Gestapo-Zentrale in der Dorotheenstraße 10, das „Hotel Silber“, abgerissen werden.

Tatort der Geschichte
Aus der ehemaligen Gestapo-Zentrale wurde die Überwachung und Bespitzelung der Bevölkerung organisiert. Von hier aus wurden die Verfolgungsmaßnahmen gegen Jüdinnen und Juden, gegen so genannte Asoziale, gegen Homosexuelle, gegen Regimegegner koordiniert. Hier wurde Kurt Schuhmacher verhört und gefoltert. Von hier aus wurden die Verfolgungsmaßnahmen gegen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Württemberg koordiniert. Von hier aus wurden die Gestapo-Gefängnisse und „Arbeitserziehungslager“ (Konzentrationslager) im Land eingerichtet. Von hier aus wurden die Zwangsarbeiter überwacht und in etlichen Fällen über ihre Ermordung am Galgen entschieden. Von hier aus wurden die Züge der württembergischen Juden in die Vernichtungslager organisiert.

Das Gebäude in der Dorotheenstraße 10 war das Zentrum der Schreibtischtäter in Württemberg. Es ist ein Tatort der Geschichte.

Lernen und Gedenken an authentischem Ort
Um das Geschichtsbewusstsein künftiger Generationen zu bewahren, darf das Hotel Silber als präsenter Zeitzeuge nicht abgerissen werden. Stattdessen muss, wie von den in der Initiative „Lern- und Gedenkort Hotel Silber“ zusammengeschlossenen bürgerschaftlichen Vereinigungen gefordert, ein NS-Dokumentationszentrum als Lernort und Bildungsstätte eingerichtet werden. Solch eine Gedenkstätte kann nur an historisch authentischem Ort wirkungsvoll sein.

Aus der Geschichte der Sozialdemokratie heraus begreifen wir einen solchen Gedenkort als Mahnung für folgende Generationen, aus der Geschichte zu lernen und alle Formen des Extremismus und der Fremdenfeindlichkeit zu bekämpfen.