Geschlechtergerechtes Internet – für inklusive virtuelle Räume ohne Gewalt

Aus SPD Baden-Württemberg
Version vom 7. Dezember 2016, 16:49 Uhr von DirkBaranek (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „==Geschlechtergerechtes Internet – für inklusive virtuelle Räume ohne Gewalt== Die Jusos Baden-Württemberg bekennen sich zu einer geschlechtergerechten und…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Geschlechtergerechtes Internet – für inklusive virtuelle Räume ohne Gewalt

Die Jusos Baden-Württemberg bekennen sich zu einer geschlechtergerechten und sexismusfreien Gesellschaft auch im Netz. Sie setzen sich dafür ein, die Repräsentanz von Blogerinnnen, Online-Journalistinnen und allen anderen Nutzerinnen im Netz zu stärken und die Sichtbarkeit von Frauen in digitalen Räumen zu verbessern: Ein selbstbewusstes Auftreten von Frauen in der Internet-Öffentlichkeit muss selbstverständlich Teil des digitalen Wandels werden. Die Chancen, die sich etwa aus Cyberfeminismus und anderen Formen nicht-institutionalisierter Partizipation ergeben, müssen genutzt werden, um Frauen als Gestalterinnen der digitalen Welt zu begreifen: dies gilt auch und gerade für den Aspekt der politischen Teilhabe.

Spezifische Verhaltensweisen von Individuen oder Gruppen in Online-Communities, die bewusst die Exklusion von Frauen aus virtuellen Räumen zum Ziel haben, stehen in unmittelbarem Widerspruch zu diesen Zielen: Phänomene wie Hate Speech, Diskriminierung, Beleidigung oder Cybersexismus, die der gleichberechtigten Teilhabe der Geschlechter im Internet entgegenstehen, sollten daher mit politischen und juristischen Mitteln bekämpft werden.

Um dem Ziel eines geschlechtergerechten Internets näher zu kommen, bedarf es der Umsetzung folgender konkreter Forderungen:

• Frauen und Mädchen sollten in der Schule, durch Angebote der außerschulischen Bildung und andere Projekte befähigt und ermutigt werden, sich selbstverständlich in der Online-Öffentlichkeit zu bewegen und am digitalen Leben politisch teilzuhaben. Entsprechende Initiativen sollten Zugang zu staatlichen Finanzierung erhalten. Gleichzeitig sollen auch Jungen und Männer durch Angebote der außerschulischen Bildung etc. zu einem fairen und gewaltfreien Umgang im Netz erzogen werden.

• Eine weitere Sensibilisierung von AkteurInnen aus Politik, Justiz und Medienlandschaft für das Netz als Handlungsfeld für eine geschlechtergerechte Gesellschaft ist notwendig. Das Land Baden-Württemberg soll daher zunächst, ggf. in Kooperation mit Organisationen der politischen Bildung, die Thematik in einer Fachveranstaltung aufnehmen und das Thema als Arbeitsschwerpunkt beim Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren in Baden-Württemberg verankern.

• In den Fällen, in denen Cybergewalt einer adäquaten Teilhabe im Netz entgegensteht, müssen den Betroffenen Möglichkeiten der Gegenwehr zur Verfügung stehen. Die bestehenden rechtlichen Instrumente und gesetzlichen Regelungen auf Bundesebene müssen in Bezug auf ihre Wirksamkeit gegenüber Cybergewalt überprüft und überarbeitet werden, um alle User*innen adäquat zu schützen. Insbesondere sollte die Einführung eines Straftatbestands Cybergewalt sowie die Möglichkeit gerichtlicher Sperr- oder Löschanordnungen geprüft werden.

Die Seitenbetreiberinnen und –betreiber müssen im Rahmen der juristischen Möglichkeiten verpflichtet werden, im Kampf gegen Cybergewalt im Sinne der Betroffenen zu kooperieren. Auf europäischer Ebene sind entsprechende Möglichkeiten hierzu auszubauen. Dies gilt insbesondere für die Feststellung der Identität von Täterinnen und Tätern sowie die sofortige Entfernung diskriminierender UserInnen-Inhalte.