Gegen unsinnige Büchergelderhöhungen und für sozial effektivere Vergabekriterien bei Stipendien

Aus SPD Baden-Württemberg
Version vom 19. Juni 2010, 14:36 Uhr von Jusos BW (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „'''''Beschluss der Juso-Landesdelegiertenkonferenz 2010 vom 08. bis zum 09. Mai 2010 in Konstanz'''''<br /> Wir fordern die Bundesregierung auf, von der geplant…“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Beschluss der Juso-Landesdelegiertenkonferenz 2010 vom 08. bis zum 09. Mai 2010 in Konstanz


Wir fordern die Bundesregierung auf, von der geplanten Büchergelderhöhung und der Einführung des nationalen Stipendienprogramms Abstand zu nehmen und die dadurch frei werdenden Mittel für Möglichkeiten einzusetzen, die besser geeignet sind, um von Bildungsdiskriminierung bedrohte Menschen an ein Hochschulstudium heranzuführen.

Des Weiteren soll durch die großen Begabtenförderungswerke ein Anreizsystem entwickelt werden, welches BildungsaufsteigerInnen eine bessere Chance auf ein Stipendium ermöglicht. Dadurch kann die Zusammensetzung der StipendiatInnen ausgeglichener gestaltet werden, ohne die Grundsätze (soziales Engagement und universitäre Leistung) für die Stipendienvergabe zu verändern. Mittelfristig wollen wir aber auch alle anderen Stipendien, die aus Staatsgeldern (mit)finanziert werden, zu 100 Prozent in Stipendien umwandeln, die die AntragstellerInnen nach sozialen Kriterien fördern.

Zur Finanzierung des Studiums fordern wir ein elternunabhängiges BAföG. Dies ist notwendig, damit der/die Student/in unabhängig vom Elternhaus und selbstbestimmt einen Studiengang wählen kann. Der Grundsatz der Gebührenfreiheit von der Kindertagesstätte bis zum ersten Hochschulabschluss (und dies schließt den Master mit ein) muss verwirklicht werden.

Es ist unerträglich, dass im deutschen Stipendiensystem derzeit lediglich eine Stiftung existiert, die ausschließlich nach sozialen Kriterien und gesellschaftlichem Engagement fördert. Dies ist die gewerkschaftliche Hans-Böckler-Stiftung (HBS), während die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) nach vermeintlich objektiven „Leistungskriterien“ fördert. Nach FES-Strategie werden dabei vorwiegend diejenigen gefördert, die lediglich Büchergeld bekommen, denn somit lässt sich der Kreis der Geförderten erweitern. Dies führt zu einer Förderung ohnehin schon privilegierter Schichten, die wir ablehnen. Wir fordern alle SPDlerInnen und der SPD nahe stehenden Personen auf, in diesem Sinne Einfluss hin zu einer Änderung dieser Praxis der FES zu nehmen.


[1] vgl. hierzu nochmals die HIS-Studie zur Begabtenförderung: http://www.zeit.de/2009/40/C-Begabtenfoerderung.