Diabetesprävention verbessern - gesündere Lebensverhältnisse schaffen (Antragsbereich G / Antrag 13)

Aus SPD Baden-Württemberg
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Diabetesprävention verbessern - gesündere Lebensverhältnisse schaffen

Diabetes ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen, die hohes individuelles Leid und hohe Kosten für das Gesundheitssystem bedeutet. Die Zahl der Erkrankten steigt jährlich um etwa 300.000 Menschen, jede Stunde sterben drei Patienten an den Folgen der Krankheit. Besonders betroffen sind Frauen und Männer mit einem niedrigen sozialen Status.

Die Entstehung des sogenannten Typ-2-Diabetes kann durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung in vielen Fällen verzögert oder gar verhindert werden. Damit es in Zukunft allen Menschen unabhängig von Herkunft, Bildungsgrad, Einkommen und Alter leichter fällt gesund zu leben, müssen wir gesündere Lebensverhältnisse schaffen.

Bisher setzt die Prävention vor allem auf Informations- und Aufklärungskampagnen. Diese können jedoch nur eine Wirkung entfalten und auch tatsächlich Menschen aller sozialen Schichten erreichen, wenn die Rahmenbedingungen für Ernährung und Bewegung die Umsetzung erleichtern statt zu erschweren. Momentan ist die ungesunde Wahl oft die einfachere und billigere, mitunter sogar die einzige. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher wollen sich und ihre Kinder zwar ausgewogen ernähren, scheitern aber oft an unverständlicher Kennzeichnung, Werbetricks, dem überbordenden Angebot zuckriger und kalorienreicher Produkte oder schlechter Schul- und Kantinenverpflegung.

Wir fordern:

Gesunde Lebensverhältnisse für alle von Anfang an: In Schulen und KiTas müssen verpflichtende Qualitätsstandards für das Essen gelten. Die Einführung einer täglichen Schulsportstunde sollte geprüft werden.

Gesündere Rezepturen von Fertigprodukten: Die Lebensmittelwirtschaft muss im Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes Verantwortung übernehmen. Im Rahmen der Nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten auf Bundesebene müssen deshalb zügig Reduktionsziele und sinnvolle Evaluationsmaßnahmen mit der Wirtschaft vereinbart werden. Außerdem sollte geprüft werden, inwiefern fiskalischen Maßnahmen wie etwa eine Herstellerabgabe auf besonders süße Getränke zur Schaffung gesünderer Lebensverhältnisse eingesetzt werden können.

Kinder schützen: Ernährungsbildung als Präventionsmaßnahme wird bei Kindern erst dann wirklich breite Wirkung zeigen, wenn die bunte Werbewelt nicht ständig gegen die Botschaften von Eltern und Lehrerinnen und Lehrern arbeitet. Ungesunde Lebensmittel sollten deshalb nicht mehr gezielt an Kinder vermarktet und beworben werden dürfen.