Bildungspolitik (KV Stuttgart)

Aus SPD Baden-Württemberg
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Landesparteitag in Ulm, 16.10.2010

Beschlussfassung:


Antragsteller: Kreisverband Stuttgart

Empfänger: Landtagsfraktion und Landesvorstand


Die Landtagsfraktion und der Landesvorstand werden aufgefordert,

1. sich verstärkt und nachhaltig für die zeitnahe Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems einzusetzen. Stattdessen fordert die SPD Baden-Württemberg die Einführung einer Gemeinschaftsschule für alle Kinder und Jugendliche bis zur zehnten Klasse. Auf dem Abschluss der Gemeinschaftsschule sollen weitere Schulabschlüsse aufbaubar sein;

2. innerhalb der nächsten 2 Jahre eine flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen in Baden-Württemberg umzusetzen;

3. im Rahmen der Einführung von Ganztagsschulen Schulmodelle zu entwickeln, in denen, soweit möglich, Kinder mit- und ohne körperliche und/oder geistige Behinderung gemeinsam unterrichtet werden;

4. im Kultusministerium eine Erweiterung der schulischen Bildungspläne um mehr politische Bildung und Demokratieerziehung durchzusetzen. Diese Erweiterung der Bildungsinhalte muss ebenso gesellschaftliche Themen wie Erziehung und Familie beinhalten. Eine vertiefende Beschäftigung mit politischen und gesellschaftlichen Themen sollte im Rahmen der Schulfächer Gemeinschaftskunde/Politik, Geschichte, Geographie/Ethnographie, Ethik und Deutsch verortet werden;

5. in ganz Baden-Württemberg an allen Schulformen mehr Stellen für SchulpsychologInnen einzurichten sowie flächendeckend an allen Schulen eine 100%-Stelle für ein(e) SchulsozialarbeiterIn zu schaffen;

6. ein landesweites, von der Landesregierung finanziertes Angebot an Sprachförderkursen für Kinder und Jugendliche mit Defiziten in der deutschen Sprache zu schaffen. Diese Förderkurse sollen sich dabei nicht nur explizit an Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund richten, sondern an alle Kinder und Jugendliche, die Kenntnisdefizite in der deutschen Sprache aufweisen. Ebenso müssen Förderkurse so früh wie möglich ansetzen, sodass bereits Kindern im Kindergarten Zugang zu diesen Sprachkursen ermöglicht werden muss;

7. eine verstärkte und verpflichtende Medienerziehung in Schulen und Kindergärten/Kindertagesstätten einzuführen, um jungen Menschen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medien näherzubringen; die Ausbildung von LehrerInnen für alle Schultypen so zu modifizieren, dass die Fächer Psychologie und Pädagogik verpflichtend vertieft studiert werden müssen;

8. sich für eine Installation von Lautsprecheranlagen oder anderen Audio-Alarmsystemen in den Klassenzimmern aller öffentlichen Schulen einzusetzen, um eine bessere und schnellere Verbreitung von Informationen in Notfällen zu gewährleisten;

9. ein umfangreiches Weiterbildungssystem für LehrerInnen zu erarbeiten und einzuführen, in welchem Fortbildungen themenspezifisch in gewisser Anzahl zur Pflicht werden. Die zusätzliche Arbeitszeit wird auf die Deputatsstunden angerechnet, wobei dies zu keinem Unterrichtsausfall führen darf. Das Weiterbildungssystem soll nach einem Punktesystem organisiert werden, welches Zielvorgaben für die LehrerInnenaus- und -fortbildung beinhaltet;

10. an allen Schultypen eine stärkere, vor allem finanzielle und personelle Förderung von Arbeitsgemeinschaften zu gewährleisten. Schwerpunktbereiche der zu fördernden Arbeitsgemeinschaften sind dabei Politik/Geschichte, Sprachen, Sport, Umwelt und Musik;

11. in Zusammenarbeit mit der Polizei und Sozialpädagogen ein erweitertes Angebot von Gewaltpräventionskursen für Schüler und Lehrer außerhalb des Unterrichts einzurichten.


Überwiesen an Landtagsfraktion

und

Überwiesen als Material an Landesvorstand zur Erstellung des Regierungsprogramms