Bildungsoffensive

Aus SPD Baden-Württemberg
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Im Hinblick auf die gesellschaftliche und soziale Durchlässigkeit, die Fragen nach der sozialen Absicherung, des sozialen Aufstieges und der sozialen Verantwortung muss das Thema Bildung für uns einen enormen Stellenwert besitzen. Besonders für die Zukunft unserer Kinder und die Zukunft des Bildungsstandortes Deutschland müssen wir die Struktur weiter verbessern und weitere Bausteine zum großen Haus der Bildung hinzufügen. Trotz spürbarer Verbesserungen in den letzten Jahren scheint die Bildungspolitik jedoch eine ewige Baustelle zu bleiben. Für eine Bildungsoffensive fordern wir nachfolgende Punkte:

1. Arbeitslosigkeit von Lehrkräften in den Sommerferien verhindern

Uns erreichen viele Beschwerden von angestellte Lehrkräfte, die zwischen den Schuljahren keinen gültigen Arbeitsvertrag haben. Aktuell müssen sich diese Lehrkräfte bei der Bundesagentur für Arbeit arbeitslos melden. In der staatlichen Sozialversicherung fehlen für die Zeit der Arbeitslosigkeit der Lehrkräfte ebenfalls Teile der Beiträge mit allen Konsequenzen für deren spätere Rentenansprüche. In der Zeit der ungewollten Arbeitslosigkeit beziehen die Lehrkräfte in der Regel Arbeitslosengeld und sollen von der Arbeitsagentur vermittelt werden, wobei dies für die kurze Zeit der Sommerferien meist nicht möglich ist und somit einen hohen Zeitaufwand für die Sachbearbeiter*innen in der Agentur bedeutet, dem kein Nutzen gegenübersteht. Zudem wird abgesehen von dem Druck, der auf den Lehrkräften lastet, diese prekäre Beschäftigung mit Kettenbefristungen der herausragenden Bedeutung guter Lehrkräfte für die Bildung der Schüler*innen und somit für die gesamte Gesellschaft nicht gerecht. Gute Bildung erfordert gute Arbeitsbedingungen für die Lehrer*innen! Deshalb fordern wir diese Praxis bei den staatlichen und bei den privaten Bildungsträgern zu beenden und den Lehrkräften eine Planbarkeit für ihr Leben über das Schuljahr hinaus zu ermöglichen.

2. Einführung Lektorat von Schulbüchern

Aktuell gibt es kein Lektorat für Schulbücher mehr. Die Konsequenz sind Schulbücher, die Fehler enthalten. Um dies zu ändern und den Lernenden eine gute Bildung auf Grundlage richtiger Schulbücher zu ermöglichen, fordern wir die Wiedereinführung des Lektorats für Schulbücher inklusive der Überprüfung der zugehörigen Lösungsbücher. Ein Verweis auf die Wahlfreiheit der Lehrkräfte bezüglich der verwendeten Schulbücher greift deutlich zu kurz. Die Auswahl der Schulbücher muss anhand didaktischer Gesichtspunkte gefällt werden und nicht anhand einer geringeren Fehlerzahl.

3. Bundesweiter einheitlicher Rahmenlehrplan

In einem Deutschland, in dem seit sehr langer Zeit keine Grenzen zwischen den Bundesländern vorhanden sind, existieren aber weiterhin sehr große Hürden und Schwierigkeiten beim Umzug in ein anderes Bundesland. Leider ist es Realität, dass die Lehrpläne von Bundesland zu Bundesland zum Teil sehr unterschiedlich sind und damit auch der schulische Entwicklungsstand der Schülerinnen oder Schüler. Wir fordern deshalb einen bundesweit einheitlichen Rahmenlehrplan unter Federführung der Kultusminister*innenkonferenz, damit der bildungspolitische Flickenteppich verschwindet. Eine Justierung des Lehrplanes im Hinblick auf regionale Besonderheiten soll Bestandteil der Arbeit der einzelnen Länderkultusministerien sein. Besonders bezüglich der Vergleichbarkeit der Abschlüsse im späteren Werdegang der Absolventen, seien es Absolventen mit Abitur oder Realschule, ist diese überholte Aufgabenteilung zwischen Bund und Ländern, ein nicht zu vernachlässigendes Hindernis bei ihrer Zukunft. Das Recht auf gleiche Bildung jeder Schülerin, jedes Schülers, in Deutschland, wird mit dem einheitlichen Rahmenplan endlich umgesetzt.

4. Einführung eines europäischen Geschichtsbuchs

Die Jusos Baden-Württemberg fordern die Einführung eines europäischen Geschichtsbuches, welches neben der nationalen Geschichte des jeweiligen EU-Staates insbesondere die gemeinsame europäische Vergangenheit lehrt. Dieses Schulbuch soll in Kooperation der Bildungsministerien der EU Mitgliedstaaten und Ländern sowie einer unabhängigen Kommission entstehen. Den SchülerInnen und Schülern soll es dadurch erleichtert werden ihren Nationalstaat im Kontext einer bewegten Vergangenheit bis hin zur Gründung und Zeit der EU zu begreifen. Als internationalistischer Jugendverband wissen wir um die Wichtigkeit der Europäischen Union gerade in Zeiten internationaler Zerrissenheit und Unsicherheit, auch innerhalb der EU, und die damit verbundene Verantwortung dies in Zukunft noch verstärkter an Jugendliche heranzutragen. 5. Mobbing an Schulen bekämpfen

Für eine angenehme und förderliche Lernatmosphäre in Schulen fordern wir ein verstärktes Vorgehen gegen Mobbing. Mobbing an Schulen macht Schule zu einem Ort der Angst., einen Ort, dem es gilt, ihn so schnell wie möglich zu entfliehen oder zu meiden. Ein Lernerfolg kann sich bei diesen Bedingungen nicht einstellen. Zudem konnte in der jüngeren Vergangenheit beobachtet werden, dass Schüler*innen, die Opfer von Mobbing geworden sind, zu Gegengewalt greifen. Deshalb fordern wir, dass Lehrkräfte durch entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten für das Thema „Mobbing“ sensibilisiert werden und dementsprechend darauf reagieren können. Weiterhin fordern wir einen Ausbau der Schulsozialarbeit.