Bessere Ausbildung und bessere Arbeit

Aus SPD Baden-Württemberg
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Bessere Ausbildung und bessere Arbeit

Ausbildung mit Qualität und Mitbestimmung

Ausbildung bedeutet nicht nur fachliche Vorbereitung auf einen Beruf, sondern ist auch Voraussetzung für die Teilhabe am öffentlichen Leben. Deswegen ist es für SchulabgängerInnen mit dem Ziel einer beruflichen Ausbildung wichtig, dass sie auch einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Jugendliche, die keinen Platz erhalten haben, müssen unterstützt werden, z.B. durch Beratung und Schulungen. Begleitetes, zeitlich begrenztes Arbeiten zur Probe im Unternehmen muss ebenso gefördert werden. Da immer öfter Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, muss schon im Vorfeld eine Vernetzung von potentiellen ArbeitnehmerInnen und potentiellen ArbeitgeberInnen stattfinden. Daneben muss die Attraktivität von manchen Ausbildungsberufen, vor allem im Pflegebereich, gesteigert werden.

Gute Ausbildung braucht Qualität In allen Ausbildungsberufen müssen die gleichen, hohen Ausbildungsstandards gewährleistet sein. Um diese sicher zu stellen, unterstützen wir Modelle der Verbundausbildung und der überbetrieblichen Kooperation. Des Weiteren müssen die fachlichen und pädagogischen Kenntnisse von Ausbildern in einem regelmäßigen Turnus aufgefrischt werden. Bei der pädagogischen Ausbildung von AusbilderInnen ist zu beachten, dass kleine Betriebe nicht zu stark belastet werden dürfen.

Sicherung der beruflichen Schulen Der theoretische Unterricht an den beruflichen Schulen ist elementar für den weiteren beruflichen Weg. Die Unterrichtsversorgung an den Schulen muss daher sichergestellt sein. Ferner muss der Unterricht den Erfordernissen des Auszubildenden gerecht werden und dabei die Grundlagen der Weiterbildung legen.

Das Recht auf eine Jugend- und Auszubildendenvertretung stärken Auch Jugendliche haben ein Recht auf betriebliche Mitbestimmung. In allen Betrieben, in denen ein Betriebsrat existiert und noch keine JAV (Jugend- und Auszubildendenvertretung) besteht und bei denen mindestens 5 Azubis unter 25 Jahren sind, müssen die Auszubildenden per Abstimmung darüber entscheiden, ob eine eigenständige JAV eingerichtet werden soll. Wir fordern die Betriebe dazu auf, die Arbeit der JAV zu unterstützen und den ernsthaften Dialog mit den Azubis zu gestalten.

Vor und nach der Ausbildung Das Ziel von Schulen und Ausbildungsbetrieben sollte nicht nur das Erreichen des Abschlusses für jeden Schüler/Azubi sein, sondern auch dass jeder nach Abschließen der Schule/Ausbildung eine Perspektive erhält. Darum fordern wir:

• Eine höhere Anzahl an zielführenden Praktika an Schulen, damit Schülerinnen und Schüler Einblicke an mehreren Arbeitsplätzen bekommen. Dies erleichtert die zukünftige Wahl des Arbeitsplatzes und verringert somit die Abbruchquote. Zwar steht für uns fest, dass Schulbildung nicht dem Zweck der ökonomischen Verwertbarkeit eines Menschen dient, sondern absolutes Gut der Charakterbildung jeder Persönlichkeit ist. Aber auch durch präventive Maßnahmen abwendbare Ausbildungs- oder Studienabbrüche schränken die eigene Persönlichkeit ein. Sozialdemokratische Politik nimmt als Ausgangspunkt im Bildungsideal sowohl die Ermöglichung des Strebens nach Glück jeder Persönlichkeit als auch Aufstieg durch Bildung in den Blick und nicht primär die Verwertung auf dem Arbeitsmarkt; weiß aber auch, wie wichtig es ist, einen für sich selbst aus subjektiver Sicht „richtigen“ Beruf oder Studiengang zu finden.

• Mehr weiterbildungsgekoppelte Ausbildungsprogramme.

• Die Übernahmepflicht muss bei jedem Betrieb eingeführt werden. Bei Betrieben mit Überbedarf an Auszubildenden soll ein 12-Monatsvertrag verpflichtend angeboten werden. Gleichzeitig sollen jedoch Kriterien festgelegt werden, die bei Einhaltung seitens des Auszubildenden zu einer verpflichtenden Übernahme führen.

• Speziell für junge Mütter & Väter fordern wir den bedarfsgerechten Ausbau der Teilzeitausbildung.

• Junge Menschen mit größerem Förderbedarf sollten die Möglichkeit der assistierten Ausbildung erhalten.