Ausbildung

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Beschluss der Juso-Landesdelegiertenkonferenz 2006 vom 05. bis zum 07. April 2006 in Heilbronn


1. Ausbildungsplatzumlage Der Ausbildungspakt, 2004 zwischen der Bundesregierung und den Arbeitgebervertretern vereinbart, führte nicht zu einer Verbesserung der Ausbildungsplatzsituation. Aus diesem Grund fordern wir: 1) Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern sowie Betriebe, für die ein ähnlicher Tarifvertrag gilt, müssen sich an die Umlage halten

2) Die Ausbildungsquote beträgt 7 % pro Betrieb.

3) Die Höhe der Umlage ist so zu wählen, dass es sich für den Betrieb lohnt, auszubilden. Der Betrieb darf sich nicht „freikaufen“. Sonderregelungen wie beispielsweise für den ambulanten Pflegedienst sind zu prüfen.

2. Schmalspurausbildung Der hohe Fachkräftemangel erfordert hervorragend ausgebildete Arbeitskräfte. Neben dem Studium spielt in Deutschland besonders die duale Ausbildung eine entscheidende Rolle. Damit dieses Erfolgsmodell auch weiterhin ein Erfolgsmodell bleibt, setzen die Jusos weiterhin auf die dreijährige Ausbildung. Eine Ausbildung muss den Auszubildenden umfassend und hervorragend für einen erfolgreichen Einsatz einer exportorientierten und hoch entwickelten Volkswirtschaft qualifizieren. Der Erwerb umfassender Prozessqualifikationen gilt heute als die Schlüsselkompetenz für wirtschaftlichen Erfolg auf der Basis von Innovation und Modernisierung. Das aber erfordert Ausbau und Weiterentwicklung, nicht Abbau qualifizierter Ausbildung.

Leider führt die zweijährige Ausbildung nicht wie erhofft zu neuen Ausbildungsplätzen. Stattdessen werden „normale“ Ausbildungsplätze durch zweijährige Ausbildungsplätze ersetzt. Auch die Jugendlichen selbst nehmen die neuen Berufe nicht an. Wieso sollte ein junger Mensch auch eine Ausbildung beginnen, welche ihn nicht wirklich qualifiziert und ihm quasi jegliche Aufstiegschancen nimmt.

3. Ausbildungspartnerschaften Kleine Unternehmungen können häufig alleine keine offene und dynamische Kernberuflichkeit (gemäß Ausbildungsrahmenplan) der Ausbildung anbieten. Eine breitere Ausbildungsbasis kann durch Ausbildungspartnerschaften erreicht werden, in denen sich einzelne Betriebe ergänzen und miteinander ko-operieren (Bsp. Firma A kann nicht im Bereich Verkauf ausbilden, dafür aber Finanzen. Firma B kann nicht im Bereich Finanzen ausbilden, dafür aber im Bereich Verkauf). Studien beziffern durch solche Kooperationsbeziehung eine Erhöhung der Ausbildungszahlen um 30 %, denn es sind nun mehr Betriebe in der Lage auszubilden. Darüber hinaus kann dies auch zu einer Verbesserung der Ausbildungsqualität führen. Aufgabe einer sozialdemokratischen Politik ist es, solche Ausbildungspartnerschaften zu fördern.