Arbeitsprogramm des Landesvorstands 21/22

Aus SPD Baden-Württemberg
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Alles anders. Die Corona-Pandemie brachte unser Leben kräftig durcheinander. Wir saßen im Home Office, verfolgten mit wackligem WLAN Vorlesungen und Unterrichtsstunden, sahen Freund:innen und Verwandte nur via Videoschalte.

Auch die politische Arbeit der Jusos Baden-Württemberg stand Kopf. Kennenlernen war nur aus der Ferne möglich, Diskussionen wurden digital ausgefochten, legendäre Partys blieben aus. Aber es entwickelten sich innovative neue Formate, Online- Politikwerkstätten und -Landesausschüsse eröffneten mehr Teilhabe für viele Jusos, insbesondere im ländlichen Raum, denn oft umständliche Fahrtwege fielen weg.

Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Aber selbst, wenn sie hoffentlich bald ausgestanden ist - unser Verbandsleben wird sich dauerhaft ändern. Mit diesem Arbeitsprogramm wollen wir Vorschläge für unseren Verband der Zukunft unterbreiten.

Unser Arbeitsthema

Den Studi-Job in der Kneipe nebenan verloren. Keinen Ausbildungsplatz gefunden. Beim Distanzunterricht kopfschüttelnd aufgegeben. Und sich bei all diesen Sorgen nicht gehört fühlen - jede:r von uns hat in den letzten anderthalb Jahren solche Erfahrungen gemacht.

Die Generation der unter 30-Jährigen trifft die Corona-Krise besonders hart. Heute, aber auch über die Tage der Kontaktbeschränkungen und des Masketragens hinweg. Genau damit wollen wir Jusos Baden-Württemberg uns im neuen Arbeitsjahr politisch befassen. Unter dem Motto After Corona sind uns vor allem drei Themenbereiche wichtig:

Der Blick auf den Kontostand lässt schonmal schlucken. Viele Berufsanfänger:innen brauchen länger, um eine Arbeitsstelle zu finden, die Pandemie hat zahlreiche Nebenjobs vernichtet. Aber auch langfristige Auswirkungen lassen sich erahnen: Durch längere Studien-, Ausbildungszeiten und auch Arbeitslosigkeit wird Corona Vermögensungleichheit vertiefen und auf dem Rentenbescheid einen Unterschied machen. Brauchen wir also einen finanziellen Ausgleich für die junge Generation, beispielsweise eine Corona-Prämie? Wie können wir für unbefristete Jobs sorgen, die jungen Arbeitnehmer:innen einen guten Start in den Nach-Corona-Arbeitsmarkt ermöglichen? Ist unser Rentensystem auf die Corona-Generation vorbereitet?

Endlich wieder in die (Berufs-)Schule oder Uni - das wünschten sich während der Lockdown-Phasen so viele junge Menschen wie lange nicht. Denn der digitale Unterricht, die Online-Vorlesung, die virtuelle Gruppenarbeit scheiterte an so manchem: Schlechte Internetverbindung, kein persönlicher Kontakt zu Lehrenden, schlechte Ausstattung und noch schlechtere Lehrkonzepte. Wie schaffen wir es, dass Digitalisierung an unseren Bildungseinrichtungen über das berühmt-berüchtigte Smartboard hinausgeht? Können wir aus der Zeit des Distanzunterricht für die Schule und die Uni von morgen lernen? Wie gehen wir eigentlich mit den Corona-Jahrgängen und ihren teils vollkommen unterschiedlichen Lernfortschritten gerecht um?

Jugendliche im Stadtpark - richtig viele. Hygienekonzept gibt’s hier nicht, aber endlich mal wieder Freizeit mit der Clique, Auszeit vom pandemischen Alltag. Städte und Gemeinden reagier(t)en auf solche Ansammlungen oft rigide, sperr(t)en beliebte Treffpunkte ab. Mit Blick auf die Infektionszahlen nicht falsch, das Zeichen ist trotzdem fatal. Gerade diejenigen, die sich monatelang zurücknahmen, müssen nun sogar diese kleine Pause einbüßen. Das wirft grundsätzliche Fragen auf: Wie kriegen wir es hin, dass junge Menschen bei politischen Entscheidungen mehr Gehör finden? Ist es überhaupt möglich, die junge gegenüber der älteren Generation anständig zu repräsentieren? Welche neuen Formen der Beteiligung braucht es für Junge?

Diese drei Komplexe werden wir im Rahmen von Online- wie Offline-Veranstaltungen gemeinsam diskutieren und Forderungen aufstellen.


Unser Verband

Wir Jusos Baden-Württemberg wollen ein moderner Verband sein - mit attraktiven Angeboten, offen für alle. Um das zu erreichen, stellen wir unsere Arbeit künftig auf drei Säulen:


Event

Als politischer Jugendverband möchten wir Formate anbieten, die nicht sofort langweilen und durch eingefahrene Strukturen nerven: Wir wollen spannende Events auf die Beine stellen, von denen wir im Anschluss begeistert Freund:innen, Kolleg:innen , Mitschüler:innen und Kommiliton:innen erzählen.

Das Konzept des Zukunftskongresses entwickeln wir weiter. Kurze politische Talks voll visionärer Ideen in einer hippen Location, umrahmt von Poetry Slam, Clubbing und mehr. Wir wollen den Zukunftskongress durch eine bessere zeitliche Organisation und mehr Raum für Diskussion sowie Austausch mit den Referierenden ausbauen. Zudem ist es unser Ziel, den Zukunftskongress so zu gestalten, dass Nicht-Mitglieder sich angesprochen fühlen und teilnehmen. Eine weitere Verknüpfung mit digitalen Elementen, einem Livestream, Videoclips und ähnlichem wollen wir ebenfalls umsetzen.

Politikwerkstätten sind Juso-Klassenfahrten. Sie bieten die beste Gelegenheit, andere Aktive aus dem Landesverband kennenzulernen, Freundschaften und politische Kontakte zu knüpfen. Diesem geselligen Aspekt wollen wir Zeit einräumen und gleichzeitig neben Debatten zum Arbeitsthema auch Diskussionen und Inputs zu aktuellen Themen anbieten. Dies verbinden wir mit Exkursionen und Ausflügen am jeweiligen Veranstaltungsort.

Präsenz-Aktionen begleiten wir durch das Ombudsteam, um stets Ansprechpartner:innen bei sensiblen oder vertraulichen Angelegenheiten vor Ort zu haben. Außerdem richten wir, wenn immer räumlich möglich, Safe Spaces ein – diese können bei Bedarf als geschützte Rückzugsräume genutzt werden.

Digitale Veranstaltungen behalten wir dosiert bei, denn sie eröffnen mehr Transparenz und Mitbestimmung - dabei achten wir auf eine gute, konstruktive Gesprächsatmosphäre und schöpfen das Potenzial, Promis aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den Zoom-Raum zu holen, voll aus.


Movement

Wir Jusos sind eine Bewegung - für eine bessere Welt. Zahlreiche andere Organisationen teilen unsere Werte, mit ihnen gemeinsam zu kämpfen, wollen wir in den Mittelpunkt unserer Arbeit rücken.

Mit „Jusos vor Ort” starten wir ein vollkommen neues Format. Wir möchten nicht nur diskutieren - sondern andere Lebenswelten erleben, um sie besser zu verstehen und in unsere politische Sichtweise einfließen zu lassen. Dementsprechend organisieren wir in mehreren Kreisverbänden „Anpack-Aktionen”: Einen Tag lang hilft die Juso-Gruppe in der Tafel, im Tierheim oder fährt bei der freiwilligen Feuerwehr mit. Wir verknüpfen diesen Einsatz mit Gesprächen, wollen den Aktiven zuhören und mit Menschen reden, denen wir in der reinen Juso-Bubble nie begegnet wären. Darüber hinaus bringen wir uns in den Gemeinden und Städten verstärkt ein. Schon heute engagieren sich viele Jusos ehrenamtlich bei Vereinen und Initiativen. Dieses Engagement wollen wir weiter fördern. Vor allem Vereine, die unsere Werte teilen, wie beispielsweise die AWO, sollen von uns Jusos gezielt unterstützt werden. Denn wir möchten nicht nur diskutieren - sondern andere Lebenswelten kennenlernen, um sie besser zu verstehen und in unsere politische Sichtweise einfließen zu lassen.

Unsere Bündnisarbeit wird anknüpfend an das vergangene Arbeitsjahr intensiviert. Insbesondere mit jungen Gewerkschafter:innen wollen wir gemeinsam Projekte vorantreiben.

In Kooperation mit Jugend- und Auszubildendenvertretungen (JAV) und der ver.di Jugend Baden-Württemberg starten wir eine landesweite Kampagne zur Freistellung von JAVen im öffentlichen Dienst. Denn laut Landespersonalvertretungsgesetz werden Personalrät:innen für ihre diesbezüglichen Aufgaben von der Arbeit freigestellt – für JAVen gibt es solche Regelungen nicht, die Betroffenen sind auf den guten Willen ihrer Arbeitgeber:innen angewiesen. Wir sind der Meinung: Die Vertretung von Arbeitnehmer:inneninteressen braucht Planbarkeit und Zeit!

Dieses landespolitische Thema wollen wir groß aufziehen und öffentlichkeitswirksam platzieren. Dazu entwickeln wir ein eigenes Social-Media-Konzept und planen Aktionsformate vor dem Stuttgarter Landtag, um Landtagsabgeordnete darauf aufmerksam zu machen.

Baden-Württemberg liegt im Herzen Europas – als Jusos wollen wir über Grenzen hinausblicken und uns mit sozialdemokratischen sowie sozialistischen Schwesterorganisationen in anderen europäischen Ländern und Regionen enger vernetzen.

Wir organisieren zusammen mit den schweizerischen und den österreichischen Jusos ein Dreiländer-Camp am Bodensee. Im Rahmen dessen wollen wir uns austauschen, gemeinsame Inhalte entwickeln und sowohl in der Schweiz als auch in Österreich und Baden- Württemberg kurze Ausflüge unternehmen.

Als Jusos Baden-Württemberg möchten wir mehr Gruppen an jungen Menschen erreichen, die aktuell nur mäßig bei uns aktiv und repräsentiert sind. Gemeinsam mit dem Ombudsteam erarbeiten wir konkrete Schritte, um Juso-Engagement für junge Eltern, BPoC, LGBTQ+ und weitere zu vereinfachen und Barrieren abzubauen.

Um die Arbeit des Ombusteams zu unterstützen und weiter zu verbessern, wird dieses in den ersten Wochen jeder neuen Amtszeit an einer geeigneten Schulung teilnehmen.

Education

Wir Jusos haben nicht zuletzt einen Bildungsauftrag. Unsere Mitglieder sollen sich politisch weiterentwickeln und entfalten können, dazu braucht es Skills.

Auf unseren Social-Media-Profilen gehen künftig neben politischen Forderungen auch Erklärposts und -Reels online. So möchten wir zu tagesaktuellen Diskussionen komplizierte Begriffe aufdröseln und politisches Grundwissen verständlich aufbereiten.

Wir konzipieren außerdem eine Weiterbildungsreihe für unsere Kreisvorstände. Juso- Funktionsträger:innen unterstützen wir auf diese Weise, um in ihre Ämter hineinwachsen, ihre Aufgaben besser nachvollziehen und ihre Zeit effizienter einteilen zu können. Online und offline legen wir Kurse zu Themen wie „Organisation von Juso-Arbeit vor Ort“, „Tipps und Tricks im Umgang mit der örtlichen SPD“ und „Selbstbewusst Reden halten“ auf. Ein separates Angebot wird es für Juso-Frauen geben, die Führungspositionen in den Kreisverbänden übernehmen oder daran interessiert sind.

Darüber hinaus möchten wir im neuen Arbeitsjahr eine besondere Art der Bildungsarbeit anbieten: Eine Gedenkstättenreise nach Auschwitz-Birkenau. Gerade als Sozialdemokrat:innen wollen wir unseren Mitgliedern gegenüber Verantwortung übernehmen und ihnen diesen ungeschönten Blick auf die Nazi-Vergangenheit ermöglichen.

Diese Gedenkstättenreise werden wir behutsam durch ein Begleitprogramm flankieren, damit die Teilnehmer:innen das Gesehene verarbeiten und einordnen können.


Unser Standing in der SPD

11%. Das Ergebnis der vergangenen Landtagswahl war niederschmetternd. Der SPD- Landesvorstand ließ im Nachgang der Wahl eine Analyse hierzu erstellen, der dazugehörende Prozess läuft noch. Als Jusos begrüßen wir, dass sich die SPD Baden- Württemberg dem Ergebnis stellt. Doch das reicht nicht. Die SPD ist mittlerweile geübt darin, verlorene Wahlen klug zu analysieren – aber am Willen zu echter Veränderung hapert es. Wir Jusos werden uns damit nicht abfinden und Erneuerung einfordern. Beim Setzen von Inhalten, der Attraktivität von SPD-Engagement in den Ortsvereinen sowie Kreisverbänden und der Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Organisationen gibt es viel Luft nach oben.

Unsere Plattform #SPDfor1Point5 weiten wir aus. Künftig wollen wir regelmäßig klimapolitische Forderungen in die Partei tragen, auf Landes- wie Bundesebene. Dazu kooperieren wir mit Klima.Gerecht, einen Zusammenschluss von Fridays-for-Future- Aktivisti sowie mit weiteren Gruppierungen innerhalb der SPD, die für ein klares klimapolitisches Profil der Partei streiten.


Unser Verhältnis zu den Bundes-Jusos

In den vergangenen Jahren haben wir schrittweise erlebt, dass sich unser Standing im Juso-Bundesverband verändert. Inhaltliche Differenzen sind deutlich kleiner geworden, auch persönliche Beziehungen in andere Landesverbände hinein verbesserten sich. Doch es ist ein langwieriger Prozess, verkrustete Strukturen aufzubrechen – als Jusos Baden-Württemberg wollen wir dazu beitragen, nicht ständig in Strömungen zu denken, sondern unsere Kräfte für gemeinsame Ziele zu bündeln.

Wir bewerten Flügelstreitigkeiten als schlechte Gewohnheit. All das passt nicht mehr in einen modernen Jugendverband. Auf dem anstehenden Bundeskongress und weiteren Veranstaltungen des Bundesverbands werden wir diese Haltung stets vertreten und konstruktive Zusammenarbeit anbieten.

Den Juso-Bundesausschuss möchten wir endlich zu einem beschlussfassenden Gremium umwandeln – analog zu den Landesausschüssen. Dort können dann Anträge beraten und inhaltliche Positionierungen vorgenommen werden. Aktuell werden nicht-behandelte Anträge vom Bundeskongress einfach ignoriert, das halten wir für ein unfaires Verhalten gegenüber den Landesverbänden, die viele Ressourcen in die Antragsarbeit stecken.

Sollte die SPD in Sondierungen und Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene eintreten, möchten wir politische Forderungen für einen möglichen Koalitionsvertrag über die Bundes-Jusos setzen.


Unsere Regioarbeit

Gute Regioarbeit stärkt unsere Kreisverbände. Klassische Regiokonferenzen wollen wir zwar beibehalten, sie für Vernetzung untereinander, für geselliges Zusammenkommen und vor allem für Treffen mit Externen sowie Besichtigungen nutzen – aber da geht noch mehr!

Insbesondere in ländlichen Gebieten sollen die Regiobetreuer:innen die Kreisvorstände entlasten. Das wollen wir durch Veranstaltungs- und Aktionsideen zum einfachen Nachmachen, Vorlagen für Social Media sowie auf Bitte der Kreisverbände hin auch durch Unterstützung bei der Neumitgliederbetreuung garantieren.

Zu Beginn des neuen Arbeitsjahres legen sämtliche Regionen ein Thema fest, das die jeweiligen Kreisverbände verbindet. Beispielsweise Ticketpreise für Bus und Bahn im Verkehrsverbund, drohende Klinikschließungen oder die Bedeutung der Automobilindustrie vor Ort. Zu diesen regionalpolitischen Herausforderungen erarbeiten die Regionen Positionierungen, tragen diese über Presse und Social Media weiter. Dadurch schaffen wir gemeinsame Ziele für die Regionen und mehr Öffentlichkeitswirksamkeit.

Den Corona-bedingten Digitalisierungsschub wollen wir zum Vorteil der Regionen verstetigen. Im Roten Netz (der Online-Plattform für baden-württembergische SPD- Mitglieder) richten wir eigene Spaces für alle Regionen ein. Dort können Anträge eingestellt, Termine geplant und Best Practices geteilt werden.

Das Ende 2020 gelaunchte Corporate Design der Jusos Baden-Württemberg brechen wir auf die Kreisverbände herunter. Schon kurz nach Veröffentlichung konnten die Kreisverbände auf individualisierte Design-Pakete zurückgreifen – dasselbe möchten wir nun für Homepages anbieten.


Unsere Öffentlichkeitsarbeit

Spotlight On: Im neuen Arbeitsjahr wollen wir unsere Präsenz in Sozialen wie Print- Medien ausbauen. Weiterhin verfassen wir zu tagesaktuellen Kontroversen Pressemitteilungen und pflegen insbesondere durch das Juso-Landesbüro Kontakte zu Journalist:innen.

Für unsere Social-Media-Auftritte entwickeln wir ein Konzept, das über unsere treuen Abonnent:innen hinaus wirkt. Wir stellen politische Forderungen nicht nur dar, sondern verpacken sie in Geschichten. Dieses Storytelling soll für deutlich mehr Reichweite und Interaktionen mit unseren Posts sorgen. Wir produzieren verstärkt Reels, um dem Trend hin zu mehr Videocontent zu begegnen.

Livestreams ergänzen unsere Social-Media-Palette. Wir laden Vertreter:innen von Verbänden und Organisationen zu Talks auf Insta oder zum Zocken auf Twitch ein.

Darüber hinaus stellen wir den Kreisverbänden unabhängig von Wahlkämpfen Infoflyer und Give-Aways im Jusos-BW-Style zur Verfügung, die bei öffentlichen Veranstaltungen und Aktionen verteilt werden können.


Unser Kampf gegen Rechts

Anhänger:innen von Verschwörungsmythen nennen sich jetzt „Querdenker:innen“. Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen bieten massig Stoff für rechtspopulistische und -extremistische Kräfte. Dieser kritischen Entwicklung stellen wir uns entgegen und beteiligen uns weiterhin an Gegenprotesten zu sogenannten „Hygienedemos“ und ähnlichem. Zum Weltbild von „Querdenker:innen“ organisieren wir außerdem eine Aufklärungsveranstaltung inklusive Vorschläge zum Umgang mit diesen Gruppierungen.

Die Vernetzung von Ansprechpartner:innen, die von Kreisverbänden für die antifaschistische Arbeit genannt wurden, bauen wir aus. Bei Kundgebungen und Veranstaltungen rechter Kräfte -von AfD bis zur identitären Bewegung- mobilisieren wir landesweit zu Gegenprotesten. Bei der Planung beteiligen wir uns und streben engeren Kontakt zu NGOs, lokalen Bündnissen und Vereinen im Kampf gegen Rechts an.

In Kommentarspalten Sozialer Netzwerke zeigen wir genauso Flagge wie auf der Straße. Wir organisieren uns in geeigneten Gruppen (zum Beispiel via Telegram), um gezielt darauf reagieren zu können, wenn unter Posts und Tweets rechter Müll verbreitet wird.


Unser Local-Heroes-Programm

Die Kommunalwahlen 2024 haben wir schon heute fest im Blick. Wir legen eine Veranstaltungsreihe auf, bei der sich interessierte Jusos mit bereits erfahrenen Jung-Rät:innen austauschen können. Zudem organisieren wir mindestens einen Workshoptag in einer sozialdemokratisch geführten Gemeinde, um mit der:dem dortigen (Ober-)Bürgermeister:in ins Gespräch zu kommen und vor Ort vorbildliche kommunalpolitische Projekte anzuschauen, beispielsweise im Wohnungsbau oder der Energieversorgung.

Zusammen mit der Friedrich-Ebert-Stiftung bzw. dem Fritz-Erler-Forum konzipieren wir Online-Veranstaltungen zu kommunalpolitischen Herausforderungen. Um vorab zu erfahren, was unsere Mitglieder bewegt, starten wir am Anfang des Arbeitsjahrs eine kurze Umfrage hierzu.

Junge (Ober-)Bürgermeister und vor allem (Ober-)Bürgermeisterinnen braucht das Land! Wir werden eine Kooperation mit dem parteiübergreifenden Start-Up „JoinPolitics“ aufbauen. Dieses fördert politische Nachwuchstalente – finanziell und organisatorisch. Deren Potenzial wollen wir für Jusos ausschöpfen, die mit jeder Menge toller Ideen als Chef:in einer Kommune kandidieren möchten.


Unser Frauenempowerment

Who run the world? Girls! Um junge Frauen im Verband zusammenzubringen und über feministische Inhalte zu diskutieren, führen wir die monatlichen „Mädelsabende“ fort.

Streiche Z.256: "Mädelsabend". Ersetze durch Frauenvernetzungstreffen.

Zu Aktionstagen wie dem Internationalen Frauentag und dem Equal Pay Day erarbeiten wir Aktionsformate, die in möglichst vielen Kreisverbänden gleichzeitig stattfinden sollen. Im Rahmen dessen wollen wir laut sein für feministische Politik.

Einigen Kreisverbänden fällt das Anwerben von weiblichen Neumitgliedern sehr schwer. Um dem endlich entgegenzutreten und junge Frauen in allen Ecken Baden-Württembergs für die Jusos zu begeistern, schreiben wir im neuen Arbeitsjahr drei Modell- Kreisverbände aus. In diesen werden wir über 12 Monate hinweg unterschiedliche Strategien und Methoden ausprobieren, um aktive Frauen zu gewinnen. Die Kreisverbände können sich hierfür bewerben, der Landesvorstand trifft im Anschluss die Auswahl.

Der moderne, intersektionale Feminismus löst den Feminismus, der vor allem die Perspektive weißer Cis-Frauen vertritt, glücklicherweise immer weiter ab.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden und unsere gesellschaftlichen Ideen zukunftsfähig zu machen, werden wir uns im kommenden Arbeitsjahr auch mit dem Thema Intersektionalität beschäftigen. Dafür schaffen wir inhaltliche Grundlagen in Themen wie Barrierefreiheit, Klassismus, Religion, Weißer Feminismus oder Geschlechtsidentität. Über das Jahr hinweg werden in Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen wie dem Ombudsteam entsprechende Veranstaltungen und Workshops mit verschiedenen Referierenden stattfinden. Der Themenblock wird mit einer Antragswerkstatt abgeschlossen, um diskutierte Inhalte auch in unserer Beschlusslage zu verankern und unseren Verband intersektionaler und inklusiver zu machen. Hierzu werden wir sowohl unsere inhaltlichen Positionen als auch unsere Verbandsstrukturen mit einem intersektionalen Blick kritisch hinterfragen.


Unser Verbandsmagazin Kontra

Das Kontra ist mit einer neuen Besetzung der Redaktion im Frühsommer ins Arbeitsjahr gestartet. Das Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, vierteljährig Kontra-Magazine in einem neuen Layout zu erstellen, die allen Jusos im Land digital als E-Paper zur Verfügung gestellt werden sollen. Es gilt dabei eine Regelmäßigkeit des Erscheinens zu etablieren und auch Austauschmöglichkeiten im Verband zu schaffen. Hierzu soll auch die Kontra-App beitragen, die für iOS und Android bald zur Verfügung steht und in der neben dem E-Paper auch weitere Artikel sowie Blogbeiträge von Verbandsmitgliedern zu aktuellen Themen hochgeladen werden. Die Kontra-Webseite ergänzt dieses Angebot weiterhin. In der App soll es hierbei Kommentarbereiche geben, die ein offenes Diskussionsumfeld gewährleisten sollen.

Der Podcast „Kontra die Verhältnisse“, der von der Vorgänger:innenredaktion begonnen wurde, wird weitergeführt und durch einen Podcast ergänzt, der Strukturen und Abläufe im Verband erläutern und Neumitgliedern Orientierung bieten soll.

Des Weiteren wollen wir den Kontra-Instagram-Account einem Neustart unterziehen. Er soll in Zukunft dazu eingesetzt werden, das Verbandsleben zu begleiten und lockere Einblicke in die Verbandsarbeit zu geben.

Die Redaktion schafft in den kommenden Monaten Workshopangebote, bei denen externe Referent:innen interessierten Jusos aus allen Kreisverbänden Skills für Social Media und vor allem Pressearbeit näherbringen und möchte dadurch auch Kreisverbände in ihrer Alltagsarbeit unterstützen.


Unser Angebot für Schülis, Azubis und Studis

Zurück im Klassenzimmer und im Vorlesungsaal – Schüler:innen, Auszubildende und Studierende können nach anderthalb pandemischen Jahren wieder optimistischer in die Zukunft blicken. Doch allzu oft wurde während der Corona-Zeit nicht im Sinne der Jungen entschieden. Als Jusos wollen wir diesen Gruppen mehr denn je eine laute Stimme geben.

Mit der Landeskoordination der Juso-Hochschulgruppen (HSGen) arbeiten wir auch weiterhin an hochschulpolitischen Positionen und entwickeln gemeinsam eine Vision für die Lehre nach der Pandemie. Bestehende Hochschulgruppen in den Unistädten unterstützen wir und möchten Neugründungen forcieren – an Pädagogischen Hochschulen beispielsweise wollen wir in der Hochschulpolitik als Jusos präsenter werden. Außerdem engagieren wir uns für einen Tarifvertrag für studentische Beschäftigte und supporten die damit verbundene Kampagne von GEW und ver.di.

Nachdem im vergangenen Arbeitsjahr die Juso-Schüler:innen-und-Auszubildenden- Koordination (JSAG) auf Grund von Unstimmigkeiten mit der SPD nicht offiziell gegründet werden konnte, holen wir das schnellstmöglich nach. Entsprechende Gespräche mit der Landes-SPD laufen bereits. Die JSAG soll ähnlich wie unsere HSGen bildungspolitische Inhalte und Forderungen entwickeln.

Organisationen wie den Landesschüler:innenbeirat und die gewerkschaftlichen Jugendverbände laden wir regelmäßig zum offenen Austausch und unseren Juso- Veranstaltungen ein.