Arbeitsprogramm des Landesvorstands 20/21: Unterschied zwischen den Versionen

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Das sozialdemokratische Aufstiegsversprechen ist unserer Generation immer weniger im Bewusstsein, aber keinesfalls weniger aktuell. Bis heute hängen gesellschaftlicher Aufstieg und wirtschaftlicher Erfolg nicht maßgeblich von der Leistung, sondern von der Herkunft ab. Die zunehmend hektische Arbeitswelt lässt zu viele Menschen außen vor. Hierdurch geraten der gesellschaftliche Zusammenhalt und schlussendlich unsere Demokratie in Gefahr. Zudem wandeln sich durch Digitalisierung und Energiewende ganze Berufsgruppen, einige verschwinden komplett. Arbeitsplatzwechsel und berufliche Neuorientierung sind bereits die Normalität und verschärfen sich durch die Corona Krise.All dies verschafft Bildung einen immer höheren Stellenwert. Der gerechte Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten, Um- und Weiterqualifizierung muss deshalb im Mittelpunkt stehen – unabhängig von Alter, Branche oder finanziellen Eigenmitteln. Folgende Herausforderungen sind dabei entscheidend:Wie können wir das Recht auf (Weiter-)Bildung ausgestalten? Wie sollen diese Maßnahmen finanziert werden, ohne dass bereits berufstätige Menschen ihren Lebensstandard senken müssen? Wie müssen Institutionen wie Berufs- und Hochschulen umstrukturiert werden, damit sie auf Arbeitnehmer*innen reagieren können, die mitten im Berufsleben stehen und nun eine andere Laufbahn einschlagen (müssen)?
 
Das sozialdemokratische Aufstiegsversprechen ist unserer Generation immer weniger im Bewusstsein, aber keinesfalls weniger aktuell. Bis heute hängen gesellschaftlicher Aufstieg und wirtschaftlicher Erfolg nicht maßgeblich von der Leistung, sondern von der Herkunft ab. Die zunehmend hektische Arbeitswelt lässt zu viele Menschen außen vor. Hierdurch geraten der gesellschaftliche Zusammenhalt und schlussendlich unsere Demokratie in Gefahr. Zudem wandeln sich durch Digitalisierung und Energiewende ganze Berufsgruppen, einige verschwinden komplett. Arbeitsplatzwechsel und berufliche Neuorientierung sind bereits die Normalität und verschärfen sich durch die Corona Krise.All dies verschafft Bildung einen immer höheren Stellenwert. Der gerechte Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten, Um- und Weiterqualifizierung muss deshalb im Mittelpunkt stehen – unabhängig von Alter, Branche oder finanziellen Eigenmitteln. Folgende Herausforderungen sind dabei entscheidend:Wie können wir das Recht auf (Weiter-)Bildung ausgestalten? Wie sollen diese Maßnahmen finanziert werden, ohne dass bereits berufstätige Menschen ihren Lebensstandard senken müssen? Wie müssen Institutionen wie Berufs- und Hochschulen umstrukturiert werden, damit sie auf Arbeitnehmer*innen reagieren können, die mitten im Berufsleben stehen und nun eine andere Laufbahn einschlagen (müssen)?

Version vom 23. Oktober 2020, 08:32 Uhr

Ein Wahljahr unter ungewohnten Bedingungen: 2021 stehen sowohl Landtags- als auch Bundestagswahlen an, gleichzeitig muss politische Arbeit im Zeichen der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen anders gestaltet werden.Wir Jusos Baden-Württemberg sind die Stimme der jungen Generation - und wollen mehr denn je entschlossen für ihre Interessen kämpfen, laut und auch mal unbequem auftreten. Denn unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise leiden bereits jetzt die unter 30-jährigen überdurchschnittlich oft, die Aussichten auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sind trübe. Als Jusos werden wir das nicht einfach hinnehmen, sondern gemeinsam mit Bündnispartner*innen konkrete Forderungen entwickeln, diese in die SPD tragen und nicht zuletzt in Parlamenten durch (hoffentlich) bald frisch gewählte Jung-Abgeordnete selbst voranbringen. Um unseren eigenen Landesverband stärker zu diversifizieren und damit gerade für junge Menschen unterschiedlicher sozialer Milieus, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, sowie Frauen und Trans*personen attraktiver zu werden, modernisieren wir außerdem unser eigenes Verbandsleben: Kreative Ideen im Bereich Social Media, neue inklusive Veranstaltungsformate, digitale Angebote und Wahlkämpfe sollen für mehr Power und Zusammenhalt sorgen sowie unser Standing in der Öffentlichkeit verbessern und motivierte Neu-Jusos anwerben.

Working for a better future: Unsere Arbeitswelt von morgen

Alles scheint Kopf zu stehen – die Corona-Pandemie verändert unseren Alltag radikal. Und sie wirft Fragen auf, welche über die unserer Gesundheitsversorgung hinausgehen: Wie gerecht, nachhaltig und krisenfest ist die vorherrschende Arbeits- und Wirtschaftspolitik? Unzählige Menschen bangen um ihre Arbeitsplätze, müssen durch Kurzarbeit mit deutlich weniger Lohn über die Runden kommen und blicken unsicher in die Zukunft.Die tiefen Einschnitte der Corona-Pandemie treffen auf brandaktuelle Herausforderungen, die Arbeiten und Wirtschaften neu definieren werden: Die sozial-ökologische Wende hin zu nachhaltigen Jobs und Produktionsweisen, die Digitalisierung sämtlicher Berufssparten und Lebensbereiche sowie der demografische Wandel mit seinen Auswirkungen auf die Altersstruktur und Funktion von Unternehmen. Im Rahmen einer digitalen Urabstimmung unter allen Jusos im Land konnte sich dieser Vorschlag der Kreisverbände Tübingen, Reutlingen, Zollernalb und Sigmaringen durchsetzen. Das Arbeitsthema „Working for a better future“ soll durch Workshops auf unseren Verbandsveranstaltungen, aber auch in unseren Regionen und Kreisverbänden aufbereitet sowie breit diskutiert werden. Wir bedanken uns bei den Jusos Heidenheim für das Einbringen ihres Vorschlag "Förderung regionaler Betriebe - Unser Beitrag zum Naturschutz und zur Stärkung der Region".

Inhaltlich wollen wir folgende Fragestellungen in den Mittelpunkt rücken:

High hopes? Lebenslanges Lernen ermöglichen!

Das sozialdemokratische Aufstiegsversprechen ist unserer Generation immer weniger im Bewusstsein, aber keinesfalls weniger aktuell. Bis heute hängen gesellschaftlicher Aufstieg und wirtschaftlicher Erfolg nicht maßgeblich von der Leistung, sondern von der Herkunft ab. Die zunehmend hektische Arbeitswelt lässt zu viele Menschen außen vor. Hierdurch geraten der gesellschaftliche Zusammenhalt und schlussendlich unsere Demokratie in Gefahr. Zudem wandeln sich durch Digitalisierung und Energiewende ganze Berufsgruppen, einige verschwinden komplett. Arbeitsplatzwechsel und berufliche Neuorientierung sind bereits die Normalität und verschärfen sich durch die Corona Krise.All dies verschafft Bildung einen immer höheren Stellenwert. Der gerechte Zugang zu qualitativ hochwertigen Bildungsangeboten, Um- und Weiterqualifizierung muss deshalb im Mittelpunkt stehen – unabhängig von Alter, Branche oder finanziellen Eigenmitteln. Folgende Herausforderungen sind dabei entscheidend:Wie können wir das Recht auf (Weiter-)Bildung ausgestalten? Wie sollen diese Maßnahmen finanziert werden, ohne dass bereits berufstätige Menschen ihren Lebensstandard senken müssen? Wie müssen Institutionen wie Berufs- und Hochschulen umstrukturiert werden, damit sie auf Arbeitnehmer*innen reagieren können, die mitten im Berufsleben stehen und nun eine andere Laufbahn einschlagen (müssen)?

Equal chances?

Sozialstaat umbauen!Ob der Gang zum Jobcenter oder auf das Sozialamt: Zahlreiche Menschen fürchten sich hiervor und haben den Glauben an den schützenden Staat verloren, nicht zuletzt trägt auch die SPD hier Mitverantwortung. Nicht selten lassen unverständliche Bürokratie und drohende Sanktionen die sozialen Sicherungssysteme weder bürgernah noch fair wirken. Vertrauen muss zurückgewonnen werden – dafür braucht es politische Antworten und Reformen:Wie können wir beispielsweise für mehr Sicherheit am Arbeitsmarkt sorgen und braucht es eine staatliche Jobgarantie? Wie muss aus unserer Sicht das Rentensystem an Erwerbsbiografien angepasst werden? Wie schaut eine zukunftsfähige Arbeits(losen)versicherung aus und wie stehen wir zum bedingungslosen Grundeinkommen?

Workers unite?

Für Rechte von Arbeitnehmer*innen kämpfen!Gewerkschaften müssen sich immer öfter mit sinkenden Mitgliederzahlen auseinandersetzen – gleichzeitig nimmt die flächendeckende Tarifbindung ab, Arbeitnehmer*innen werden in ihrer Position geschwächt.Das erscheint besonders dieser Tage absurd: Beschäftigte in „systemrelevanten Berufen“ werden gelobt und beklatscht, doch die meisten politisch Verantwortlichen weichen Forderungen nach besserer Bezahlung aus. Für uns ergeben sich folgende Fragen:Wie sollen und müssen sich Arbeitnehmer*innen künftig organisieren, wie kann betriebliche Mitbestimmung in Start-Ups, für Clickworker*innen sowie andere neue Arbeitsformen aussehen und welche Rolle spielen die Gewerkschaften? Wie stärken wir Berufsgruppen, denen traditionell mehrheitlich Frauen* angehören und die meist unterdurchschnittlich entlohnt werden? Wie finden wir gesamteuropäische Lösungen und schaffen es, arbeitspolitische Standards in der EU einzuführen?

Working 9 to 5? Arbeits(zeit)modelle für das 21. Jahrhundert finden!

Das Home Office wird durch die Corona-bedingt erforderliche soziale Isolation plötzlich beliebt, obwohl Arbeitgeber*innen über Jahre hinweg hartnäckig behauptet haben, das sei im großen Stil unmöglich. Damit dies allerdings Chance und nicht Gefahr darstellt, braucht es konkrete politische Weichenstellungen.Gleiches gilt für die landauf, landab geforderte Flexibilität im Berufsleben: Durchgehende Erreichbarkeit und unklarer definierte Arbeitszeiten können gesundheitliche und persönliche Probleme zur Folge haben. Daher fragen wir uns:Wie verändert der ständige digitale Zugang zu Arbeit die beruflichen Aufgaben sowie die damit verbundene Verantwortung und wie muss ein Recht auf Home Office umgesetzt werden? Wie sichern wir zugleich die Freizeit von Beschäftigten und schützen vor Überforderung? Wie stehen wir zur allgemeinen Arbeitszeitverkürzung und wie könnte diese konkret aussehen?

Buy local? Regionale Wirtschaft stärken!

Regional heißt sozial und umweltverträglich. Während sogenannte „Global Player“ bei der Produktion von Waren und auch Lebensmitteln die Rechte von Arbeitnehmer*innen zu oft missachten, liegt in der regionalen Wirtschaft großes Potenzial. Lieferketten sind hier kürzer, nachvollziehbar und sichern die Qualität von Produkten. Gleichzeitig können wir uns durch die fortschreitende Globalisierung nicht vollständig auf das Regionale zurückziehen. Dieses Spannungsfeld stellt uns vor Fragen:Wie fördern wir lokale und klimaschonende Einzelhandelskonzepte, beispielsweise Unverpackt-Läden? Wie schaffen wir es, Lieferketten mit Blick auf regionale Unternehmen nachhaltiger zu gestalten? Wie bringen wir Regionalität und unsere internationalistischen Vorstellungen in Bezug auf gutes Wirtschaften in Einklang?

System change? Unsere Vision für die Wirtschaft der Zukunft!

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie müssen wir eine heftige und weltweite Rezession erwarten – doch nach dieser Krise zum „business as usual“ zurückzukehren ist für uns keine Option! Es braucht jetzt eine breit angelegte Debatte über unser geltendes Wirtschaftssystem. Zu oft wurden notwendige Veränderungen unseres Wirtschaftssystems mit Verweis auf globale Entwicklungen und Abhängigkeiten abgewürgt. Diesen vermeintlichen Widerspruch akzeptieren wir nicht und wollen für unsere Wirtschaftsordnung auch unbequeme Fragen stellen:Wie definieren wir den Staat und welche Verantwortung muss er übernehmen? Wie muss sich unsere soziale Marktwirtschaft in einer globalisierten, meist kapitalismus-getriebenen Wirtschaft verändern? Wie können wir das gesamte System so verändern, dass Gemeinwohl vor Wachstum und Gewinnmaximierung steht?

Gemeinsam stärker: Jusos als Team

Im vergangenen Jahr haben wir zusammen daran gearbeitet, verkrustete Strukturen aufzubrechen, uns als Team zusammenzufinden, einander wieder zu vertrauen und dabei versucht, ein Verbandsklima zu schaffen, in dem sich alle aufgehoben fühlen. Dies ist uns zu großen Teilen und an vielen Ecken gelungen. Viele unserer Maßnahmen haben Erfolg gezeigt, auch wenn wir an manchen Stellen noch Optimierungsbedarf haben. Deshalb nehmen wir uns für das neue Arbeitsjahr einige Grundsätze für das neue Miteinander vor.

Inhaltlich kontrovers, aber persönlich auf Augenhöhe

Wir dürfen nicht aus Angst, alte Konflikte wieder aufzubrechen, vor inhaltlichen Kontroversen zurückschrecken. Die inhaltliche Debatte ist unser wichtigstes Werkzeug für die politische Arbeit. Wir wollen sie lebhaft führen, ohne sie persönlich werden zu lassen, sowohl im direkten Gespräch, auf Verbandsveranstaltungen, als auch online. Hart in der Sache, aber fair im Ton. Der Landesvorstand wird die Debattenkultur innerhalb der Jusos Baden-Württemberg beobachten und im kommenden Rechenschaftsbericht über die Fortschritte und womögliche Maßnahmen zur Stärkung der Debattenkultur berichten.

Ombudsteam als Anlaufstelle

Verbandsinterne persönliche Konflikte sollten möglichst schon auf niederschwelliger Ebene gelöst werden, bevor sie jemanden persönlich verletzen und so die inhaltliche oder Verbandsarbeit beeinträchtigen. Darüber hinaus wollen wir mit unserem Ombudsteam vor allem auch Minderheiten schützen und ihnen sichere Räume schaffen. Insbesondere Frauen*, Transpersonen, homosexuelle Menschen sowie Menschen religiöser und ethischer Minderheiten sollen besonderen Schutz durch das Ombudsteam erfahren. Sollten Probleme nicht im persönlichen Gespräch geklärt werden können, so stehen als Ansprechpartner*innen die Mitglieder des Ombudsteams bereit. Sie fungieren als Vertrauenspersonen, die für jede*n da sind. Das Ombudsteam wird dem zweiten Landesausschuss Maßnahmen vorschlagen damit dieses Angebot mehr wahrgenommen wird, denn das Ombudsteam kann nur helfen, wenn es von Problematiken weiß. Neben dem Ombudsteam können weiter in gewohnter Weise die Mitglieder des Landesvorstands sowie die Kreissprecher*innen/Kreisvorsitzenden angesprochen und um vertrauliche Unterstützung gebeten werden.

Miteinandermanifest weiterleben, auch im Bundesverband

Das Miteinandermanifest ist keine Liste abzuarbeitender Punkte, sondern besteht aus Grundsätzen für ein gutes Verbandsklima, zu denen wir uns 2019 bekannt haben. Wir wollen es auch künftig hochhalten, uns daran orientieren und das, was wir daraus ziehen, zudem in den Juso-Bundesverband tragen. Denn auch auf Bundesebene haben wir den Anspruch, ein offener, fairer und respektvoller Verband zu sein, in dem jede Meinung angehört und unterschiedliche Perspektiven wertgeschätzt werden. Wir müssen nach Innen zusammenwachsen, um nach Außen wirken zu können.

KV-übergreifendes Kennenlernen

Auf unseren Verbandsveranstaltungen und in unterschiedlichen Strukturen, wie z.B. der Kontra-Redaktion oder dem Frauen*empowerment haben wir Gelegenheiten, einander über den eigenen Kreisverband hinaus kennenzulernen. Diese gilt es zu nutzen. Des Weiteren wollen wir regionsübergreifend denken und das Austauschprogramm für unsere Kreisverbände intensivieren - hierbei werden KVen durch den Landesvorstand dabei unterstützt, gemeinsam politische und gesellige Formate zu organisieren. Egal aus welchem Kreisverband man als Juso kommt, es soll keine Rolle spielen, denn uns verbindet weitaus mehr als uns trennt. Um das notwendige Vertrauen hierfür zu schaffen, setzen wir auf enge persönliche Kontakte. Der Landesvorstand wird im kommenden Rechenschaftsbericht eine Bestandsaufnahme der KV-übergreifenden Zusammenarbeit - ob initiiert durch den LaVo oder auf Eigeninitiative - präsentieren. Auf den Landesausschüssen wird der Landesvorstand erste Zwischenergebnisse vorstellen, sodass noch während des Arbeitsjahres gegebenenfalls weitere Schritte zur Stärkung der Zusammenarbeit eingeleitet werden können.

Unsere eigenen Strukturen kritisch hinterfragen

Organisationen befinden sich in einem ständigen Wandel. Mit diesem Wandel müssen unsere Strukturen und Arbeitsformen mithalten können. Im kommenden Arbeitsjahr wollen wir uns daher kritisch mit unseren eigenen verbandsinternen Strukturen befassen und Empfehlungen für die kommende LDK erarbeiten. Unsere Verbandsarchitektur muss mit den Erfordernissen eines modernen politischen Jugendverbandes mithalten können.

Für einen modernen Verband: Veranstaltungsformate und Bildungsarbeit

Die zentralen Veranstaltungen der Jusos Baden-Württemberg bilden das Herz unseres Verbandslebens. Auch künftig wollen wir wieder Räume schaffen, um einander näher kennenzulernen und natürlich politisch zu diskutieren. Bewährtes Format der vergangenen Jahre ist hierbei die Politikwerkstatt. Wir wollen uns am zeitlichen Ablauf sowie der der Idee, Phasen zur freieren inhaltlichen Debatte zu ermöglichen, weiterhin orientieren. Inhaltliche Workshops, tagesaktuelle Debatten sowie gemeinsames Feiern sind Hauptbestandteile unserer Politikwerkstätten. Im Fokus soll dabei unser Arbeitsthema „Working for a better future“ stehen. Auch Vernetzungstreffen (beispielsweise der Juso-Hochschulgruppen oder des Frauen*empowerments) und Teambuilding-Aktionen wollen wir anbieten. Wir ergänzen die Politikwerkstätten durch Besichtigungen und Exkursionen im Umfeld unserer Veranstaltungsorte, um unseren Jusos spannende neue Eindrücke zu verschaffen, die nicht allein durch Diskussionen untereinander abgedeckt werden können. Dabei wollen wir auch innovative Ideen und Formate mit in die Planung aufnehmen. Der Landesvorstand findet zudem, gemeinsam mit der Kreisvorsitzendenkonferenz, Formate um die kreisübergreifende Zusammenarbeit zu fördern.Bereits zum achten Mal werden wir im kommenden Arbeitsjahr unseren WIR-Kongress veranstalten. Neben einem breiten Spektrum an Themen, streben wir dabei einen intensiveren Austausch mit hochkarätigen Gästen aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft an. An unseren Neumitgliederseminaren halten wir grundsätzlich fest. Jedoch haben wir gerade im vergangenen Arbeitsjahr gute Erfahrungen mit unseren Online-Formaten gemacht, sodass wir dieses auch wieder im Rahmen unserer Neumitgliederschulung berücksichtigen wollen. Darüber hinaus möchten wir ebenfalls im Bereich der inhaltlichen Debatte Online-Veranstaltungen anbieten und damit unsere Präsenztermine im ganzen Arbeitsjahr abrunden. So wird jeder und jedem die Möglichkeit geboten, am Verbandsleben teilzuhaben.

Jusos 4.0: Digitalisierung ganz konkret

Durch die Corona-Pandemie hat sich die politische Arbeit ins Digitale verlagert. Die Erfahrungen, die wir während der Einschränkungen mit zahlreichen Videokonferenzen machen durften, waren für uns wertvoll. Auch wenn der Umstieg große Herausforderungen bereithielt und sich reale Begegnung niemals durch Zoom- und WebEx-Meetings ersetzen lassen, wollen wir diese Medien in Zukunft in unsere politische Arbeit verstärkt mit einbeziehen. Die Vorteile, wie beispielsweise eine höhere Flexibilität und Kontinuität, wollen wir für unseren Verband nutzen.Die Arbeit unserer Projektgruppen, die sich über das ganze Arbeitsjahr mit bestimmten Themenschwerpunkten beschäftigen, wollen wir in Zukunft auch stärker online stattfinden lassen. Es soll nicht mehr, wie bisher, nur bei Politikwerkstätten über deren Anliegen diskutiert werden. Zusätzlich zu bestehenden physischen Formaten sollen in einem angemessenen Rahmen auch Online-Formate die Arbeit der Projektgruppen ergänzen. Hierzu wollen wir das Rote Netz der SPD Baden-Württemberg nutzen. Ziel soll es sein, mehr Mitglieder für die Arbeit innerhalb unseres Verbandes zu begeistern und Hürden für die Teilnahme zu senken.Unser Präsenz in den sozialen Medien wollen wir flächendeckend ausbauen und dadurch deutlich mehr Nicht-Jusos erreichen als in der Vergangenheit. Hierzu werden wir verstärkt unsere Kreisverbände einbinden. Generell soll es einen größeren Austausch zwischen den Kreisverbänden und den Jusos Baden-Württemberg bei der Öffentlichkeitsarbeit geben. Wir wollen unsere Kreisverbände über das Rote Netz mit Vorlagen, Positionen und Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit und für Veranstaltungen vor Ort versorgen und sie bei ihrer Arbeit unterstützen. In diesem Zuge wollen wir mehr Mitmach-Kampagnen in den Sozialen Medien initiieren.

Wahlkampf voraus: Jusos in die Parlamente

Eines unserer wichtigsten Ziele im Arbeitsjahr 2020/21 lautet: Die SPD-Fraktionen im Land- sowie Bundestag personell verjüngen!Die Planungen für unsere Jugendkampagne im Landtagswahlkampf laufen bereits auf Hochtouren, hieran knüpfen wir in den kommenden Monaten an: Wir werden uns während einer Politikwerkstatt schwerpunktmäßig mit der Landtagswahl beschäftigen, gemeinsam Forderungen für das SPD-Wahlprogramm entwickeln und den Teilnehmenden Skills für die Wahlkampforganisation vor Ort entwickeln. Ergänzen wollen wir diese Veranstaltung durch eine große Straßenaktion, die den Startschuss unserer Kampagne liefern soll. Für unsere Juso-Erst- und Zweitkandidierenden schaffen wir weitere Angebote der Weiterbildung und der Vernetzung untereinander, insbesondere im Roten Netz und auf Telegram. Sämtlichen Kreisverbänden stellen wir individualisierbare Vorlagen zur Verfügung: Ob Pressetexte, Share Pics oder Designs für Flyer, wir wollen landesweit einheitlich auftreten und den KVen möglichst viel Arbeit abnehmen. Hierfür gestalten wir in Kooperation mit dem Kontra und dem Social-Media-Team ein eigenes Layout für die Kampagne.Wir wollen einen guten Mix an digitalen und Corona-konformen Präsenz-Veranstaltungen auf die Beine stellen: Der Landesverband wird auf seinen Social-Media-Pages zentrale Wahlkampfforderungen aufstellen und Online-Aktionen initiieren, die die KVen leicht übernehmen können. Mehr als in der Vergangenheit wollen wir finanzielle Mittel in unsere Social-Media-Strategie investieren. Zugleich wird eine Bustour stattfinden, die alle interessierten Kreisverbände mindestens einmal während des Wahlkampfs ansteuern soll. Jener Bus macht in Innenstädten sowie an belebten Plätzen Halt und hält Materialien für Winter-Outdoor-Aktionen bereit. Wir setzen dadurch auf ein dezentrales Format, von dem insbesondere strukturschwächere KVen profitieren. Da wir die Bustour schon in früheren Wahlkämpfen genutzt haben, werden wir die dabei gemachten Erfahrungen von den Kreisverbänden erfragen und mit in die Planung einfließen lassen. Strukturschwache Kreisverbände wollen wir auch finanziell und personell unterstützen.Nicht aus den Augen verlieren wir die Organisation des Bundestagswahlkampfs. Dafür wollen wir in engem Austausch mit dem Juso-Bundesbüro stehen und bereits zeitig konkrete Ideen sammeln. Zum ersten Mal wird bei der Aufstellung der baden-württembergischen Landesliste die Jugendquote gelten. Als Jusos werden wir auf ihre Umsetzung („...mindestens 10% der aussichtsreichen Listenplätze mit Personen unter 35 Jahren zu besetzen.“) pochen und eigene personelle Vorschläge einbringen. Über das konkrete Vorgehen für das Erarbeiten der personellen Vorschläge wird der Landesausschuss beschließen.

In Stadt und Land: Zukunft der Regioarbeit Regioarbeit erschöpft sich nicht mehr nur in klassischen Regiokonferenzen. Wir wollen diese zwar beibehalten, im kommenden Arbeitsjahr allerdings auch verstärkt auf digitale Formate setzen, sowohl im Rahmen von Videokonferenzen als auch dem Austausch von Positionen, Anträgen und Materialien beispielsweise über das Rote Netz. Organisatorische und inhaltliche Doppel- oder Dreifacharbeiten wollen wir durch einen offenen Austausch minimieren und so wertvolle Zeit für die politische Arbeit gewinnen. Im Zuge dieser fortschreitenden digitalen Ergänzung wollen wir die bilaterale Zusammenarbeit benachbarter Kreisverbände stärken und zugleich auch überregionale Formate zwischen Kreisverbänden unterstützen. In einem ersten Schritt wird der Landesvorstand die Erfahrungen aus der Corona-Lockdown-Phase, die viele Kreisverbände gemacht haben, evaluieren, sodass wir gemeinsam aus unseren verschiedenen Versuchen lernen können.Regioarbeit soll dabei auch inhaltlicher werden. Das Ziel muss es sein, gemeinsam regionale Themen zu bespielen und hierzu Positionierungen zu erarbeiten, die in einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit münden. Auch hierfür ist eine stärkere Digitalisierung der Regioarbeit wichtig. Im Zuge der Landtagswahlen wird gegenseitige Unterstützung von besonderer Bedeutung sein. Regioarbeit muss in dieser Phase vor allem nach außen gehen und gemeinsame Aktionen und Aktionstage organisieren. Wir wollen bei Regiokonferenzen bestmöglich, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt, vor Ort sein, mit lokalen Organisationen und Akteuren ins Gespräch kommen und somit Regioarbeit auch medienwirksamer gestalten.Die Idee der Partnerschaftsmodelle werden wir fortführen. Nachdem sich im vergangenen Arbeitsjahr viele Kreisverbände innerhalb der neuen Regionen besser kennenlernen konnten, wollen wir Partnerschaftsmodelle stärker fördern und auch inhaltlich fundieren. Insbesondere im Rahmen der Landtagswahl sind vor allem kleinere Kreisverbände punktuell auf Unterstützung angewiesen. Natürlich sollen diese Partnerschaften nur unter beidseitigem Einverständnis zustande kommen.

Unser Bild nach außen: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Unsere Öffentlichkeitsarbeit soll sich im kommenden Arbeitsjahr in die Bereiche Social Media, Pressearbeit und Wirken vor Ort gliedern. Im vergangenen Arbeitsjahr waren wir mit einem guten Social-Media-Auftritt und vielen Pressemitteilungen aktiv und haben uns pressewirksam an öffentlichen Debatten beteiligt. Intensiveren wollen wir das Bespielen kontroverser Themen: dies bietet sich besonders mit unserem neuen Arbeitsthema „Working for a better future“ an. Neben dem Setzen eigener Forderungen wollen wir auch die Geschwindigkeit erhöhen, mit der wir kurzfristig auf Diskussionen in der Presse des Landes reagieren.Wie auch schon in den letzten Jahren soll sich ein Social-Media-Team bilden, das sich, unter der Leitung eines/einer stellvertretenden Landesvorsitzenden, aus Interessierten aus dem ganzen Verband zusammensetzt. Dessen Aufgabe ist es, unsere Social-Media-Kanäle regelmäßig mit neuen Inhalten zu bespielen und dadurch auch unsere inhaltlichen Positionen nach außen zu tragen. Insbesondere helfen wir mit unserer Reichweite auf Landesebene auch bei der Bewerbung von Veranstaltungen, die in der Kooperation von Kreisverbänden entstehen, um die gute Zusammenarbeit im Landesverband auch öffentlich sichtbar zu machen.Ein wichtiger Teil unsere Öffentlichkeitsarbeit ist unser Auftreten vor Ort, hier wird der Landesverband die Kreisverbände zum einen mit Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. Zum anderen werden Schulungen angeboten, die die für Öffentlichkeitsarbeit in den Kreisverbänden Verantwortlichen ansprechen sollen. So soll insgesamt ein gutes Auftreten im gesamten Land zu gewährleisten werden.

Verbandsmagazin von morgen: Das Kontra

Das Kontra ist das Meinungsforum aller Jusos und bietet journalistisch begeisterten Mitgliedern die Möglichkeit zum Ausprobieren, Austoben und Mitgestalten. Doch Journalismus ist einer stetigen Veränderung unterworfen, so wird, in Zeiten der Digitalisierung, ein crossmediales Auftreten immer wichtiger. Das Kontra hat in den letzten Jahren in diesem Bereich große Fortschritte gemacht, an die es im kommenden Arbeitsjahr anzuknüpfen gilt. So muss neben den, regelmäßig zu betreibenden, Grundtätigkeiten in den Sparten Blog, Print und TV auch an neuen Konzepten gearbeitet werden, um möglichst viele Mitglieder der Jusos Baden-Württemberg mit den Inhalten des Kontras zu erreichen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zu bieten, sich am Debattenprozess im Kontra zu beteiligen. Hierzu sollen die Funktionen der Kontra-App ausgebaut werden, so wird z.B. unter Blogbeiträgen durch eine Kommentarfunktion eine Diskussion ermöglicht, durch eine professionelle Moderation unterstützt wird.Daneben muss sich die neue Kontra-Redaktion Gedanken machen, wie und ob die Print Ausgabe auch digital für Abonnent*innen zur Verfügung stehen kann. Weiter gilt es flexibel auf die medialen Anforderungen der Mitglieder der Jusos Baden-Württemberg zu reagieren und mit neuen Formaten mehr Mitglieder zu erreichen. Denkbar sind hier Projekte wie Podcasts etc. Das Kontra ist schon heute eine große Diskussionsplattform für uns Jusos. Entscheidend ist es, im nächsten Jahr die vielfältigen Angebote des Kontras durch zielgerichtete Werbung im Verband bekannter zu machen und so die Debatten im Kontra jedem Mitglied näher zu bringen.

Vor Ort was bewegen: Local Heroes

Wir Jusos wissen um die immense Bedeutung unserer Kommunen für die Politik und das Wohlergehen der Menschen in unserem Land! Deswegen übernehmen wir Verantwortung in den kommunalen Gremien und setzen uns mit kommunalpolitischen Fragen auseinander.Im vergangenen Jahr haben wir den Grundstein für eine starke Veranstaltungsreihe gelegt, die unsere Juso-Rät*innen und kommunalpolitisch interessierten Jusos in ihrer Arbeit unterstützt. Dieses Programm werden wir fortführen. Dabei wollen wir sowohl auf die Bedürfnisse derjenigen Jusos eingehen, die inzwischen seit über einem Jahr in kommunalen und regionalen Räten sitzen, als auch auf die der Jusos, die sich jetzt schon für die Kommunalwahlen 2024 in Stellung bringen wollen.Einen größeren Schwerpunkt wollen wir dabei auf die Vernetzung und den Wissensaustausch zwischen unseren Jusos setzen. Auch wenn jede Kommune unterschiedlich ist, gibt es doch viele Probleme, die flächendeckend in ganz Baden-Württemberg bestand haben. Das Rote Netz soll für den Austausch junger Kommunalpolitiker*innen aktiv genutzt werden als Plattform auf der Probleme diskutiert, Ideen präsentiert und Erfahrungen aus der kommunalpolitischen Arbeit ausgetauscht werden.Außerdem wollen wir gemeinsame Antragsmuster für die kommunalpolitischen Gremien erarbeiten, die unseren Juso-Rät*innen Impulse für ihre eigene Arbeit geben sollen. Die Corona-Pandemie betrifft unsere Kommunen besonders stark. Auch in den kommenden zwei bis drei Jahren werden sinkende Gewerbe- und Einkommenssteuereinnahmen unsere Städte und Gemeinden unter massiven finanziellen Druck setzen. Hinzukommen bestehende Herausforderungen, wie Wohnungsnot und Kita-Betreuung. Was bedeutet dieser Spagat für unsere Kommunen? Welche Lösungsansätze gibt es? Was können wir Jusos tun, um trotzdem soziale und ökologische Politik voran zu bringen? Und wie können wir uns gegenseitig unterstützen?Diese Fragen wollen wir gemeinsam mit unseren Juso-Rät*innen und kommunalpolitisch Interessierten diskutieren. Ganz konkret heißt das: wir werden in diesem Arbeitsjahr einen Workshoptag veranstalten, der sich mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie für unsere Kommunen beschäftigt. Methodische Impulse sollen die inhaltliche Diskussion ergänzen und es soll eine Möglichkeit zur Vernetzung geben.

Frauen* empowern: Frauen*verbandsarbeit

Die Frauen*verbandsarbeit wird auch im kommenden Arbeitsjahr fortgesetzt. Ziel ist es, in allen Kreisverbänden aktive Frauen* zu haben, die sich auch untereinander austauschen können. Dafür konzentrieren wir uns auf zwei Säulen:

Vernetzung und Austausch

Die im letzten halben Jahr begonnenen digitalen Formate wollen wir weiterführen, da sie ein gutes Werkzeug für den landesweiten Austausch sind. Mindestens einmal im Monat soll ein digitales oder analoges Treffen stattfinden. Letztere werden geografisch verteilt. Die Treffen sind auch für Nichtmitglieder offen, sie dienen dem Kennenlernen und der Diskussion von aktuellen politischen Themen in einem lockeren Rahmen. Auch über die Regionen soll ein intensiverer Austausch entstehen.

Politisches Handwerk

Um Frauen* für Vorstandsposten, Delegationen, Antragsdebatten usw. vorzubereiten, werden Formate zu Rhetorik und Auftreten angeboten. Hierzu ist – sofern hygienetechnisch möglich – mindestens ein Tagesseminar geplant. Im Rahmen von Landesverbandsveranstaltungen sollen weitere Workshops dazu stattfinden, die auch Männer* miteinbeziehen. Wir werden die gewonnenen Erfahrungen für die Kreisverbände aufbereiten und diesen zur Verfügung stellen.Darüber hinaus wird es zum Internationalen Frauen*tag wieder eine Aktion geben; außerdem wird die Antragsarbeit mit feministischer Perspektive fortgeführt.

Verband für alle: Ombudsarbeit

Die Einführung des Ombudsteams war eine gute Entscheidung. Durch Mitglieder mit verschiedenen Hintergründen und Erfahrungen vertritt das Ombudsteam auch einen diversen Verband. Die Mitglieder des Ombudsteams müssen weiterhin den Anspruch haben, in ihrer Arbeit besser zu werden. Deswegen sollen sie, falls möglich, an Schulungsangeboten in den Bereichen Mediation, Konfliktmanagement und Opferbetreuung teilnehmen.Auf Juso-Veranstaltungen wird weiterhin immer mindestens ein, besser zwei Mitglieder des Ombudsteams anwesend sein. Währenddessen sind die anwesenden Mitglieder des Ombudsteams über die ausgehängten Mobilfunknummern zu erreichen. Betroffene können so wählen, wem sie sie sich anvertrauen möchten. Außerdem sind sie außerhalb von Veranstaltungen über die auf der Website der Jusos BW einsehbaren Mailadressen ansprechbar. Zusätzlich wollen wir auf unseren Veranstaltungen sichere Räume schaffen, welche als Schutzräume für Frauen* und queere Menschen dienen, wo es räumlich möglich ist. Des Weiteren soll das Ombudsteam in den Dialog mit dem Juso-Bundesvorstand treten und über eine Reform des Ombudsteams der Bundes-Jusos diskutieren, in der Hoffnung, auch auf Bundes-Ebene endlich eine unabhängige und vertrauenswürdige Institution zu schaffen. Wir wünschen uns ein Ombudsteam, das gewählt wird und keine Mitglieder enthält, die andere Ämter auf Juso-Bundesebene bekleiden. Ebenso sollen Strategien ausgearbeitet werden, wie innerhalb der SPD eine vergleichbare Institution zum Ombudsteam geschaffen werden kann.

Lauter werden: Unsere Wirkung in die SPD

Als Juso-Landesverband wollen wir noch stärker politische Forderungen in die SPD Baden-Württemberg, aber auch in die Bundespartei tragen - das alte Credo „Wir Jusos sind inhaltlicher Motor der SPD“ bleibt unsere Handlungsmaxime. Wann immer möglich, erarbeiten wir mit dem SPD-Landesvorstand sowie der -Landtagsfraktion gemeinsame Aufschläge, insbesondere zu landespolitischen Themen. Gleichzeitig trauen wir uns, deutliche Kritik gegenüber der Partei zu üben. Wir wollen kantiger auftreten, wenn es um die Umsetzung des Prozesses BW2030 geht: Bereits 2017 wurde auf dem Landesparteitag in Donaueschingen auf Juso-Initiative hin beschlossen, mit allen Gliederungen der Landes-SPD und außerdem Akteur*innen aus Wissenschaft und Gesellschaft eine Vision für Baden-Württemberg zu entwickeln. Hierdurch sollten Räume geschaffen werden, grundsätzlich und ohne Zwänge durch Tagespolitik oder Wahlkämpfe politische Zukunftsentwürfe zu diskutieren. BW2030 wurde vom SPD-Landesvorstand jedoch lange ignoriert und schließlich uminterpretiert: Zur Erarbeitung des Landtagswahlprogramms 2021. Als Jusos werden wir darauf pochen, BW2030 in seiner ursprünglich angedachten Form endlich anzugehen, denn unsere Landes-Partei braucht mehr Mut zu Utopien statt nur zu politischem Klein-Klein. Wir wollen die SPD Baden-Württemberg zudem nach außen wie innen verjüngen. Dazu empowern wir Jusos, Verantwortung innerhalb der Partei - etwa als Ortsvereins- oder Kreisvorsitzende - zu übernehmen. Das soll konkret durch Slots auf unseren Politikwerkstätten und im direkten Kontakt zu sowie Beratung und Unterstützung durch die jeweiligen Regiobetreuer*innen passieren. Die Idee der Talentwerkstatt der SPD BW stammt ebenfalls aus unserer Feder. Das Nachwuchsförderprogramm für 18- bis 35-jährige Genoss*innen startete Anfang 2020, musste auf Grund der Corona-Pandemie aber verständlicherweise umgestellt werden. Wir wollen, dass das Programm jährlich fortgeführt und wir als Jusos an dessen Weiterentwicklung beteiligt werden.

Gräben überwinden: Unser Verhältnis zum Bundesverband

In den vergangenen Jahren haben wir eine schrittweise Veränderung unseres Standings im Juso-Bundesverband bemerkt. Inhaltliche Differenzen sind kleiner geworden und persönliche Verbindungen in andere Landesverbände entstanden. Gleichzeitig merken wir, dass das Verhältnis weiterhin angespannt bleibt. Der Bundeskongress in Schwerin war für diese Entwicklung exemplarisch: Einerseits standen wir bei vielen inhaltlichen Fragen mit anderen Landesverbänden zusammen und haben Unterstützung für unsere Positionen und Forderungen erfahren. Andererseits mussten wir Tiefschläge und auch persönliche Angriffe einstecken.Wir wollen auch im kommenden Arbeitsjahr alles tun, um unsere Rolle im Bundesverband weiter zu verbessern. Dabei werden wir uns konstruktiv und selbstbewusst verhalten. Dies wollen wir auf verschiedenen Ebenen tun: An den Bundesausschüssen werden unsere Delegierten unsere Interessen und Haltungen vertreten und ihre Arbeit weiterhin aktiv mit dem Landesvorstand rückkoppeln und im Landesausschuss den Kreisverbänden berichten.In der Juso-Schüler*innen- und Auszubildenden-Gruppe (JSAG) haben sich 2019 jahrelange Präsenz und Mitarbeit für Jusos aus Baden-Württemberg ausgezahlt und wir konnten große Erfolge erzielen. Erstmals seit Langem konnten sich Jusos aus Baden-Württemberg auch in Funktion auf Bundesebene beweisen und haben gezeigt: Wir sind aktiver Teil unseres Verbandes. Auf diese gute Arbeit wollen wir weiter aufbauen und die Grundlage für ein neues Miteinander mit dem Bundesverband schaffen. Um eine Repräsentation und die Diskussion von bildungspolitischen Themen außerhalb der Hochschulpolitik gewährleisten zu können, werden wir uns für die Einrichtung einer Juso Schülerinnen und Azubi AG stark machen.Bei den Juso-Hochschulgruppen wollen wir auf Bundesebene weiterhin engagiert sein. Sowohl bei den neu geschaffenen Konferenzen der Landeskoordinator*innen als auch bei den klassischen Bundeskoordinierungstreffen wollen wir die Diskussionen konstruktiv begleiten und eigene inhaltliche Impulse setzen.Wir werden in den Projektgruppen des Bundesverbands aktiv mitarbeiten, für unsere Standpunkte werben und versuchen, uns mit Jusos aus anderen Bundesländern zu vernetzen. An allen Veranstaltungen des Bundesverbands wollen wir künftig mit stärkerer Präsenz als bisher teilnehmen. Landesvorstandsmitglieder, Landesausschusspräsid*innen und Bundesausschuss-Delegierte werden hier im kommenden Jahr unseren Landesverband vertreten und so zeigen, dass viele Klischees über uns überholt sind.Auch auf internationaler Ebene wollen wir die Vernetzung mit unseren Partner*innen stärken und die Verbindungen zu anderen sozialistischen Jugendverbänden mitgestalten. Das Willy-Brandt-Center Jerusalem ist ein zentrales Projekt unserer internationalistischen Arbeit und ein Friedensprojekt von unschätzbarem Wert. Es bietet Raum für Austausch und Verständigung für progressive Menschen aus Israel, Palästina und Deutschland. Wir werden uns mit aller Kraft für seinen Erhalt einsetzen und in unserem Verband Raum für Austausch und Information schaffen, um so das Bewusstsein für Arbeit und Inhalte des WBCs und unserer Partner*innen vor Ort zu stärken. Zentral und unumstößlich ist hierbei unser Bekenntnis zur doppelten Solidarität gegenüber progressiven Israels und Palästinenser*innen sowie der eigenen Rolle als Third Party. Das bedeutet, dass wir die unterschiedlichen Narrative und Lebensrealitäten der Konfliktparteien im israelisch-palästinensischen Konflikt und die Perspektiven unser Partner*innen vor Ort anerkennen und uns nicht nur mit einer einzelnen Konfliktpartei, sondern mit den progressiven Kräften beider Seiten austauschen, die sich für eine friedliche Lösung des Konflikts einsetzen. Es gilt dabei auch Widersprüche auszuhalten und konfliktsensibel zu kommunizieren.Wir wollen zeitnah ein noch ausstehendes Gespräch mit dem Juso-Bundesvorstand und insbesondere dem Juso-Bundesvorsitzenden realisieren und dabei deutlich machen: Die Zeiten alter verkrusteter Strukturen und Denkmuster bei den Jusos müssen beendet werden. Wir wollen ein neues Miteinander in den Bundesverband hineintragen, ohne unsere inhaltlichen Überzeugungen aufzugeben. Dabei ist klar, dass wir auch an uns und unserem Auftreten auf Bundesebene arbeiten müssen. Wir erwarten aber gleichzeitig vom Bundesverband, dass dieses Aufeinanderzugehen nicht einseitig bleibt.

Studis supporten: Zusammenarbeit mit den Juso-Hochschulgruppen

Die Arbeit der Juso Hochschulgruppen Baden-Württemberg wird sich im kommenden Arbeitsjahr primär um die Landtagswahl 2021 drehen. Gemeinsam mit den Juso-Hochschulgruppen möchten wir den knapp 200.000 Studierenden in Baden-Württemberg zeigen, dass eine gute, soziale und gerechte Hochschulpolitik nur unter Regierungsbeteiligung einer starken SPD möglich ist.Dafür werden wir eine gezielte Kampagne für den Landtagswahlkampf an Universitäten und Hochschulen aufsetzen, die klar die massiven Fehler der grün-schwarzen Landesregierung in der Hochschulpolitik aufzeigt. Beispiele hierfür sind die Wiedereinführung der Studiengebühren, die verschlafenen Reaktionen in der Corona-Pandemie und die massive Unterfinanzierung der Hochschulen. Gerade die Demonstrationen gegen den Hochschulfinanzierungsvertrag II haben gezeigt, dass wir den Auftrag haben, die SPD wieder als die Partei der Studierenden zu etablieren.

In den Fokus rücken: Juso-Schülis und -Azubis

In unseren Juso-Reihen sind nach wie vor zu wenige Schüler*innen unterwegs, Azubis sind noch deutlich seltener vertreten. Das wollen wir ändern, um eine bessere Repräsentation zu gewährleisten, ihre Perspektiven und Erfahrungen in unsere politischen Debatten einfließen zu lassen!Im neuen Arbeitsjahr planen wir deshalb einen gemeinsamen Kennenlern- und Workshoptag mit den Jugendverbänden der DGB-Gewerkschaften. Ziel soll es sein, dass sowohl unsere als auch deren Mitglieder teilnehmen und dadurch ein Austausch sowie langfristig engerer Kontakt entsteht. Inhaltlich rücken wir die aktuelle Situation von (angehenden) Azubis und jungen Arbeitnehmer*innen in den Mittelpunkt, unser Arbeitsthema „Working for a better future“ bildet dafür die beste Grundlage.Mitglieder des Landesschüler*innenbeirats werden wir zu mindestens einer unserer zentralen Verbandsveranstaltungen einladen und dort eine schulpolitische Diskussion stattfinden lassen. Mit Interessenvertretungen von Azubis einer- und von Schüler*innen andererseits wollen wir auch öfter gemeinsame Forderungen aufstellen und diese öffentlich vertreten. Hierdurch sollen Anliegen von Schülis und Azubis intensiver im Verband diskutiert, aber auch Aktive eben dieser Organisationen für die Jusos begeistert werden.

Freundschaft!: Kooperation mit Bündnispartner*innen

Im vergangenen Arbeitsjahr haben wir die Zusammenarbeit mit verschiedenen Bündnispartnern massiv intensiviert. Hieran wollen wir anknüpfen: Bündniszusammenarbeit bedeutet für uns nicht nur, nach Verbündeten zu suchen, sondern auch, hochwertige Inputs zu erhalten und voneinander zu lernen. Wir wollen im kommenden Arbeitsjahr in unserer Bündnisarbeit einen besonderen Fokus auf Gewerkschaften legen und dies auch mit unserem Arbeitsthema verbinden. Es gilt, einen stetigen Austausch zu schaffen und zur Vertrauensbildung beizutragen. Im Rahmen gemeinsamer digitaler Veranstaltungen wollen wir die Zusammenarbeit institutionalisieren und dauerhafte Kommunikationskanäle bilden. Wir wollen im Rahmen des Arbeitsthemas inhaltlich voneinander lernen, verstärkt gewerkschaftliche Referent*innen einladen, gemeinsam an Anträgen arbeiten und Positionen formulieren. Dieses Ziel betrifft nicht nur die Landesebene. Regionen und Kreisverbänden sollen dabei unterstützt werden, auch vor Ort mit den Gewerkschaften und deren Jugendorganisationen politisch zusammenzuarbeiten und Kontakte zu knüpfen.Darüber hinaus wollen wir aktiv neue Bündnisse suchen. Zum einen, um medial stärker präsent sein zu können, zum anderen, um uns in vielen Themenfeldern weiterzuentwickeln. Thematische Zuständigkeiten innerhalb des Landesvorstands wollen wir deshalb neu verstehen. Landesvorstandsmitglieder sollen nicht mehr nur für aktuelle Positionierungen zuständig sein, sondern in bisher unerschlossenen Bereichen wie der Migrationspolitik, Wohnungspolitik, Außen- und Europapolitik, etc. auch systematisch nach neuen Bündnispartner*innen suchen.Mit dem Ring politischer Jugend (RPJ) und dem Landesjugendring (LJR) wollen wir unsere Kooperationen intensivieren. Gemeinsam mit dem RPJ können wir uns auch Aktionen zur Landtagswahl, z.B. in Schulen, vorstellen. Bei Landesvorstandssitzungen oder Verbandsveranstaltungen wollen wir mit anderen Jugendorganisationen unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche ins Gespräch kommen. Auch mit innerparteilichen oder uns nahestehenden Organisationen wie AGen innerhalb der SPD und der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) wollen wir weiterhin eng zusammenarbeiten.

Alle zusammen gegen den Faschismus: Kampf gegen Rechts

In ganz Europa - auch in Baden-Württemberg - ist eine wachsende Spaltung der Gesellschaft zu beobachten. Aber nicht nur, wie bisher, zwischen links und rechts oder arm und reich. Sondern zwischen Globalisierungsbefürworter*innen, die für mehr Austausch stehen, und Souveränist*innen, die eine Rückkehr zu starken Nationalstaaten fordern. Dies führt auch zum Erstarken rechter Strukturen, die diskriminierende und anti-demokratische Botschaften transportieren. Dieser Entwicklung wollen wir uns entgegenstellen. Speziell durch die Corona-Pandemie haben Verschwörungstheorien, die gezielt Personen und Minderheiten angreifen, eine neue Qualität erreicht. Theorien dieser Art kommen sehr häufig aus dem rechten Spektrum der Gesellschaft und derartige Unwahrheiten werden von der AfD massiv aufgegriffen und gefördert.In den vergangenen Jahren hatte der Kampf gegen Rechts in unserem Landesverband nicht immer den Status, der so einem wichtigen Thema eigentlich zustehen würde. Es gab keine organisatorische Verankerung im Landesvorstand und wenige spezifischen Angebote, um unsere Mitglieder in diesem Bereich fortzubilden. Das werden wir ändern. Wir wollen, ähnlich zum Frauen*empowerment-Programm ein Ansprechpartner*innen-Prinzip etablieren. Jeder Kreisverband soll ein Mitglied benennen, welches sich speziell für den Kampf gegen Rechts engagiert. Diesen Ansprechpartner*innen wollen wir in speziellen (Online-)Formaten Skills vermitteln, mit denen sie als Multiplikator*innen und auf der Straße, am Stammtisch und in den Sozialen Netzwerken den Kampf gegen Rechts führen können.Umgekehrt sollen uns die Ansprechpartner*innen dabei unterstützen, bei kreisübergreifend relevanten Demonstrationen gegen Rechts unsere Mitglieder zu mobilisieren. Wir wollen zwischen den Ansprechpartner*innen einen regelmäßigen Austausch etablieren, um relevante Aktivitäten von rechten Strukturen flächendeckend im Auge zu behalten. Denn den Antifaschismus ist Teil unserer jungsozialistischen DNA.

Über Grenzen hinweg: Internationale Zusammenarbeit

Als internationalistischer Verband sind wir der Überzeugung, dass die Zusammenarbeit mit anderen sozialistischen Jugendorganisationen über Ländergrenzen hinweg in einer globalen und internationalen Welt von enormer Bedeutung ist. Hierzu müssen wir unsere Verbindungen zu anderen sozialistischen Jugendorganisationen schrittweise verbessern. Für uns Jusos Baden-Württemberg stehen insbesondere die angrenzenden Länder Schweiz, Österreich und Frankreich im Fokus. An unseren Landesgrenzen, über den Bodensee und im Dreiländereck, finden bereits immer wieder Kooperationen durch die entsprechenden Kreisverbände statt. Diese wollen wir als Landesvorstand unterstützen und vor allem institutionalisieren. Hierzu möchten wir organisatorisch zur Seite stehen und bei der Ausbildung enger Netzwerke helfen. Wir werden die Kreisverbände dabei unterstützen, mit den anderen Jugendorganisationen auch gemeinsame Themen und Ideen zu bespielen.Von dieser Basis ausgehend möchten wir internationale Zusammenarbeit auch auf Landesebene stärker in den Fokus rücken. Hierzu werden wir bei unseren Veranstaltungen (Politikwerkstätten, WIR-Kongress, Landesdelegiertenkonferenz), insbesondere, wenn diese in der Nähe anderer Länder stattfinden, Vertreter*innen der sozialdemokratischen Jugendorganisationen aus diesen Ländern für den Austausch einladen. Zu Landesdelegiertenkonferenzen werden wir auch die Vorsitzenden der jeweiligen Jugendorganisationen einladen.Die Alpeninternationale zwischen verschiedenen jungsozialistischen Jugendorganisationen wollen wir weiter vor allem organisatorisch unterstützen, ohne uns selbst zu stark in den Vordergrund zu rücken.Wir sind uns bewusst, dass dies ein durchaus längerfristig angelegter Prozess ist. Unser Ziel muss es im kommenden Arbeitsjahr sein, schrittweise zusammenzuwachsen und zu kooperieren, um dann zunehmend gemeinsame thematische Arbeit betreiben und Forderungen präsentieren zu können. Unser Fernziel ist es, sukzessive den Fokus über die angrenzenden Länder hinaus auszuweiten und dementsprechend auch Kooperationen mit sozialistischen Jugendorganisationen aus Nicht-Grenzländern auszubilden.