Arbeitsprogramm 2011/2012

Aus SPD Baden-Württemberg
Wechseln zu: Navigation, Suche

Beschluss der Juso-LDK 2011 am 2./3. Juli 2011 in Osterburken

Arbeitsprogramm 2011/2012 der Jusos Baden-Württemberg

Ein gemeinsames Projekt

In den letzten Jahren war unsere Arbeit von vielen Wahlkämpfen geprägt. In den nächsten zwölf Monaten werden wir seit langer Zeit nicht mehr mit der Vorbereitung oder Durchführung eines Wahlkampfes beschäftigt sein. Trotzdem sind die vor uns liegenden Aufgaben enorm.

Bei den Wahlen in den vergangenen zehn Jahren hat die SPD stetig an Zustimmung bei jungen WählerInnen verloren. Wir brauchen dringend einen Diskurs darüber, wie die SPD junge Menschen für ihre Arbeit und Politik begeistern kann. Auch unsere eigene Arbeit muss immer wieder neu gedacht und erneuert werden. Dieser Herausforderung stellen wir uns offen und werden damit auch ein gutes Beispiel für die SPD sein. Nach 15 Jahren Opposition ist die SPD zwar wieder Teil einer Landesregierung. Doch darf das Abschneiden unserer Partei in keinster Weise als befriedigend bezeichnet werden. Der erneute prozentuale Verlust bei einer Wahl im Südwesten wird daher auch in unserem Juso-Landesverband kritisch reflektiert. Die Teilhabe an der neuen Landesregierung bedeutet für uns eine große Verantwortung. Wir werden aber nicht kürzer treten oder still sein, sondern unsere Beschlüsse gegenüber der Landesregierung offensiv vertreten. Wir werden das Sprachrohr der jungen Generation in Baden-Württemberg sein und da wo es notwendig ist, ein Korrektiv für das Handeln der Landesregierung.

Die beste Basis dafür sind gute Konzepte und frische Ideen. Diese wollen wir gemeinsam in zwei Projektgruppen „Moderne Industriepolitik“ und „Fortschritt durch Vielfalt“ erarbeiten, denn: Wir sehen kulturelle Vielfalt nicht als Bedrohung, denn für uns ist eine bunte Gesellschaft eine echte Bereicherung. In der Landesregierung muss die SPD der Garant für ein modernes Industrieland und zukunftsfähige Jobs sein. Deswegen wollen wir soziale Verantwortung und ökologische Erneuerung in der Wirtschaft durchsetzen. Unser Verband lebt von der Beteiligung. Wir werden auch weiterhin gute Ideen aufgreifen und Platz für Neues schaffen. Alle sind eingeladen, zu unserem gemeinsamen Projekt: Jusos Baden-Württemberg.

Moderne Industriepolitik

Rund 1,5 Millionen ArbeitnehmerInnen in Baden-Württemberg sind im produzierenden Gewerbe beschäftigt – sei es in der Automobilindustrie, dem Anlagen- und Maschinenbau, oder der Chemiebranche. Viele der Unternehmen, darunter zahlreiche mittelständische- und durch familiengeführte Unternehmen sind in ihrem Bereich Weltmarktführer – und führend bei technologischen Innovationen. Die wirtschaftliche Substanz Baden-Württembergs ist in wesentlichen Teilen geprägt durch seine breite Industrielandschaft. Das ist Chance und Herausforderung zugleich: Chance, weil die Industrie in Baden-Württemberg zahlreichen ArbeitnehmerInnen eine sichere Beschäftigung und gute Löhne bietet – und Grundstein ist für den enormen Wohlstand in diesem Land. Herausforderung, weil es gilt, mit innovativen und umweltschonenden Technologien im 21. Jahrhundert die bestehenden Strukturen so zu verändern, damit weiterhin ein erfolgreiches und gleichzeitig nachhaltiges Wirtschaften möglich ist. Im kommenden Arbeitsjahr wollen wir uns intensiv mit dem komplexen Feld der Industriepolitik, den Chancen und Herausforderungen auseinandersetzen. Wir wollen diskutieren: Welche Anreize kann die Politik setzen und welche Maßnahmen kann die Politik ergreifen, um umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Technologien den Weg zu ebnen? Was muss getan werden, damit die Arbeitsplätze sicher sind und gute Arbeit zu gerechten Löhnen, sowie eine Senkung des Drucks auf die Belegschaften möglich sind? Wie ist die Mitbestimmung in den Betrieben zu organisieren?

Welche Chancen bietet der demografische Wandel für die heimische Industrie – und wie können sie genutzt werden? Wie ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu bewerkstelligen? Wie sehen im Bereich der Aus- und Weiterbildung die Bedürfnisse der Belegschaften und Unternehmen aus? Welche Anforderungen stellt der Klimawandel an unsere Industrie? Während des gesamten Arbeitsjahres wollen wir uns in verschiedenen Veranstaltungen mit diesen und weiteren Fragen rund um die Industriepolitik und die wirtschaftliche Substanz von Baden-Württemberg befassen. Als Querschnitt durch all die genannten Fragen müssen wir uns deshalb verstärkt mit der Situation der ArbeitnehmerInnen beschäftigen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für beide Geschlechter Realität werden kann und, dass sozialdemokratische Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik mit gerechter Entlohnung und guten unbefristeten Arbeitsverhältnissen assoziiert wird. Daher werden wir die durch die Deregulierung des Arbeitsmarktes entstandenen prekären und atypischen Beschäftigungsformen zum Thema machen.Ein besonderes Augenmerk soll dabei auf den Kontakt mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis gelegt werden. Im Dialog mit ArbeitnehmerInnen und UnternehmerInnen, NGOs, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden, WissenschaftlerInnen, NGOs und VertreterInnen der Landesregierung wollen wir Grundlagen für die politische Debatte schaffen und Ideen diskutieren, um eigene Konzepte für eine nachhaltige und starke Industrielandschaft im Land entwickeln zu können.

Fortschritt durch Vielfalt

Über 2,7 Millionen Menschen in Baden-Württemberg haben Migrationshintergrund. Das sind 25 Prozent der Bevölkerung. Bei den unter 20-jährigen ist es sogar jeder Dritte. Baden-Württemberg ist seit vielen Jahrzehnten ein Einwanderungsland. Während die CDU-geführten Landesregierungen dies stets verneinten, profitierte die Wirtschaft von der Arbeitskraft der MigrantInnen. Heute sind sie selbstverständlicher Teil unserer bunten Gesellschaft. Dennoch hat die gesellschaftliche Realität die staatlichen und politischen Realitäten im Land hinter sich gelassen. Es wird Zeit aufzuholen. Die neue Landesregierung hat große Erwartungen geweckt. Wir Jusos wollen den Wandel begleiten und Impulse geben. Wir werden guten Kontakt zum Integrationsministerium aufbauen und mit der Ministerin Bilkay Öney einen guten Austausch pflegen. Wir sind selbst ein multikultureller Verband, in dem Menschen mit ganz unterschiedlicher Herkunft zusammenarbeiten. Diese wertvollen Erfahrungen und Kompetenzen unserer Mitglieder wollen wir bei dieser allen Mitgliedern offenstehenden Projektgruppe besonders einbinden. Wir werden zunächst aufarbeiten, in welchen Bereichen MigrantInnen noch strukturell benachteiligt sind und dann gemeinsam Lösungen erarbeiten. Wir wollen auch die aktuell stattfindende Migration und ihre globalen Ursachen nicht aus dem Auge lassen. Unser Ziel ist es, mehr Teilhabe von MigrantInnen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu ermöglichen. Unsere bereits erarbeiteten Forderungen in der Bildungspolitik werden wir unter diesem Aspekt noch einmal genau betrachten. Wir müssen nach Wegen suchen, wie man speziell junge MigrantInnen für die Mitarbeit bei den Jusos gewinnen kann und diese dann auch umsetzen.

Freiheit sichern

Die Jusos Baden-Württemberg haben als wichtigen und stetigen politischen Auftrag die Aufgaben und Chance Innenpolitik zu gestalten. Dabei werden die Jusos den sozialdemokratischen Grundwert "Freiheit" immer als das politisches Leitmotiv verstehen. Ebenso wissen wir um die Bedeutung des Gutes "Sicherheit". Reiche können im Zweifel Sicherheitsdienstleistungen erwerben, Normalverdiener nicht. Die staatliche Aufgabe Sicherheit zu gewähren ist somit ein wichtiger sozialdemokratischer Auftrag. Innenpolitik ist in vielfacher Weise ein landespolitisches Schwerpunktthema und zudem ein hochkomplexes, sich stetig veränderndes Gebilde. Die Jusos Baden-Württemberg richten deshalb einen politischen Dialogkreis ein. Dieser soll sich stetig, unter breiter Beteiligung den vielfältigen Themen der Innenpolitik widmen. Hierbei ist eine Verbindung zur Arbeit und zu den Informationen des Landtages essentielle Grundlage einer umfassenden Betrachtung dieses Politikfeldes. Der Dialogkreis soll neben politischen Vorstellungen auch Werkstatt zum Lernen für jeden interessierten Juso sein.

Politik machen

Als Sprachrohr der jungen Generation werden wir innerhalb der Partei entschlossen für unsere Interessen eintreten – und gleichzeitig dafür kämpfen, dass unsere Mutterpartei nicht den Anschluss an die Lebensrealität der Jugendlichen in unserem Land verliert. Deshalb werden wir auch innerhalb der SPD Politik machen, sei es bei inhaltlichen Fragen oder bei der organisatorischen Neuaufstellung unserer Partei. Vorschläge für die organisatorische Modernisierung der SPD werden wir vorlegen und sie bei der laufenden Organisationsreform einbringen. Des Weiteren sollen unsere Ideen und unser Engagement für eine Verjüngung der Mitgliederstruktur sorgen, indem wir weiter engagiert junge Mitglieder werben. Wir erwarten aber auch, dass unser ehrenamtliches Engagement von der Partei finanziell besser unterstützt wird. Politik machen, das heißt für uns aber auch: Interessen innerhalb der Gesellschaft aufnehmen und in die Partei tragen. Deshalb planen wir, mit Initiativen und Verbänden auf Grundlage unserer Beschlüsse und Grundwerte zusammenzuarbeiten und ihre Anliegen zu konkreter sozialdemokratischer Politik zu machen. Wir dürfen es nicht mehr zulassen, dass die SPD ständig neue Milieus und Politikfelder, die eigentlich ihre Heimat in der SPD haben müssten und ursprünglich sozialdemokratische Politikfelder anderen Parteien überlässt.

Politik machen bedeutet in diesem Arbeitsjahr aber vor allem, die Arbeit der Landesregierung in den Parteigremien und in der Öffentlichkeit konstruktiv-kritisch zu begleiten. Wir wollen einen guten Draht zu allen Ministerien aufbauen und mit der Landtagsfraktion und insbesondere den Abgeordneten im Juso-Alter gut zusammenarbeiten. Die Erfolge der grün-roten Regierung werden wir offensiv vertreten und die Beiträge der Jusos deutlich machen.

Gerade im Bildungsbereich haben wir im letzten Arbeitsjahr ein sehr umfangreiches Konzept beschlossen, auf dessen Umsetzung wir weiter hinarbeiten werden. Die Bildungspolitik bleibt für uns ein zentrales Themenfeld. Es finden zwei Vernetzungstreffen für die SchülerInnen auf Landesebene statt. Auf diesen Treffen soll es den SchülerInnen bei den Jusos ermöglicht werden, sich gegenseitig kennenzulernen, zu vernetzen und sich über Aktivitäten an den Schulen auszutauschen. Darüber hinaus soll auf dem zweiten Treffen über die Art und Struktur der weiteren Zusammenarbeit in Baden-Württemberg diskutiert werden. Desweiteren entsenden die Vernetzungstreffen Delegierte in die Bundes-JSG. Bildungspolitische Veranstaltungen und Materialien zu Bildungsthemen werden dieses Engagement unterstreichen. Im Bereich der Innenpolitik werden wir darauf achten, dass der Staat Freiheitsrechte der BürgerInnen nicht weiter einschränkt und gegen bereits geschehene ungerechtfertigte Grundrechtseinschränkungen kämpfen. Wenn nötig werden wir auch innerhalb der SPD vehement auf unsere Positionen (VDS, Netzsperren, Lauschangriff, Videoüberwachung, …) pochen und die dringend nötige Aufklärungsarbeit leisten. Das gilt sowohl für klassische Grundrechte wie die Versammlungsfreiheit, als auch für den Bereich der Netzpolitik. Auch in einer beschleunigten Gesellschaft muss der Schutz der informationellen Selbstbestimmung gewährleistet sein.

Der unbefugte oder unverhältnismäßige Zugriff auf persönliche Daten durch Unternehmen oder staatliche Stellen muss wirksam verhindert werden. In diesem Zuge betrachten wir es mit Argwohn, dass Teile der neu gewählten Landesregierung in den vergangenen Wochen immer wieder das Thema der partiellen Alkoholverbote aufgerollt haben, obwohl es entsprechende Parteitagsbeschlüsse der baden-württembergischen SPD gibt, die sich ganz klar gegen entsprechende Regelungen aussprechen. Wir werden diese Entwicklung weiter beobachten und auf die entsprechenden Personen einwirken, dass sie sich an die geltenden Beschlusslagen halten werden.

Jusos bleiben kritisch und offen

Wir Jusos sind nicht nur die Jugendorganisation der SPD und sind damit Bindeglied zwischen den jungen Menschen im Land und unserer Partei, sondern wir Jusos sind als kritischer Jugendverband auch diejenigen, die unsere Generation aufwecken wollen gesellschaftliche Realitäten zu hinterfragen und über den IST-Zustand hinaus zu denken. Gemeinsam mit unserer Generation wollen wir Visionen für eine bessere Welt entwickeln und in konkrete, greifbare Politik umwandeln, indem wir die SPD nach unseren Forderungen gestalten

In den vergangenen vier Jahren konnten die Jusos Baden-Württemberg einen Mitgliederzuwachs von 48,1 Prozent verzeichnen. Dieser Erfolg war nur möglich, weil wir ein dynamischer Jugendverband sind, der seine eigenen Angebote permanent überarbeitet und verbessert. Wir wollen an dieser Strategie festhalten und auch in diesem Arbeitsjahr neue Konzepte für die Verbandsarbeit umsetzen, um damit mehr junge Menschen für die Jusos zu gewinnen.

Die Anstrengungen in dieser Sache sollen sich nicht nur in Wahlergebnissen und Mitgliederzuwächsen niederschlagen, sondern die Verbandsarbeit im Gesamten verbessern. Denn umso zahlreicher und unterschiedlicher die Menschen sind, die sich bei uns engagieren, desto besser können wir auch die Bedürfnisse und Lebenssituationen, die in unserer heute so facettenreichen Generation vorhanden sind, verstehen und politisch vertreten. Dabei werden wir zum einen die organisierte Jugendarbeit und die Interessensvertretungen der jungen Generation gezielt ansprechen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir die erfolgreichen Konzepte unserer Vernetzungsarbeit der vergangenen Jahre beibehalten. In den letzten Jahren haben wir zahlreiche Kontakte zu Verbänden und Initiativen aufgebaut, die aber weiter intensiv gepflegt werden müssen, damit das gute Verhältnis erhalten bleibt. Die Gespräche werden vertieft und der Kreis derer, mit denen wir uns austauschen, erweitert. Die Teilnahme an Demonstrationen, gemeinsame Pressemitteilungen oder der Austausch von ReferentInnen werden auch im kommenden Arbeitsjahr von großer Bedeutung sein. Wir werden den bisherigen Ehrenamtsempfang zu einer bunten Veranstaltung umbauen, auf der es politische Vorfeldorganisationen und politisch interessierten jungen Menschen ermöglicht wird, mit Vertretern der Landesregierung in Kontakt zu kommen. Junge KünstlerInnen werden die Veranstaltung begleiten. Zum anderen werden wir unsere Angebote weiter so umbauen, dass sie auch für junge Menschen attraktiver sind, die bisher noch nicht politisch aktiv sind oder gerade damit beginnen, sich für die SPD und die Jusos zu interessieren. Wie genau Veranstaltungen mit dieser Zielrichtung aussehen können, möchten wir mit allen Jusos gemeinsam herausfinden. Aus diesem Grund werden wir am Anfang des Arbeitsjahres eine „Juso-Basics“-Veranstaltung organisieren, bei der wir entsprechende Konzepte entwickeln, die anschließend vom Landesvorstand oder den Kreisverbänden umgesetzt werden.

Stark vor Ort

Der Juso-Landesverband kann nur so stark sein, wie seine Gliederungen vor Ort aufgestellt sind. Deshalb liegt ein besonderes Augenmerk weiterhin auf der Arbeit an der Basis. Das Landesbüro und der Landesvorstand werden in bewährter Weise als Serviceeinrichtung für die Kreisverbände wirken. Die Regional-Betreuung hat sich bewährt und wird fortgeführt. Weiterhin werden also Mitglieder des Landesvorstandes für einzelne Regionen und ihre Kreisverbände zuständig sein. Ziel dieser Regional-Betreuung ist ein reger Informationsaustausch zwischen dem Landesverband und den Kreisverbänden. Des Weiteren sollen dadurch die schon bestehende Zusammenarbeit von Kreisverbänden innerhalb der Regionen unterstützt und neue Kooperationen gefördert werden. Die Regional-Betreuung soll zudem kleine und strukturschwache Kreisverbände bei ihrer Arbeit unterstützen und - soweit gewünscht - neue Kreisvorstände bei ihren ersten Schritten begleiten. Der Landesvorstand wird zu aktuellen Themen Muster-Pressemitteilungen bereitstellen. Außerdem stehen die Juso-Landesvorstandsmitglieder gerne als ReferentInnen zur Verfügung oder helfen bei der Vermittlung von solchen. Unser Ziel ist es, weiterhin in der Fläche des Landes präsent zu sein. Auch darauf werden wir bei der Auswahl von Veranstaltungsorten achten.

Von den beiden Jugendorganisationen deren Mutterparteien nun im Land regieren, sind wir deutlich stärker vor Ort verankert. Damit haben wir auch die Verantwortung, die Interessen unserer Generation von der Ortsebene in die Landespolitik hineinzutragen. Wir werden die Kreisverbände dabei unterstützen, sich mit ihren Anliegen bei der Landesregierung Gehör zu verschaffen. Mit der juniorSGK ist es gelungen, junge KommunalpolitikerInnen zu vernetzen. Wir wollen die wahlkampffreie Zeit nutzen, um die Arbeit der juniorSGK wieder zu intensivieren. Über die juniorSGK werden wir Schulungsangebote für die jungen SPD-MandatsträgerInnen anbieten und sie für eine BürgermeisterInnenkandidatur motivieren. Außerdem wollen wir an den Hochschulen für öffentliche Verwaltung in Kehl und Ludwigsburg präsent sein.

„Juso-Basics“

Die bisherigen Neumitgliederseminare werden im neuen Veranstaltungskonzept „Juso-Basics“ aufgehen. In Wochenendseminaren werden wir weiterhin für Neumitglieder die „Basics“ der Juso-Arbeit vermitteln. Dabei wollen wir den TeilnehmerInnen die Strukturen der Jusos und der SPD vermitteln und ihnen den Kontakt zu andern Jusos und SPD-Mandatsträgern ermöglichen. Darüber hinaus wollen wir aber auch themenbezogene Seminarteile anbieten, die für alle interessant sind – unabhängig davon ob jemand erst kürzlich zu den Jusos kam oder schon länger dabei ist. Zudem werden wir in diesem Arbeitsjahr Schulungsangebote für Jusos machen, die bereits Führungsverantwortung in den Gliederungen übernommen haben. Dabei sollen vertiefte Kenntnisse im Organisieren von Veranstaltungen oder auch in Bereichen der Pressearbeit, Homepagegestaltung und Gesprächsführung durch Profis vermittelt werden.

Seit an Seit

Auch in diesem Arbeitsjahr möchte der Juso Landesverband die gute Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften fortführen. Neben regelmäßigen Treffen mit den für Jugend zuständigen BezirkssekretärInnen, werden die Jusos die öffentlichen Aktionen der Jugendgewerkschaften begleiten und bewerben. Der Landesvorstand wird den Kreisverbänden die notwendigen Informationen zur Verfügung stellen. Diese beinhalten Musteranschreiben, Musterpressemitteilungen und einen Organisationsplan. Die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) soll fortgeführt werden. Das erfolgreiche Seminar „Sozialdemokratie und Gewerkschaften“ wird fortgesetzt. Hierbei treffen junge GewerkschafterInnen auf Jusos. Das Seminar soll nach Möglichkeit wieder in Berlin stattfinden. Eine Kooperation mit anderen Juso-Landesverbänden bei diesem Seminar wird angestrebt. Am bedeutendsten für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften und Sozialdemokratie sind gute Beziehungen vor Ort. Deswegen wird der Landesvorstand für die Gliederungen eine Liste mit Kontaktdaten der JugendsekretärInnen bereitstellen. Ein Konzept für gemeinsame Veranstaltungen wird vom Landesvorstand konzipiert und den Kreisverbänden zur Verfügung gestellt.

Juso-Hochschulgruppen: Erfolg fortsetzen

Die Juso-Hochschulgruppen Baden-Württemberg sind ein starkes und wichtiges Standbein unserer Bewegung an den Hochschulen. Gemeinsam und erfolgreich haben wir im letzten Jahr das bildungspolitische Programm der SPD stark mitgeprägt. Auch in diesem Jahr setzen wir deswegen die Unterstützung der Juso-Hochschulgruppen finanziell und organisatorisch bei ihren Projekten und Veranstaltungen fort. Wir suchen den Schulterschluss und die Kooperation bei der Durchsetzung der Interessen unserer Generation in der Gesellschaft und der SPD

Starke Frauen

Die vergangene Landtagswahl samt KandidatInnenauswahl im Vorfeld war ein Armutszeugnis für uns Sozialdemokraten, was die Repräsentation von Frauen in der Politik betrifft. Wir Jusos wollen uns der Herausforderung stellen und unsere Frauen stärken und für zukünftige Aufgaben rüsten: Mit einer weiteren Auflage des gut besuchten Rhetorikseminars wollen wir das beliebte Trainingsprogramm speziell für Frauen weiterführen.

Gleichstellung

Starre Denkmuster, tradierte Rollenbilder und auch strukturelle Barrieren verhindern, dass in unserer Gesellschaft echte Gleichstellung herrscht. Wir wollen uns unter dem Aspekt des Gender Mainstreaming mit der Situation der Arbeitswelt auseinandersetzten. Auf der Suche nach neuen Wegen wollen wir versuchen, immer die Interessen und Lebenslagen von Frauen und Männern in ihrer ganzen Vielfalt wahrzunehmen.

Rechtsextremismus

Die Jusos sind als antifaschistischer Jugendverband auch in diesem Jahr wieder gefordert, wenn es darum geht rechtsextremistisches Gedankengut und rechtsextreme Strukturen zu bekämpfen. Wir werden die Juso-Gliederungen vor Ort bei ihren Aktivitäten im Kampf gegen Rechts unterstützen.Um rechtsextreme Strukturen erfolgreicher zu bekämpfen, werden wir in Zukunft gezielt den Kontakt zu anderen regionalen antifaschistischen Organisationen suchen und eine gute Zusammenarbeit für die gemeinsamen Ziele anstreben. Die Mitglieder des Landesvorstandes stehen als ReferentInnen bei Info-Veranstaltungen über die rechte Szene gerne zur Verfügung oder helfen bei der Suche nach ReferentInnen. Bei der Organisation öffentlicher Veranstaltungen gibt der Landesvorstand gerne rechtliche und organisatorische Hinweise. Wir werden dafür sorgen, dass die Jusos weiterhin auf Anti-Nazi-Demonstrationen Flagge zeigen. Im Landesbüro können dafür auch Fahnen und ein großes Transparent ausgeliehen werden. Durch unseren Einsatz konnte in den Koalitionsverhandlungen erreicht werden, dass die ehemalige Gestapo-Zentrale in Württemberg, das „Hotel Silber“ in Stuttgart, erhalten bleibt. Jetzt werden wir den Prozess zur Einrichtung eines NS-Dokumentationszentrums und Gedenkortes konstruktiv begleiten und auf eine schnelle Umsetzung drängen. Die Jusos Baden-Württemberg setzen sich weiterhin für ein Verbot der NPD ein. Die Jusos Baden-Württemberg unterstützen auch im kommenden Arbeitsjahr die Initiative „Dresden Nazifrei“. Der Juso-Landesverband wird dazu frühzeitig einen Bus mieten und eine Anmeldefrist auf ihn bis mindestens zwei Wochen vor der Demonstration gewährleisten. Antifaschistisches Engagement braucht Beteiligungsmöglichkeiten für alle und darf nicht an kurzfristigen Anmeldezeiträumen scheitern.

Öffentlichkeit

Durch die neue Rolle der SPD als Regierungspartei in Baden-Württemberg wird tendenziell auch das Medieninteresse an der Arbeit der Jusos weiter steigen. Das werden wir nutzen und unsere Präsenz in den Medien noch erhöhen. Dabei wird weiterhin auf das klassische Instrument der Pressemitteilungen zurückgegriffen. Die bewährte Bereitstellung von Muster-Pressemitteilungen für die Juso-Kreisverbände wird fortgesetzt. Im Fokus wird aber auch eine verstärkte direkte Zusammenarbeit mit regionalen Zeitungen stehen, um dort in Form von Interviews oder exklusiven Meldungen die Durchschlagskraft unserer Botschaften zu erhöhen. Die Kontakte zu JournalistInnen der Landespresse werden wir weiter pflegen und stetig ausbauen. Auch die punktuelle Kooperation mit anderen Jugendorganisationen in Form gemeinsamer Pressemitteilungen wollen wir fortsetzen. Ein verstärktes Augenmerk wird in Zukunft auf der medialen Vermarktung von Verbandsveranstaltungen liegen. Hier gilt es noch stärker als bisher, die regionalen Medien am Veranstaltungsort einzubinden. Durch die Verfügbarkeit von Kabinettsmitgliedern als ReferentInnen auf Veranstaltungen des Juso-Landesverbandes wird auch dies tendenziell einfacher werden. Zur Öffentlichkeitsarbeit wird die Bedeutung der neuen Medien und sozialen Netzwerke noch weiter steigen. Wir werden das Engagement der Jusos in den sozialen Netzwerken ausbauen und unsere Führungsrolle unter den politischen Jugendorganisationen im Internet verstetigen.

IUSY World Festival

Unter dem Motto “We know where we come from – we know where we are going” findet vom 25. bis 31. Juli 2011 das IUSY-Festival in Weißenbach am Attersee (Österreich) statt. Der Juso-Landesverband bietet interessierten Jusos wie auch in der Vergangenheit die Möglichkeit, eine Woche lang hautnah zu erfahren was es bedeutet, Teil eines internationalen Verbandes zu sein und internationale Solidarität im Austausch und gemeinsamen Arbeiten zu leben. Globale Herausforderungen brauchen gemeinsame Lösungen, das Denken über Grenzen hinweg und Menschen, die sich gemeinsam für ihre politischen Vorstellungen einsetzen – dazu kommen junge Menschen aus über 100 Ländern beim IUSY World Festival zusammen.

Bundesverband

Die Arbeit des Juso-Bundesverbandes werden wir als Jusos Baden-Württemberg weiterhin konstruktiv-kritisch begleiten. Die Bildungs- und Schulungsangebote des Bundesverbandes wollen wir weiterhin für unsere Mitglieder nutzen und daher auch intensiv bewerben. Das gute Verhältnis zum Juso-Bundesvorsitzenden wollen wir weiter pflegen. Die kontinuierliche Mitarbeit in den Projektgruppen der Bundes-Jusos werden wir fortsetzen. Wie im letzten Jahr, werden wir auch zwischen den Bundeskongressen inhaltliche Anregungen an den Bundesverband geben.