Antrag zur Integration junger SpätaussiedlerInnen

Aus SPD Baden-Württemberg
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Es muss unser Ziel sein, junge SpätaussiedlerInnen möglichst rasch gut in unsere Gesellschaft zu integrieren. Hierbei muss die Überwindung sprachlicher Barrieren zunächst an erster Stelle stehen. Eine sofortige volle Eingliederung in den deutschsprachigen Unterricht wäre für viele SpätaussiedlerInnen verfrüht und würde zu Frustrationen führen. Sie kann nur für diejenigen sinnvoll sein, die in einem Sprachtest Kenntnisse zeigen, die erwarten lassen, dass ein sinnvoller Unterrichtsbesuch möglich ist. Die SpätaussiedlerInnen, bei denen das noch nicht der Fall ist, besuchen zunächst Integrationsklassen. In diesen soll jedoch nicht nur die deutsche Sprache gelehrt werden, vielmehr ist darauf zu achten, dass die SchülerInnen auch inhaltlich auf den sich anschließenden Besuch der regulären Schulen vorbereitet werden. Den jungen SpätaussiedlerInnen soll ein möglichst problemloser Übergang ermöglicht werden. Auch die Initiierung von Projekten wie „Schüler helfen Schülern“ soll zur besseren Integration beitragen.

Vorhandene Sprach- und Lernschwierigkeiten müssen weiterhin durch nachmittägliche Betreuung, die staatlich gefördert werden muss, behoben werden. Die Sprachdefizite beruhen nämlich nicht auf mangelnden Willen der Spätaussiedler, sondern darauf, dass ihnen das Sprechen der deutschen Sprache in den Herkunftsländern über Jahre hinweg gesetzlich verboten und mit Strafe bedroht war.

Wir fordern die Landkreise auf eine schnelle Verteilung und Integration der SpätaussiedlerInnen in alle Wohngebiete zu unterstützen und die Verweildauer in den Übergangswohnheimen so kurz wie möglich zu gestalten. Die Bundestags- und die Landtagsfraktion fordern wir auf, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so zu ändern, dass die Übergangsunterbringung nur für drei Monate im Sammelwohnheim erfolgen kann.