. Antworten der Jusos BaWü auf populistische Äußerungen zum Thema Gewaltkriminalität von Jugendlichen und Jugenddeliquenz sind:

Aus SPD Baden-Württemberg
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I. Antworten der Jusos BaWü auf populistische Äußerungen zum Thema Gewaltkriminalität von Jugendlichen und Jugenddeliquenz sind: 1. Die Jusos BaWü lehnen jede Änderung des Strafmündigkeitsalters ab. Jedoch fordern die Jusos BW moderne Präventionsmaßnahmen für die GewalttäterInnen im Alter zwischen 10 und 13 Jahren 2. Auch die populistischen Forderungen, das Jugendstrafrecht zu „verschärfen„, insbesondere die vorgesehene Maximalstrafe zu erhöhen, lehnen die Jusos ab. 3. Hierzu gehört insbesondere auch die Ablehnung der Wiedereinführung von geschlossenen Heimen.

II. Vorstellungen eines verantwortungsvolleren Strafens von Jugendlichen 1. Die Strafe muss dem ersten Delikt auf dem Fuße folgen Die Jusos Baden-Württemberg befürworten im Voraussetzungsbereich das Prinzip, Jugendliche konsequent schon bei der ersten mit Gewalt verbundenen Auffälligkeit zu bestrafen. Dies steht – trotz aller Behauptungen – immer noch entgegen der deutschen Praxis. 2. Offene Maßnahmen nützen mehr als Wegsperren Allerdings ziehen wir einen völlig anderen Rechtsfolgebereich vor. Während im klassischen Land des „Null -Toleranz„, den USA, auf den auffälligen Jugendtäter harte, meist am Erwachsenenstrafrecht orientierte, Strafen warten, wollen wir die Täter mit pädagogischen Maßnahmen von denen wir uns vorstellen könnten, dass sei auch in der Altersgruppe 10 - 13 Jahre als präventive Instrumente eiingesetzt werden, erreichen. Hierzu wird Zwang insoweit ausgeübt, als der Ersttäter zwischen einer klassischen Strafe und einer pädagogische Maßnahme wählen kann. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem: a) Anti- Gewalt- Training (AGT) Dieses beinhaltet: - Psychodrama/ Rollenspiel - Heißer Stuhl ( kognitive Abwehrhaltung wird angegriffen/ Konfrontation mit der Tat) - Coolness-Training - Opferkonfrontation - Provokationstests b) Anti- Gewalt- Gremium - Ähnlich dem AGT - Auch Heißer Stuhl- Phasen - Selbstreflexive Wahrnehmung fördern c) Life- Space- Interview - Stützung des schwachen Ich des Kindes - Auswertung von Ereignissen aus dem alltäglichen Leben - Emotionale erste Hilfe d) Soziale Einzelstunde ( auf individuelle Probleme eingehen) e) Soziale Gruppenstunde (persönliche Erfahrungen vergleichen/Gruppe berät Einzelnen) f) Betreutes Wohnen

III. Voraussetzungen im Verwaltungsbereich 1. Voraussetzungen hierfür wären ein wesentlich besseres Zusammenspiel der einzelnen von Staats wegen mit der Erziehung betrauten Organe. Insbesondere sind hierbei die Jugendhilfe, Schule und die Polizei zu nennen. Durch geeignete Maßnahmen der Vernetzung wie etwa regelmäßige Konferenzen sollte daran gearbeitet werden, Problemfälle , insbesondere solche, die eine Neigung zur Gewaltanwendung erkennen lassen, möglichst noch vor dem ersten Delikt zu erkennen und aufzufangen. Hierzu gehören pädagogische Sensibilisierung und wesentlich verbesserte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen bei allen betroffenen Institutionen. 2. Weitere Anstrengungen im präventiven Bereich von Jugendarbeit, Polizei und Schule sind zu begrüßen. Hierzu zählen wir insbesondere auch die Erhaltung und Erweiterung des Angebotes der offenen Jugendarbeit in allen ihren Formen. Die Jusos lehnen jede Schließung von solchen Einrichtungen ab. Das beinhaltet jedoch nicht ein „Weiter so„, sondern eine stetige Überprüfung der Arbeit dieser Institutionen und ihrer pädagogischen Grundkonzeptionen. Eine ausreichende und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung entsprechende finanzielle und personelle Ausstattung solcher Einrichtungen muss gewährleistet sein. 3. Trotz des Konfliktes mit dem grundrechtlich geschützen Elternerziehungsrecht sollte ein früheres

Eingreifen der Jugendhilfe in den familiären Bereich gem. den Punkten II 1. und III 1 möglich gemacht werden. Auch Eltern sollten Zielgruppe pädagogischer Maßnahmen der Jugendhilfe und Jugendsozialarbeit sein. Dazu ist jedoch eine Sensibilisierung der Gesellschaft gegenüber Vernachllässigung von Kindern und Jugendlichen notwendig, damit das Jugendamt frühzeitig eingreifen kann. Zu diesem Zweck sind v. a. die Medien in die Verantwortung zu nehmen.

IV. Maßnahmen zur Eindämmung von Gewaltkriminalität von Jugendlichen im gesellschaftlichen Bereich

1.Gerechtigkeit Soziale Ungerechtigkeiten sind oft ein guter Nährboden für Jugendkriminalität. Nach der tiefen Überzeugung der Jusos muss Ziel aller Politik die Gestaltung einer gerechteren und solidarischen Gesellschaft sein. Wir fordern deswegen endlich eine finanzielle Förderung der Kinder und Jugendlichen , die diesen Namen verdient. ( Hierzu verweisen wir auf den bei der LDK in Stutensee vorgelegten Antrag .)

2. Medien Weiterhin muß aus dem Kinderprogramm jegliche Werbung verbannt werden.