Einführung eines EU-weit geltenden Labels

Aus SPD Baden-Württemberg
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Einführung eines EU weiten Labels

Die Jusos Baden-Württemberg fordern ein europaweit geltendes, von offizieller Hand verliehenes, Siegel namens E-HEAL (European Human Environment Animal Label), welches die Fortentwicklung des fairen weltweiten Handels vorantreibt, und das Europäische und internationale Unternehmen können sich freiwillig zertifizieren lassen. Kommunale, nationale und europäische Insititutionen sollen, sofern möglich, Produkte und Dienstleistungen mit dem Siegel erwerben.

Das Siegel ist unter folgenden Voraussetzungen einzuführen:

1. Angemessene, quotengebundene Löhne:

Das Siegel darf nur vergeben werden, wenn der Lohn der ArbeiterInnen in dem produzierenden Betrieb an eine spezielle Quote strikt gebunden ist:

Die Zertifizierung der Betriebe und damit die Vergabe des E-HEAL sind an einen festgelegten Mindestlohn gekoppelt. Dieser Mindestlohn muss allen am Produktionsprozess beteiligten Personen eine Existenzsicherung ermöglich. Er sollte sich nicht an nationalen Mindestlöhnen orientieren, da diese z.T. nicht vorhanden oder zu gering sind. Der geforderte Mindestlohn bei einer fairen Produktion basiert deshalb auf nationalen Lebenshaltungskosten. Der Lohn wird aus einem Mindestpreis für Fair Trade Produkte bezahlt. Dies soll ArbeiterInnen garantieren auch bei schwankenden Weltmarktpreisen ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie zu sichern. Im Falle, dass der Weltmarktpreis den Mindestpreis übersteigt, muss der Fair Trade Preis mindestens dem Weltmarktpreis entsprechen. Der Mindestlohn muss auch für GelegenheitsarbeiterInnen und LohnarbeiterInnen gelten.

2. Recht zur Gründung von Gewerkschaften und gewerkschaftlicher Organisation:

Das Siegel darf nur vergeben werden, wenn die ArbeiterInnen in dem produzierenden Betrieb die Möglichkeit haben, effektiv arbeitende Gewerkschaften zu gründen.

Gewerkschaften sind unerlässliche Vertreter für die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen von abhängig Beschäftigten. Sie bilden in allen Industrienationen einen festen Bestandteil der politischen Landschaft und prägen, insbesondere durch Lohnkämpfe, Streik oder Boykott, die Suche nach gerechter Verteilung der Unternehmensgewinne und Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Auch in den Entwicklungsländern müssen sich effektiv arbeitende Gewerkschaften bilden, um den Menschen die gleichen Möglichkeiten und Rechte zu sichern. Dadurch erfahren die Mitglieder der Gewerkschaften einen unmittelbaren Zugang zu politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Grundsatzfragen und könnten die Beantwortung dieser mitbestimmen. Auf lange Sicht wird erreicht, dass sich die ArbeiterInnen in den produzierenden Betrieben effektiv gegen menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, unverhältnismäßige Löhne und ausbeuterischen Arbeitsabläufe zur Wehr setzen können.

3. Geregelte Arbeitszeiten und Urlaubsanspruch: Das Siegel darf nur vergeben werden, wenn die ArbeiterInnen in dem produzierenden Betrieb die Möglichkeit haben, geregelte Arbeitszeiten zu bekommen und Urlaub erhalten.